IG Metall fordert 5 Prozent mehr Lohn in Tarifrunde
Die IG Metall startet die Tarifrunde mit einer Forderung von fünf Prozent mehr Lohn – und kämpft gleichzeitig für Beschäftigungssicherung in der Krisenbranchen.
Dieses Video wurde am 23.09.2026 von Handelsblatt auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die IG Metall geht mit einer Lohnforderung von fünf Prozent in die anstehende Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie. Die Gewerkschaft will zugleich verbindliche Regelungen zur Beschäftigungssicherung durchsetzen – ein zentrales Thema angesichts massiver Stellenkürzungen und drohender Werksschließungen in der Branche. Die Verhandlungen beginnen unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen: Die größte deutsche Industriesparte mit rund 3,7 Millionen Beschäftigten steckt in Teilen tief in der Krise.
Aktionstag mit 175.000 Teilnehmenden als Auftaktsignal
Kurz vor dem offiziellen Verhandlungsstart mobilisierte die IG Metall mit einem bundesweiten Aktionstag. Rund 175.000 Beschäftigte beteiligten sich an den Protestaktionen und setzten damit ein deutliches Zeichen gegen Stellenabbau und Standortgefährdung.
Die Gewerkschaft machte dabei klar, dass sie eine pauschale Krisenrhetorik der Arbeitgeberseite nicht akzeptieren werde. Konkret lehnte sie Angriffe auf die 35-Stunden-Woche ab, die als wichtiger Pfeiler für Gesundheit und Jobsicherheit der Beschäftigten gilt. Auch Verlagerungsdrohungen wies die IG Metall als „Ablenkungsmanöver vom Managementversagen” zurück.
Gespaltene Branche: Krise und Boom zugleich
Die Metall- und Elektroindustrie zeigt derzeit ein sehr uneinheitliches Bild. Während Autoindustrie und Maschinenbau erheblich unter Druck stehen, laufen andere Teilbranchen auf Hochtouren.
- Schiffbau, Schienenfahrzeuge, Luft- und Raumfahrt verzeichnen boomende Auftragseingänge.
- Rüstungsunternehmen profitieren von gestiegenen staatlichen Ausgaben.
- Die Medizintechnik wächst ebenfalls dynamisch.
- Autoindustrie und Maschinenbau hingegen kämpfen mit Auftragsrückgängen und Stellenabbau.
Diese Spaltung innerhalb der Branche macht die Verhandlungsführung komplex. Beschäftigte in florierenden Teilbereichen erwarten naturgemäß höhere Lohnsteigerungen als jene in krisengeplagten Segmenten. Die Gewerkschaft steht vor der Aufgabe, einen Abschluss zu erzielen, der dieser Heterogenität gerecht wird.
Zeitplan: Verhandlungen starten im Oktober
Die ersten Verhandlungsrunden beginnen am 7. Oktober in den Tarifbezirken Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Die übrigen Tarifgebiete folgen in den darauffolgenden Tagen.
Ein entscheidendes Datum ist der 31. Oktober: Mit dem Auslaufen des aktuellen Tarifvertrages endet die Friedenspflicht. Ab diesem Zeitpunkt wären Warnstreiks rechtlich zulässig. Damit steigt der Druck auf beide Seiten, innerhalb weniger Wochen eine Einigung zu erzielen.
Die Arbeitgeberverbände haben sich bislang noch nicht öffentlich zu einer konkreten Gegenposition geäußert. Angesichts der wirtschaftlichen Lage in der Autoindustrie dürften sie auf Zurückhaltung bei den Lohnkosten drängen und gleichzeitig mehr Flexibilität bei Arbeitszeiten einfordern.
Ausblick: Harte Verhandlungen erwartet
Die IG-Metall-Tarifrunde 2026 verspricht, eine der schwierigsten der vergangenen Jahre zu werden. Die Kombination aus Strukturkrise in der Autoindustrie, geopolitischen Unsicherheiten und gleichzeitigem Boom in anderen Segmenten schafft ein ungewöhnlich komplexes Verhandlungsumfeld.
Ob die Fünf-Prozent-Forderung am Ende durchgesetzt werden kann oder ob es zu einem Kompromiss mit Einmalzahlungen und differenzierten Regelungen kommt, wird sich nach dem 31. Oktober zeigen. Eines ist sicher: Die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie beobachten die Verhandlungen genau – und sind offenbar bereit, ihren Forderungen mit Streiks Nachdruck zu verleihen.
Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (Handelsblatt). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.