Trump-Putin-Dieseldeal: Ukraine nennt es Kriegsfinanzierung
Trump erlaubt russische Dieselimporte trotz Sanktionen – der Trump-Putin-Dieseldeal empört die Ukraine und befeuert die Debatte über westliche Geschlossenheit.
Dieses Video wurde am 10.10.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der Trump-Putin-Dieseldeal hat international für Bestürzung gesorgt: US-Präsident Donald Trump hat Russland trotz bestehender Sanktionen erlaubt, hunderttausende Tonnen Diesel in die USA zu liefern. Vereinbart wurde das Geschäft per Telefon – Trump dankte Putin öffentlich dafür. Die Ukraine bezeichnet den Deal als direkte Investition in den russischen Angriffskrieg. Kiew verweist auf anhaltende russische Raketenangriffe auf Wohngebiete und zivile Infrastruktur, die zeitgleich weitergehen.
Der Dieseldeal: Was Trump mit Putin vereinbart hat
In einem Telefonat haben Trump und Putin die Lieferung großer Mengen russischen Dieselkraftstoffs in die Vereinigten Staaten vereinbart. Laut Kreml verlief das Gespräch ausgesprochen herzlich – keiner der beiden habe zuerst auflegen wollen. Trump soll Putin dabei nachträglich zum Geburtstag gratuliert und ihm Erfolg sowie Wohlbefinden gewünscht haben.
Die Vereinbarung sieht vor, dass mehr als 300.000 Tonnen Diesel sofort verfügbar gemacht werden. Langfristig sollen Millionen weiterer Tonnen folgen – abhängig vom Zustand russischer Raffinerien. Um das Geschäft zu ermöglichen, lockert Washington die geltenden Sanktionen gezielt für Dieselimporte aus Russland.
Trump selbst kommentierte den Deal öffentlich mit ungewöhnlichem Lob für den russischen Präsidenten:
„Ich möchte Präsident Putin danken. Ganz ehrlich, riesige Mengen Öl kommen in unser Land und es ist Diesel, den wir wollen. Also, danke.”
Trumps innenpolitisches Kalkül: Zwischenwahlen im Blick
Hinter dem Deal steckt ein klares innenpolitisches Motiv. Die US-Zwischenwahlen am 3. November werfen ihren Schatten voraus, und hohe Spritpreise setzen Trumps Republikanern erheblich unter Druck. Günstigerer Diesel soll die Verbraucherpreise senken und der Partei Rückenwind verschaffen.
Trump hatte zuletzt die Ukraine für die Kraftstoffknappheit mitverantwortlich gemacht und sie aufgefordert, ihre Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen. Hintergrund: Die Ukraine hatte im Rahmen ihrer Kriegsstrategie wiederholt russische Ölverarbeitungsanlagen attackiert, um Moskaus Einnahmen und Treibstoffnachschub zu treffen.
- Hohe Benzin- und Dieselpreise gelten als zentrales Wahlkampfthema in den USA
- Trump macht die Ukraine teilweise für die Versorgungsengpässe verantwortlich
- Der Diesel-Import soll die Preise kurzfristig drücken
- Republikanische Kandidaten stehen wegen der Inflation unter erheblichem Druck
Selenski: „Eine Investition in Putins Krieg”
Die ukrainische Führung reagiert mit scharfer Kritik. Präsident Wolodymyr Selenski bezeichnete den Deal als „offensichtliche Schwäche” und als direkte Finanzierung des russischen Angriffskrieges. Er verwies auf die verheerenden Angriffe der vergangenen Tage, bei denen russische Streitkräfte Wohngebäude, Stadtbusse und Energieinfrastruktur ins Visier nahmen.
Allein in der Vorwoche wurden bei einem Raketenangriff auf ein Wohngebäude in Pryluky sowie bei Luftbombenangriffen auf Kramatorsk dutzende Menschen getötet und hunderte verletzt. Kiew verzeichnet zudem anhaltende Angriffe auf seine Energieversorgung.
Selenski signalisierte Gesprächsbereitschaft: Die Ukraine sei bereit, ihre Angriffe auf russische Raffinerien zu stoppen – wenn Russland im Gegenzug die Attacken auf die ukrainische Energieinfrastruktur einstellt. Der Kreml lehnte dies ab und erklärte, Russlands Kriegsziele blieben unverändert.
Einordnung: Sanktionspolitik unter Druck
Der Deal setzt die westliche Sanktionsarchitektur unter erheblichen Druck. Einerseits versuchen die USA und ihre Verbündeten, Russlands Kriegsfinanzierung durch Exportbeschränkungen zu unterbinden – andererseits öffnet Washington nun gezielt eine Lücke für russische Energieexporte. Kritiker warnen, dass der Diesel-Deal Moskau dringend benötigte Einnahmen verschafft, während russische Bomben weiterhin in ukrainische Städte fallen.
Wie stark das Abkommen das Vertrauen der europäischen Partner in die amerikanische Ukraine-Politik belastet, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Die Debatte über die Kohärenz westlicher Russlandpolitik dürfte durch diesen Vorgang neu entfacht werden.
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