Midterms 2026: Referendum gegen Trumps Politik?
Die Midterms 2026 könnten zum Referendum über Trumps Wirtschaftspolitik werden. Inflation, Ölpreise und Zinsen belasten die US-Konjunktur erheblich.
Dieses Video wurde am 30.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Midterms 2026 Anfang November gelten als entscheidende Bewährungsprobe für US-Präsident Donald Trump. Steigende Inflation, ein anhaltender Konflikt um die Straße von Hormus und wachsender Druck auf die Notenbank Federal Reserve prägen die politische und wirtschaftliche Lage in den USA. Fondsmanager Christoph Bruns, der überwiegend in den USA lebt und arbeitet, sieht die Zwischenwahlen klar als Abstimmung über Trumps Kurs – und erklärt, warum die Aussichten an den US-Börsen im vierten Quartal dennoch nicht so trüb sind, wie viele befürchten.
Inflation als entscheidender Faktor bei den Midterms
Das Thema, das die amerikanischen Wählerinnen und Wähler laut Bruns am stärksten bewegt, lautet schlicht: Inflation. Angeheizt wurde der Preisauftrieb maßgeblich durch gestiegene Ölpreise infolge des Konflikts mit dem Iran. Doch die Teuerung beschränkt sich längst nicht mehr auf Benzin und Diesel.
Ein sogenannter Transmissionsmechanismus hat die höheren Energiekosten auf eine Vielzahl anderer Güter übertragen – darunter Nahrungsmittel und Gesundheitsleistungen. Für viele Amerikanerhaushalte ist die gestiegene Kaufkraftbelastung damit im Alltag deutlich spürbar.
- Benzin- und Dieselpreise auf Mehrjahreshoch
- Lebensmittelpreise deutlich gestiegen
- Gesundheitskosten weiter unter Druck
- Anleiherenditen auf Jahreshochs geklettert
Die Fed hat auf den anhaltenden Preisdruck mit Zinserhöhungen reagiert. Der zusätzliche Zinsaufwand, der dem Konflikt im Nahen Osten zugerechnet wird, beläuft sich Schätzungen zufolge auf über 400 Milliarden Dollar jährlich allein für die USA.
Iran-Konflikt und Ölpreis: Was kommt nach den Wahlen?
Ein zentrales Unsicherheitsfeld bleibt der festgefahrene Streit um die Straße von Hormus. Der Iran setzt dabei auf Katar als Vermittler. Außenminister Abbas Araki hatte am Rande der UN-Generalversammlung in New York Gespräche geführt und eine Antwort Washingtons auf einen iranischen Verhandlungsvorschlag nach Teheran überbracht.
Trump hatte den iranischen Vorschlag zur Wiedereröffnung der für Erdöllieferungen wichtigen Meerenge zunächst abgelehnt. Beobachter spekulieren, ob nach den Midterms eine diplomatische Lösung wahrscheinlicher wird oder ob es zu einer erneuten Eskalation kommt.
Bruns geht davon aus, dass Trump nach einem erwarteten Dämpfer bei den Zwischenwahlen als sogenannte Lame Duck verstärkt auf Außenpolitik setzen wird. Der Präsident wolle unbedingt vermeiden, als jemand in die Geschichtsbücher einzugehen, der – wie andere Republikaner vor ihm – Kriege begonnen, aber nicht beendet habe. Eine Einigung noch im vierten Quartal hält Bruns für möglich.
Federal Reserve: Zinserhöhung oder politischer Druck?
Die Federal Reserve befindet sich in einem Dilemma. Die Inflationsdaten legen weitere Zinsschritte nahe, doch Präsident Trump übt öffentlich Druck auf die Notenbank aus und fordert Zinssenkungen – zuletzt auf bis zu 1 Prozent.
Trump argumentiert, die USA zahlten im Vergleich zu europäischen Ländern wie Deutschland, Griechenland oder Italien unverhältnismäßig hohe Zinsen. Der neue Fed-Präsident gilt als dem Weißen Haus nahestehend, was die Unabhängigkeit der Notenbank in Frage stellt.
Für Anleger ist die Zinsentwicklung laut Bruns das entscheidende Risiko: Sollten zehnjährige US-Anleihen eine Rendite von über 6 Prozent erreichen, könnten Investoren beginnen, Aktien zugunsten festverzinslicher Wertpapiere umzuschichten. Noch sei es nicht so weit – aber der Zinsanstieg bleibe der „Hauptfeind der Aktienanlage”.
Börsengänge und KI-Boom prägen das vierte Quartal
Trotz aller Risiken sieht Bruns für die US-Märkte im Schlussquartal auch Chancen. Erwartet wird unter anderem der Börsengang von Tropic, der mit einer angestrebten Bewertung von 2 Billionen Dollar als möglicher Lackmustest für den KI-Hype gilt.
Weitere Börsengänge aus dem Internet- und KI-Sektor sollen das vierte Quartal dominieren und Aufmerksamkeit auf die Märkte lenken. Vergleiche mit dem SpaceX-IPO zeigen, dass solche Ereignisse zwar für große Schlagzeilen sorgen, am Ende aber auch erheblichen Rückenwind für die Börse generieren können.
Die Gesamtlage für US-Aktien bleibt damit zweigeteilt: Kurzfristig bieten Börsengänge und ein mögliches Ende des Iran-Konflikts Auftrieb, während steigende Zinsen und politische Unsicherheiten rund um die Midterms als strukturelle Belastungsfaktoren bestehen bleiben. Anleger sind gut beraten, die Zinsentwicklung genau im Blick zu behalten.
Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.