Lady Gaga wirbt für Supermarkt-Jobs in Japan
Lady Gaga räumt Regale ein und putzt Böden: Mit einem Werbespot für Family Mart kämpft der Popstar gegen den akuten Arbeitskräftemangel in Japan.
Dieses Video wurde am 30.09.2026 von ntv Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Mit High Heels durch die Supermarktgänge: Lady Gaga räumt Regale ein, putzt Böden und wirbt auf Japanisch für einen Job bei der Handelskette Family Mart. Der ungewöhnliche Werbespot zeigt, wie verzweifelt japanische Unternehmen inzwischen nach neuen Mitarbeitenden suchen müssen — und wie teuer prominente Überzeugungsarbeit geworden ist.
Lady Gaga als Supermarkt-Aushilfe: Der Werbespot
Im Werbeclip wuselt der Popstar durch die Filiale einer der größten japanischen Convenience-Store-Ketten. Sie stapelt Lebensmittel, wischt den Boden und absolviert das klassische Aufgabenspektrum einer Teilzeitkraft — auf derart hohen Absätzen, dass eine reale Schicht wohl kaum durchzuhalten wäre.
„Warum nicht für Family Mart arbeiten?”, fragt Lady Gaga direkt in die Kamera, auf Japanisch. Die Botschaft ist unmissverständlich: Das Unternehmen sucht händeringend Personal. Dass dafür ein globaler Megastar engagiert wird, spricht für sich.
Family Mart: Knapp 10.500 Stellen unbesetzt
Der Bedarf ist enorm. Family Mart betreibt mehr als 16.000 Filialen im ganzen Land — und fehlt derzeit rund 10.500 Teilzeitkräfte. Das Geschäftsmodell der Convenience Stores setzt auf Öffnungszeiten rund um die Uhr, körperlich anstrengende Arbeit und ein vergleichsweise niedriges Gehalt. Unter diesen Bedingungen Personal zu finden, wird immer schwieriger.
Die Kombination aus langen Arbeitszeiten, geringem Lohn und physischer Belastung macht den Einzelhandel für viele Japanerinnen und Japaner unattraktiv. Ein Weltstar als Werbegesicht soll das Image aufpolieren und neue Bewerberinnen und Bewerber ansprechen.
Demografischer Wandel treibt den Arbeitskräftemangel
Die Kampagne ist symptomatisch für eine tiefgreifende Krise auf dem japanischen Arbeitsmarkt. Die Ursache liegt im demografischen Wandel: Japans Bevölkerung altert und schrumpft in einem historisch beispiellosen Tempo.
- Zu Beginn des Jahres 2026 wurden knapp 120 Millionen japanische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger gezählt.
- Das ist der niedrigste Stand seit Beginn der Bevölkerungserhebung.
- Landesweit sind derzeit rund 800.000 Stellen unbesetzt.
- Besonders betroffen sind Branchen mit körperlicher Arbeit und Schichtdienst.
Der Rückgang der erwerbsfähigen Bevölkerung zwingt Unternehmen aus allen Sektoren, kreative und kostspielige Wege zu gehen, um Arbeitskräfte zu gewinnen.
Warum Lady Gaga in Japan eine besondere Strahlkraft hat
Die Wahl der Werbeikone ist strategisch klug. Lady Gaga gehört in Japan zu den beliebtesten internationalen Stars überhaupt. Ihre Fangemeinde ist groß, ihre Präsenz in der Popkultur des Landes seit Jahren etabliert. Family Mart setzt darauf, dass die emotionale Verbindung zwischen Fans und Star die Hemmschwelle senkt, sich für einen Teilzeitjob im Einzelhandel zu bewerben.
Ob die Kampagne tatsächlich genug neue Bewerbungen generiert, bleibt abzuwarten. Sie macht jedoch deutlich, dass der Fachkräftemangel in Japan längst auch die einfachsten Dienstleistungsjobs erfasst hat. Wenn selbst Supermärkte auf globale Popstars zurückgreifen müssen, um offene Stellen zu besetzen, ist die Lage ernst.
Japan steht damit stellvertretend für eine Herausforderung, mit der viele alternde Gesellschaften weltweit konfrontiert sind — der Wettbewerb um Arbeitskräfte wird auch in anderen Ländern zunehmen, und die Kreativität bei der Personalgewinnung dürfte weiter wachsen.
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