Monday, 5. October 2026
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Anthropic IPO

Ölkrise durch Hormus: Märkte unter Druck

Saudi Aramco warnt vor massiver Ölknappheit durch die blockierte Straße von Hormus. Was das für Inflation, Zinsen und den DAX im vierten Quartal bedeutet.

Redaktion · 5. October 2026, 15:30 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 05.10.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die Straße von Hormus bleibt ein globaler Krisenherd mit weitreichenden wirtschaftlichen Folgen. Der saudi-arabische Ölkonzern Saudi Aramco hat auf der Konferenz von Energy Intelligence in London eindringlich vor einer anhaltenden Rohstoffknappheit gewarnt. Konzernchef Amin Nasser erklärte, dass die Wiederauffüllung der weltweit angezapften Ölreserven bis zu zwei Jahre dauern könnte – solange die Meerenge nicht vollständig geöffnet sei und das Marktvertrauen nicht zurückkehre.

Ölversorgung: Milliardendefizit bei Angebot und Reserven

Seit Beginn des Konflikts ist das globale Ölangebot laut Aramco um fast 3 Milliarden Barrel geschrumpft. Gleichzeitig wurde bereits eine Milliarde Barrel aus strategischen und kommerziellen Lagerbeständen freigegeben, um die Versorgung zu stützen.

Besonders besorgniserregend ist die Zusammensetzung des bisherigen Lagerabbaus: Der Großteil stammt aus kommerziellen Beständen. Die verbleibenden rund 6 Milliarden Barrel in den weltweiten Lagern gelten als faktisch nicht verfügbar – sie sind entweder strategisch reserviert oder logistisch schwer zugänglich.

Diese Warnung trieb den Ölpreis am Handelstag unmittelbar ins Plus. Die wichtigsten Folgen auf einen Blick:

  • Ölpreis dreht von minus in plus, Aufschlag von rund 0,6 Prozent
  • Anleihrenditen ziehen wieder an
  • DAX gibt moderat nach (minus 0,06 Prozent)
  • G7-Staaten diskutieren Freigabe von Diesel-Reserven
  • Wiederauffüllung der Reserven könnte bis zu zwei Jahre dauern

Inflation und Zinspolitik: Öldruck erreicht die Notenbanken

Ulrich Stefan, Anlagestratege der Deutschen Bank, sieht eine enge Wechselwirkung zwischen dem Ölpreis und den Kapitalmärkten. Es bestehe eine hohe Korrelation zwischen dem Rohölpreis und den amerikanischen zehnjährigen Staatsanleihen – den sogenannten US Treasuries. Steigende Ölpreise treiben demnach die Inflationserwartungen und damit das lange Ende der Zinskurve nach oben.

Allerdings gebe es eine wichtige Gegenkraft: Sowohl Kevin Warsh, ein möglicher Fed-Kandidat, als auch EZB-Chefvolkswirt Philip Lane haben darauf hingewiesen, dass hohe Kapitalmarktzinsen der Notenbank einen Teil der geldpolitischen Arbeit bereits abnehmen. Stefan geht daher davon aus, dass die derzeit eingepreisten Zinssenkungserwartungen – mehr als drei Schritte in den USA und mindestens zwei in Europa – möglicherweise zu optimistisch sind.

DAX und Börsenausblick: Hoffnung auf ein starkes Jahresende

Für den DAX hält Stefan ein gutes Jahresende für möglich – setzt aber auf eine Beruhigung rund um die US-Midterm-Wahlen und einen Blick der Märkte in Richtung 2027. Die OECD hat zwar ihre Wachstumserwartungen für 2026 leicht gesenkt, die Prognosen für 2027 jedoch angehoben. Das vierte und erste Quartal seien zudem historisch starke Börsenphasen.

Bei der Portfoliopositionierung empfiehlt Stefan breite Diversifikation: neben Aktien aus den Bereichen Technologie, Industrie und Finanzwerte auch Staatsanleihen und Unternehmensanleihen guter Bonität. Das frühere TINA-Prinzip – „There is no alternative” zu Aktien – gelte am Rentenmarkt nicht mehr.

Ein weiterer Börsentest steht im November an: Der geplante Börsengang von Anthropic, dem KI-Unternehmen, das mit rund 2 Billionen Dollar bewertet werden soll, gilt als Lackmustest für den KI-Boom. In der laufenden Berichtssaison erwarten Analysten Gewinnwachstum von rund 30 Prozent in den USA und knapp 20 Prozent in Europa – der Großteil davon getrieben durch Künstliche Intelligenz.

Schneider Electric übernimmt PTC für über 20 Milliarden Euro

Abseits der Energiekrise sorgt eine milliardenschwere Übernahme für Aufsehen: Der französische Technologiekonzern Schneider Electric hat ein Übernahmeangebot von mehr als 20 Milliarden Euro für das US-Softwarehaus PTC vorgelegt. Der gebotene Preis von 205 Dollar je Aktie entspricht einem Aufschlag von über 42 Prozent gegenüber dem letzten Schlusskurs.

Schneider Electric, einst bekannt für Industriekomponenten wie Sicherungen und Schutzschalter, hat sich zuletzt als Ausrüster von Rechenzentren mit Kühlanlagen und Stromverteilungssystemen neu positioniert. Dank des KI-Infrastrukturbooms meldete das Unternehmen im Juli ein Rekordergebnis und hob die Umsatzprognose für 2026 an. Die Börsenreaktion fiel zweigeteilt aus: Während PTC mit einem Plus von rund 33 Prozent profitierte, wurde Schneider Electric selbst abgestraft.

Die Entwicklungen rund um Hormus, Inflation, Zinsen und KI-Investitionen machen das vierte Quartal 2026 zu einer der spannendsten Börsenphasen seit Jahren. Anleger stehen vor der Herausforderung, geopolitische Risiken und technologische Chancen in einer zunehmend volatilen Gemengelage zu balancieren.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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