Thursday, 29. October 2026
Alphabet

Alphabet und Microsoft: KI-Wette unter dem Brennglas

Alphabets Aktie bricht um 11 % ein, Microsoft steigt um 4 %: Was die Quartalszahlen über die Rentabilität von KI-Investitionen verraten – und was nicht.

Redaktion · 29. October 2026, 17:36 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 29.10.2026 von Handelsblatt auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die Frage, ob sich die milliardenschweren KI-Investitionen der großen Technologiekonzerne lohnen, steht seit Wochen im Mittelpunkt der Anlegeraufmerksamkeit. Die Quartalszahlen von Alphabet und Microsoft vom 28. Oktober 2026 haben darauf noch keine eindeutige Antwort geliefert – aber sie zeigen deutlich, welche unterschiedlichen Strategien die beiden Konzerne verfolgen und warum der Markt so verschieden darauf reagiert hat.

Alphabet: KI-Suche drückt auf das Werbegeschäft

Alphabets Aktie verlor zeitweise bis zu 11 Prozent an Wert – ein klares Signal, dass Investoren beunruhigt sind. Der Gesamtumsatz lag bei 127,6 Milliarden Dollar und verfehlte damit die Analystenerwartungen von 128,2 Milliarden nur knapp. Doch die Aufschlüsselung ist entscheidend: Die Suchwerbung, die nach wie vor rund die Hälfte des Gesamtumsatzes ausmacht, schwächelt.

Der Kern des Problems: Die KI-gestützte Google-Suche lässt sich deutlich schwerer monetarisieren als das klassische Suchmaschinenmodell mit blauen Links und Textanzeigen. Je mehr Nutzer auf die neue KI-Suche umsteigen, desto stärker gerät das traditionelle Werbegeschäft unter Druck.

Hinzu kommen massiv gestiegene Ausgaben für Rechenzentren, die höher ausfielen als von Analysten erwartet. Besonders auffällig: Der Free Cashflow brach um 9,1 Milliarden Dollar ein – Analysten hatten lediglich mit einem Minus von 36 Millionen gerechnet. Es war damit bereits das zweite Quartal in Folge mit negativem freiem Cashflow – ein historisches Novum seit dem Börsengang des Unternehmens.

Der Gewinn je Aktie fiel mit 2,12 Dollar deutlich geringer aus als im Vorjahreszeitraum, was unter anderem auf Bewertungsverluste bei der SpaceX-Beteiligung in Höhe von 8,7 Milliarden Dollar zurückzuführen ist.

Microsoft: Vorsichtigere Strategie, bessere Reaktion

Microsoft hingegen legte nach Börsenschluss um rund 4 Prozent zu. Der Konzern verfolgt eine defensivere Herangehensweise an den KI-Ausbau: Statt massiv in eigene Recheninfrastruktur zu investieren, setzt Microsoft verstärkt auf externe Kapazitäten und die Partnerschaft mit OpenAI.

Die Cloud-Sparte wuchs deutlich, wenngleich die genaue Profitabilität des Segments schwer zu beziffern ist. Parallel dazu kündigte Microsoft an, rund 60.000 Mitarbeitenden – etwa einem Viertel der globalen Belegschaft – Abfindungsangebote zu unterbreiten. Konzernchef Satya Nadella setzt damit klar auf Effizienzsteigerung.

Gegenüber Alphabet hat Microsoft den Vorteil einer breiter diversifizierten Einnahmebasis: Windows-Betriebssystem, Office-Software und Cloud-Dienste bilden ein stabiles Fundament, das kurzfristig weniger durch den KI-Wandel bedroht ist.

Zwei Philosophien, ein offenes Rennen

Der Vergleich beider Konzerne offenbart zwei grundlegend verschiedene Strategien:

  • Alphabet entwickelt eigene Chips, baut massiv eigene Rechenzentren aus und konkurriert direkt mit KI-Anbietern wie Anthropic und OpenAI.
  • Microsoft kooperiert eng mit OpenAI, investiert selektiver und versucht, Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern zu reduzieren.
  • Alphabet geht höhere Risiken ein, hat aber laut Experten auch größeres langfristiges Potenzial.
  • Microsoft agiert konservativer und schützt sich damit besser für den Fall, dass die KI-Investitionswelle in eine Blase mündet.

Interessant ist in diesem Kontext ein Blick auf Anthropic: Das KI-Unternehmen legte kürzlich seinen Börsenprospekt vor und meldete für das zweite Quartal 2026 erstmals einen operativen Gewinn – erzielt durch effizienteren Einsatz von Rechenkapazitäten. Das ist ein erstes positives Signal, dass KI-Geschäftsmodelle profitabel werden können.

Zinsentscheide und Überraschung aus Frankfurt

Parallel zur Berichtssaison gab es zwei wichtige geldpolitische Entscheidungen. Sowohl die Europäische Zentralbank (EZB) als auch die US-Notenbank Fed ließen ihre Leitzinsen unverändert. Die Fed hält den Zinssatz stabil bei 3,75 bis 4 Prozent; die EZB signalisierte jedoch deutlich, dass eine Zinserhöhung im Dezember sehr wahrscheinlich sei – da die Inflation im Euroraum auf 3,8 Prozent gestiegen ist.

Für Aufsehen sorgte EZB-Chefin Christine Lagarde mit der Ankündigung, ihren Posten bereits im Februar niederzulegen – neun Monate vor dem regulären Ende ihrer Amtszeit. Als Begründung nannte sie den Wunsch, sich in Zeiten bevorstehender Wahlen in Europa – darunter in ihrer Heimat Frankreich – frei äußern zu können. Als mögliche Nachfolger gelten Klaas Knot, früherer Notenbankchef der Niederlande, sowie Pablo Hernández de Cos, derzeit Chef der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich.

Die Märkte reagierten auf die Zinsentscheide verhalten: Der DAX verteidigte seine Gewinne von rund 1,5 Prozent und überstieg erstmals seit sieben Wochen die Marke von 26.000 Punkten. An der Wall Street dominierten dagegen rote Zahlen, hauptsächlich bedingt durch die Reaktionen auf die Unternehmensberichte im Technologiesektor.

Ob Alphabets riskante All-in-Strategie bei KI langfristig aufgeht oder Microsoft mit seinem bedächtigeren Kurs die Nase vorn haben wird, bleibt offen. Die Quartalszahlen liefern lediglich eine Momentaufnahme – die eigentliche Entscheidung darüber, welches Modell sich durchsetzt, dürfte erst in den kommenden Jahren fallen.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (Handelsblatt). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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