Dieses Video wurde am 17.08.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Am Flughafen München ist es zu einem gefährlichen Zwischenfall mit einem Boeing Dreamliner der Vietnam Airlines gekommen. Die vollbesetzte Maschine mit 259 Menschen an Bord hob beim Start nur knapp rechtzeitig ab, streifte dabei mit dem Heck den Boden und musste anschließend notlanden. Verletzt wurde niemand – doch der Vorfall wirft erneut Fragen zur Flugsicherheit auf.
Dramatischer Start: Heck schleift über die Startbahn
Das Flugzeug befand sich auf dem Weg nach Hanoi, als der Pilot auf der Startbahn Fahrt aufnahm. Der vollgetankte Boeing 787 Dreamliner hob erst kurz hinter dem Ende der Piste ab – zu spät, um einen Bodenkontakt zu vermeiden. Das Heck des Jets schlug dabei auf dem Untergrund auf, ein Vorgang, der in der Luftfahrt als „Tail Strike” bezeichnet wird und als ernstes Sicherheitsereignis gilt.
Ein Tail Strike kann strukturelle Schäden am Rumpf verursachen, die die Integrität des Flugzeugs gefährden. Für die Passagiere und die Besatzung war der Moment des Abflugs damit alles andere als routinemäßig.
Zwei Stunden Warteschleife: Treibstoff verbrennen vor der Notlandung
Nach dem missglückten Start entschied sich der Pilot dazu, nicht sofort nach München zurückzukehren. Stattdessen kreiste die Maschine rund zwei Stunden lang über der Region. Der Grund: Das Flugzeug war vollgetankt und damit deutlich schwerer als das zulässige Landegewicht.
Durch das Abbrennen von Kerosin in der Luft sollte das Gewicht auf ein sicheres Niveau reduziert werden, bevor eine Rückkehr zum Flughafen möglich war. Dieses Verfahren ist in der Luftfahrt üblich, wenn eine außerplanmäßige Landung kurz nach dem Start erforderlich wird.
Reifenplatzer bei der Rückkehr: Weitere Komplikationen bei der Landung
Die Schwierigkeiten endeten nicht mit dem Aufsetzen. Bei der Landung am Flughafen München platzten die Reifen auf der linken Fahrwerkseite – eine weitere kritische Situation, die eine schnelle Reaktion von Besatzung und Bodenpersonal erforderte.
Trotz der Häufung gefährlicher Ereignisse blieben alle 259 Personen an Bord unverletzt. Rettungskräfte und Feuerwehr waren vorsorglich am Boden im Einsatz.
Der Zwischenfall lässt sich in einer Reihe kritischer Momente zusammenfassen:
- Zu spätes Abheben am Ende der Startbahn
- Bodenkontakt des Hecks (Tail Strike)
- Zweistündige Warteschleife zum Treibstoffabbau
- Reifenplatzer auf der linken Fahrwerkseite bei der Landung
- Keine Verletzten unter den 259 Insassen
Ursache noch unklar – Ermittlungen laufen
Die genaue Ursache für den Startbahnzwischenfall ist noch nicht bekannt. Behörden und Unfalluntersuchungsstellen haben Ermittlungen eingeleitet. Dabei werden unter anderem die Flugdatenschreiber ausgewertet sowie die Zustände auf der Startbahn, die Beladung und die technischen Systeme der Maschine unter die Lupe genommen.
Für Vietnam Airlines und den Flugzeughersteller Boeing kommt der Vorfall zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Der US-Konzern steht seit Jahren unter erhöhtem Sicherheitsdruck, nachdem mehrere Zwischenfälle das Vertrauen in das Unternehmen erschüttert haben. Ob der Münchner Vorfall auf ein technisches Problem, einen Pilotenfehler oder äußere Umstände zurückzuführen ist, wird die Untersuchung zeigen.
Fest steht: Trotz einer bemerkenswerten Abfolge kritischer Ereignisse endete dieser Zwischenfall glimpflich. Die Ergebnisse der Untersuchung dürften dennoch wichtige Konsequenzen für Sicherheitsstandards und -verfahren haben.
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