DAX-Analyse: Infineon, Elmos & Renk im Check
Infineon erhält Hochstufung, Elmos sichert Produktionskapazitäten und Renk lockt mutige Anleger: Die wichtigsten DAX-Aktien im Überblick zum Hexensabbat.
Dieses Video wurde am 18.09.2026 von DER AKTIONÄR TV auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Zum Hexensabbat am 18. September steht der DAX leicht unter Druck – rund 109 Punkte im Minus zur Eröffnung. Zugleich sorgen mehrere Analystenurteile und Unternehmensmeldungen für Bewegung bei einzelnen Titeln. Im Mittelpunkt der DAX-Analyse stehen Halbleiterwerte wie Elmos Semiconductor, Infineon und Siltronic, der Rüstungskonzern Renk sowie Softwarewert Nemetschek und Maschinenbauer Wacker Neuson.
Marktumfeld: Fed-Entscheidung und Ölpreis beflügeln die Stimmung
Der DAX konnte in den Vortagen nach der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed kräftig zulegen und stieg von rund 25.200 auf 25.700 Punkte. Rückenwind kam auch vom fallenden Ölpreis: Die Lage an den Energiemärkten entspannt sich, nachdem Berichte über eine schnellere Wiederinbetriebnahme von Infrastruktur in Saudi-Arabien kursierten. Die deutschen Anleiherenditen liegen wieder unter der 3,5-Prozent-Marke, in den USA notieren sie knapp unter 5 Prozent.
Zusätzlich hob die Bank of Japan ihren Leitzins um 25 Basispunkte an – da die Entscheidung nicht einstimmig fiel, interpretierten Märkte sie als vergleichsweise moderat („taubenhaft”) und reagierten mit Kursgewinnen in Tokio.
Heute, am großen Verfallstag, laufen um 12 Uhr Indexoptionen aus, um 13 Uhr folgen die Aktienoptionen. Anleger sollten ungewöhnliche Kursschwankungen bei einzelnen Titeln einkalkulieren, die nicht zwingend auf Unternehmensnachrichten zurückzuführen sind.
Elmos Semiconductor und Siltronic: Kapazitäten im Fokus
Elmos Semiconductor hat einen Liefervertrag für die Chipfertigung in Dortmund bis mindestens 2028 verlängert und ausgeweitet. Der Schritt sichert dem Automobilhalbleiter-Spezialisten den Zugang zu dringend benötigten Wafer-Kapazitäten – ein knappes Gut, das nicht nur durch die hohe Nachfrage aus der Automobilindustrie, sondern auch durch den boomenden Bedarf aus dem KI- und Rechenzentrumsbereich unter Druck steht.
Charttechnisch hat die Elmos-Aktie nach einer Korrektur von rund 30 Prozent unterhalb der 140-Euro-Marke eine Bodenbildung begonnen. Der kurzfristige Abwärtstrend wurde gebrochen, jedoch ohne große Dynamik. Entscheidend wäre ein Überwinden der 50-Tage-Linie, das Anschlusskäufe auslösen könnte.
Ähnlich stellt sich die Lage bei Siltronic dar: Die UBS erhöhte das Kursziel von 105 auf 120 Euro und begründet dies mit höheren Verkaufspreisen und einer zunehmend knapper werdenden Angebotsseite. Die wichtige charttechnische Hürde liegt bei 80 Euro.
Infineon und Nemetschek: Analysten sehen Einstiegschancen
Für Infineon kommt die Hochstufung auf „Outperform” durch das Analysehaus Baird. Nach einer Kurskorrektur von über 90 Euro auf rund 54 Euro gilt die Bewertung wieder als attraktiv. Die Analysten sehen hervorragende Aussichten für das kommende Geschäftsjahr. Wer einen engen Stoppkurs unterhalb von 54 Euro platziert, erhält ein günstiges Chance-Risiko-Verhältnis.
Bei Nemetschek bestätigte die Berenberg Bank ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 115 Euro. Obwohl die Aktie aktuell bei rund 60 Euro notiert, hob die Bank das organische Umsatzwachstum von 15,7 Prozent im ersten Halbjahr hervor und sieht Spielraum für eine Anhebung der Wachstumsprognose (bisher 14–15 Prozent). Charttechnisch könnte ein Überwinden der 70-Euro-Marke ein starkes Kaufsignal sein.
- Infineon: Hochstufung auf „Outperform”, attraktive Bewertung nach -40%-Korrektur
- Nemetschek: Organisches Umsatzwachstum von 15,7 % im ersten Halbjahr
- Wachstumsprognose von 14–15 % könnte angehoben werden
- Softwareaktien profitieren von nachlassenden KI-Disruptions-Ängsten
Renk und Wacker Neuson: Rüstung und Konjunktur als Treiber
Renk steht nach einer Kursskorrektur von rund 57 Prozent seit dem Oktober-Hoch wieder auf dem Radar von Goldman Sachs, die ein Kursziel von 65 Euro bestätigen. Die Aktie markierte mit rund 39,30 Euro ein neues Tief seit April. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für das Geschäftsjahr 2027 liegt bei 22 – relativiert wird dies durch ein erwartetes EPS-Wachstum von rund 90 Prozent (von 1 Euro in 2025 auf 1,90 Euro in 2027). Mutige Anleger können mit einem engen Stoppkurs bei 38 Euro einsteigen.
Wacker Neuson spiegelt die leichte Konjunkturerholung in Europa wider. Ein technisches Golden Cross – die 50-Tage-Linie hat die 200-Tage-Linie nach oben gekreuzt – liefert ein positives Langzeitsignal. Die Aktie nähert sich dem Dreijahreshoch bei rund 26 Euro. Gelingt der Ausbruch, eröffnet sich Potenzial bis 30 Euro. Wer noch nicht investiert ist, sollte den Titel zumindest auf die Watchlist setzen.
Insgesamt bleibt der Markt in einer technisch entscheidenden Phase: Ob DAX-Werte wie Infineon und Elmos die relevanten Widerstände überwinden und die Erholung bei Rüstungs- und Softwareaktien nachhaltig ist, wird sich in den kommenden Wochen zeigen – nicht zuletzt abhängig von der weiteren Entwicklung bei Renditen und Energiepreisen.
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