Bundeswehr-Radpanzer: Was der neue Rheinmetall-Panzer kann
Der neue Bundeswehr-Radpanzer von Rheinmetall ist schwer bewaffnet, fast 39 Tonnen schwer und soll an der NATO-Ostflanke im Baltikum eingesetzt werden.
Dieses Video wurde am 17.09.2026 von BILD auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Bundeswehr erhält ein neues Schwergewicht auf Rädern: Der Bundeswehr-Radpanzer von Rüstungskonzern Rheinmetall ist schwer bewaffnet, geländetauglich und soll die Schlagkraft der deutschen Infanterie deutlich steigern. 123 Fahrzeuge wurden bestellt, ein möglicher Einsatz an der NATO-Ostflanke im Baltikum ist bereits angedacht. Das Gesamtvolumen des Auftrags inklusive Service beläuft sich auf rund 2,7 Milliarden Euro.
Technische Daten: Schnell, stark und gut gepanzert
Der neue Radpanzer beeindruckt mit seiner Kombination aus Schutz, Mobilität und Feuerkraft. Mit einem Gewicht von knapp 39 Tonnen und einem 710-PS-Antrieb erreicht das Fahrzeug Straßengeschwindigkeiten von bis zu 100 km/h – ein deutlicher Leistungssprung gegenüber älteren Systemen.
Die wichtigsten technischen Eckdaten auf einen Blick:
- Gewicht: fast 39 Tonnen
- Motorleistung: 710 PS
- Höchstgeschwindigkeit: bis zu 100 km/h
- Hauptbewaffnung: 30-mm-Maschinenkanone
- Panzerabwehr-Lenkflugkörper: Reichweite bis zu 4 km
Das Fahrzeug ist damit deutlich leistungsfähiger als sein Vorgänger, der ältere und erheblich kleinere Transportpanzer Dingo, den es ablösen soll.
Herzstück: Maschinenkanone und Panzerabwehrraketen
Das taktische Kernelement des neuen Radpanzers ist seine 30-mm-Maschinenkanone. Mit ihr lassen sich feindliche Infanterie, befestigte Stellungen und leicht gepanzerte Gefechtsfahrzeuge effektiv bekämpfen. Die Kanone bietet dabei eine hohe Kadenz und Präzision auch in der Bewegung.
Ergänzt wird die Feuerkraft durch Panzerabwehr-Lenkflugkörper mit einer Reichweite von bis zu vier Kilometern. Damit kann der Radpanzer auch schwer gepanzerte Ziele auf große Distanz ausschalten – eine Fähigkeit, die dem Vorgängermodell fehlte.
Hinzu kommt eine deutlich erhöhte Munitionskapazität, die längere Einsätze ohne Nachversorgung ermöglicht und die Durchhaltefähigkeit der Infanterie im Gefecht verbessert.
Nato-Ostflanke im Baltikum als möglicher Einsatzraum
Angesichts der veränderten Sicherheitslage in Europa rückt der mögliche Einsatz des Radpanzers an der NATO-Ostflanke in den Fokus. Besonders das Baltikum gilt als potenzieller Einsatzraum, wo die Bundeswehr im Rahmen der Enhanced Forward Presence der NATO bereits Truppen stationiert hat.
Dort könnten die neuen Fahrzeuge eine entscheidende Rolle spielen: Sie bieten der Infanterie mehr Schutz bei schnellen Verlegungen und erhöhen die Reaktionsfähigkeit der deutschen Verbände in der Region erheblich. Der Radpanzer ist für genau solche Szenarien konzipiert – geländegängig, schnell und mit ausreichend Feuerkraft für symmetrische Bedrohungslagen.
Produktion und Beschaffung: Rheinmetall und Australien
Den Auftrag für die 123 Fahrzeuge erhielt der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall. Der Gesamtwert des Vertrags, der neben der Fahrzeuglieferung auch Servicekomponenten umfasst, liegt bei rund 2,7 Milliarden Euro.
Bemerkenswert ist der Produktionsort: Ein Großteil der Radpanzer wird in Australien gefertigt, wo Rheinmetall über entsprechende Fertigungskapazitäten verfügt. Dies unterstreicht die globale Ausrichtung des Konzerns und seine Rolle als einer der bedeutendsten Rüstungslieferanten im NATO-Umfeld.
Nun steht der neue Radpanzer vor seiner eigentlichen Bewährungsprobe: dem Truppenalltag. Ausbildung, Wartung und die Integration in bestehende Verbände werden zeigen, ob das Fahrzeug die hohen Erwartungen erfüllt. Angesichts der wachsenden Anforderungen an die Bundeswehr und die NATO-Bündnisverteidigung kommt dieser Schritt zur richtigen Zeit.
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