CDU in der Krise: Union fällt auf 20 Prozent

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Dieses Video wurde am 17.08.2026 von NIUS auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die CDU Krise verschärft sich dramatisch: In aktuellen Umfragen liegt die Union bundesweit nur noch bei 20 Prozent – dem schlechtesten Wert seit der Gründung der Bundesrepublik 1949. Rechnet man die CSU heraus, verbleiben für die CDU allein nur noch rund 16 Prozent. Aus der Partei ist kein geschlossener Aufschrei zu hören. Stattdessen herrschen Lethargie, Ratlosigkeit und wachsende Wut – die sich zunehmend gegen Parteichef und Bundeskanzler Friedrich Merz richtet. Einflussreiche Funktionäre setzen ihm nun öffentlich die Pistole auf die Brust.

Historischer Absturz: CDU auf dem Tiefpunkt seit 1949

Der aktuelle Umfragewert markiert einen historischen Einschnitt. Selbst in der Coronazeit war die Union unter Angela Merkel nur kurzzeitig auf 18 Prozent gefallen – damals galt das bereits als Alarmsignal. Heute liegt die Partei dauerhaft darunter, und eine Trendwende ist nicht in Sicht.

Insider beschreiben die Stimmung in der Partei mit drastischen Worten: Die Union bewege sich wie eine „Schafherde auf dem Weg zum Schlachthof” – ohne Mut und ohne klare Mission. CDU-Abgeordnete in den Ländern berichten hinter vorgehaltener Hand von Angst vor dem Wahlkampf. Ein Parlamentarier aus Sachsen-Anhalt formulierte es offen: Er wisse schlicht nicht mehr, womit er Wählerinnen und Wähler noch von der CDU überzeugen solle.

Der renommierte CDU-Politiker Wolfgang Reinhard bezeichnete sich in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung als „gnadenlos enttäuscht” von Merz – ein öffentlicher Vertrauensentzug, der unter normalen Umständen einem politischen Erdbeben gleichkäme.

Merz ohne Profil: Wofür steht der Kanzler?

Ein zentrales Problem ist das fehlende inhaltliche Profil des Bundeskanzlers. Fragt man Unionswähler, wofür Friedrich Merz persönlich steht, was seine politischen Stärken und fundamentalen Überzeugungen sind, fällt die Antwort schwer. Kritiker werfen ihm vor, zu sprunghaft zu agieren – heute eine Position, morgen eine andere.

Hinzu kommt eine inhaltliche Entkernung der Partei: Die CDU, so die Einschätzung von Beobachtern, ist in langer Tradition der Ära Merkel endgültig zur zweiten sozialdemokratischen Partei geworden. Als Beispiel gilt die Verteidigung der Rente mit 63, die die Union eigentlich stets abgelehnt hatte. Positionen, die einst als christdemokratisches Markenkern galten – wirtschaftliche Vernunft, konservative Wertepolitik, Bürokratieabbau – finden sich heute eher bei anderen Parteien.

Die Folge: Frühere CDU-Wähler wandern ab. Ein erheblicher Teil wechselt zur AfD, die im Parlament inzwischen konservativere und rechtere Positionen besetzt als die CDU selbst – ein Phänomen, das Franz Josef Strauß einst mit seinem Grundsatz verhindert hatte, rechts von der CDU dürfe keine Partei existieren.

Koalitionsbruch als Ausweg? Die SPD-Frage

Innerhalb der CDU wächst die Forderung, den Koalitionspartner SPD aus der Regierung zu drängen. Doch Analysten halten diesen Schritt für wenig zielführend. Die Gründe:

  • Die Personaldecke der Union ist zu dünn, um alle SPD-Ministerien – darunter Finanzen, Arbeit und Entwicklung – mit eigenen Leuten zu besetzen.
  • Eine Minderheitsregierung der Union hätte keine eigene Mehrheit im Bundestag.
  • Wegen der Brandmauer nach rechts und eines Unvereinbarkeitsbeschlusses gegenüber der Linkspartei blieben als Mehrheitsbeschaffer faktisch nur die Grünen übrig.
  • Die FDP ist nicht mehr im Bundestag vertreten und fällt als parlamentarischer Partner aus.

Ein Koalitionsbruch würde die Union damit praktisch handlungsunfähig machen und wäre nach Einschätzung von Experten eher ihr Ende als ihre Rettung.

Wähler verloren – möglicherweise für immer

Besonders alarmierend ist die demografische Dimension der CDU-Krise. Die verbliebene Stammwählerschaft ist überdurchschnittlich alt. Junge Wählerinnen und Wähler finden in der Union kaum mehr eine politische Heimat. Gleichzeitig drängen mehrere Parteien von links und rechts auf den Raum, den die CDU einst dominierte.

Auch die geplante Steuerreform, intern ausgehandelt vom damaligen Kanzleramtschef und jetzigen CDU-Generalsekretär Thorsten Frei, gilt als wenig überzeugend: Statt massiver Entlastungen enthält sie auch neue Belastungen. Kritiker bezweifeln, dass das Vorhaben den parteiinternen Widerstand überstehen wird – ähnlich wie bereits die Rentenreform gescheitert ist.

Ob ein Führungswechsel, etwa hin zu NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst, die Trendwende bringen könnte, bleibt fraglich: Auch Wüst stehe nicht für einen wirtschaftsfreundlicheren Kurs, so die Kritik. Die Union steht damit vor einer Frage, auf die sie bislang keine überzeugende Antwort gefunden hat: Mit welchen Inhalten und für welche Wähler will sie in Zukunft noch antreten?

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