Dieses Video wurde am 17.08.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Jared Kushner, Schwiegersohn und Nahost-Unterhändler von US-Präsident Donald Trump, hat in Ägypten offenbar direkte Gespräche mit Vertretern der Hamas geführt. Im Mittelpunkt stand die Zukunft des Gazastreifens. Das Treffen wurde vom ägyptischen Geheimdienst vermittelt – und es offenbart eine tiefe Spaltung: Während die Hamas den Gaza-Friedensplan Trumps grundsätzlich begrüßt, lehnt Israel ihn weiterhin kategorisch ab.
Ägypten als Vermittler: Kushners Geheimgespräche mit der Hamas
Das Treffen zwischen Kushner und Hamas-Mitgliedern fand unter Vermittlung des ägyptischen Geheimdienstes statt. Damit bewegt sich die US-Diplomatie auf ungewöhnlichem Terrain: Die Vereinigten Staaten stufen die Hamas offiziell als Terrororganisation ein. Direkte Gespräche zwischen US-Vertretern und Hamas-Funktionären sind daher diplomatisch höchst sensibel.
Ägypten spielt seit Jahren eine Schlüsselrolle als Vermittler im Nahostkonflikt und unterhält Kanäle zu allen beteiligten Parteien. Dass Kairo nun auch als Brücke zwischen der Trump-Administration und der Hamas fungiert, unterstreicht die zentrale Bedeutung des Landes für jede Friedenslösung im Gazastreifen.
Hamas bekennt sich zum Plan – Israel widerspricht
Die Reaktionen auf den Gaza-Friedensplan könnten gegensätzlicher kaum sein. Auf der einen Seite bekennt sich die Hamas öffentlich zu dem Vorschlag – ein bemerkenswerter Schritt für eine Organisation, die den Staat Israel grundsätzlich ablehnt. Auf der anderen Seite verweigert die israelische Regierung unter Ministerpräsident Benjamin Netanyahu weiterhin ihre Zustimmung.
Die Positionen der Konfliktparteien lassen sich wie folgt zusammenfassen:
- Hamas: Bekenntnis zum Friedensplan Trumps, Bereitschaft zu Gesprächen
- Israel: Ablehnung des Plans, keine Zustimmung der Regierung Netanyahu
- USA: Direktkontakt mit Hamas über ägyptische Vermittlung
- Ägypten: Aktive Vermittlerrolle zwischen allen Parteien
- Acht muslimische Staaten: Gemeinsame Verurteilung der israelischen Ablehnung
Muslimische Staaten verurteilen Israels Ablehnung
Vertreter von acht mehrheitlich muslimischen Staaten, darunter Ägypten, haben sich klar positioniert: Sie verurteilten die israelische Zurückweisung des Gaza-Friedensplans in einer gemeinsamen Erklärung. Dieser diplomatische Schulterschluss zeigt, wie stark der internationale Druck auf Israel in der Frage einer Nachkriegsordnung für den Gazastreifen gewachsen ist.
Die geschlossene Reaktion der muslimischen Staaten verleiht dem Friedensplan Trumps zumindest in Teilen der arabischen Welt politisches Gewicht – auch wenn die entscheidende Frage bleibt, ob Israel jemals seine Zustimmung erteilen wird.
Nächster Halt: Netanyahu – was erwartet Kushner in Israel?
Nach seinen Gesprächen in Ägypten soll Kushner auf seiner Weiterreise auch Israels Ministerpräsidenten Netanyahu treffen. Dieses Gespräch dürfte von entscheidender Bedeutung für den weiteren Verlauf der Verhandlungen sein. Netanyahu steht innenpolitisch unter erheblichem Druck aus dem rechten Lager seiner Koalition, das jegliche Zugeständnisse im Gazakonflikt strikt ablehnt.
Ob Kushner Netanyahu zu einer Kurskorrektur bewegen kann, gilt als fraglich. Die Begegnung wird dennoch genau beobachtet – nicht zuletzt, weil sie zeigen wird, wie ernst es der Trump-Administration mit dem Gaza-Friedensplan tatsächlich ist und ob Washington bereit ist, auch öffentlich Druck auf seinen engsten Verbündeten auszuüben. Die kommenden Tage werden zeigen, ob die Reise Kushners eine diplomatische Wende einleitet oder der Friedensplan vorerst Makulatur bleibt.
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