Thursday, 17. September 2026
CDU

CDU-Ministerpräsidenten stützen Merz – mit Lücken

Alle acht CDU-Ministerpräsidenten stellen sich hinter den Bundeskanzler – doch Friedrich Merz wird namentlich nicht erwähnt. Was steckt dahinter?

Redaktion · 16. September 2026, 14:30 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 16.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Alle acht CDU-Ministerpräsidenten haben eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht, in der sie sich gegen Personaldiskussionen und gegen eine Minderheitsregierung aussprechen. Das Dokument gilt als Rückendeckung für Bundeskanzler Friedrich Merz in einer politisch turbulenten Phase – enthält jedoch eine auffällige Leerstelle: Der Name Merz taucht darin kein einziges Mal auf. Gesprochen wird lediglich vom „Bundeskanzler” als Amt. Diese Formulierung löst Fragen aus und nährt Spekulationen, ob hinter dem Bekenntnis zur Stabilität auch ein stiller Vorbehalt steckt.

CDU-Ministerpräsidenten: Rückhalt mit Fragezeichen

Die gemeinsame Erklärung der acht Landesfürsten liest sich auf den ersten Blick wie ein klares Signal der Geschlossenheit. „Die Menschen können darauf vertrauen, dass wir ihre Probleme angehen”, heißt es in dem Schreiben. Die Ministerpräsidenten wollen demnach gemeinsam mit dem Bundeskanzler handeln – wobei dieser eben nicht beim Namen genannt wird.

Kritiker innerhalb der Partei werten das als bewusste Formulierung. Denn theoretisch könnte sich hinter dem Amt des Bundeskanzlers auch ein anderer Name verbergen – sollte Merz tatsächlich unter Druck geraten. Die Erklärung bietet damit maximale Flexibilität bei minimalem Bekenntnis zur Person.

Adrian Hnun, Vorsitzender des CDU-Ortsverbands Großbären in Brandenburg und Unterzeichner eines parteiinternen Brandbriefs, sieht das ähnlich: Er bewertet die Erklärung zwar als „Anfang”, betont aber, dass der gesamte Bundesvorstand noch nicht gesprochen hat. Dessen Positionierung wird erst nach den nächsten Landtagswahlen erwartet.

Merz unter Druck: Reformversprechen und Imageproblem

Parallel zur parteiinternen Debatte kämpft Friedrich Merz um Glaubwürdigkeit bei der Bevölkerung. Bei einem Auftritt vor der Jungen Generation der Konrad-Adenauer-Stiftung versprach er explizit, die angekündigte Sozialstaatsreform durchzusetzen – und sprach offen über die Grenzen seiner Macht.

„Ich habe eine Stimme im deutschen Bundestag von 630. Sobald das Kabinett beschlossen hat, befinden wir uns auf der hohen See des deutschen Bundestages”, so Merz. Die Aussage klingt bescheiden, fast defensiv – und spiegelt die strukturelle Schwäche einer Koalition wider, in der die SPD als Koalitionspartner eine entscheidende Rolle spielt.

Parteiinterne Berater empfehlen Merz derweil eine empathischere Kommunikation mit der Bevölkerung. Sein Image als distanzierter Politiker gilt als eines seiner zentralen Probleme. Für konkrete Entlastung soll kurzfristig ein Vorschlag zur Senkung der Benzinpreise sorgen – Details stehen noch aus.

Basis ungehört: Brandbrief ohne Antwort

Besonders aufschlussreich ist die Lage an der Parteibasis. Hnun berichtet, dass trotz seines öffentlichen Brandbriefs nach der Wahlschlappe in Sachsen-Anhalt keine Reaktion aus dem Kanzleramt oder der Berliner CDU-Zentrale erfolgt sei. Weder ein Anruf noch eine E-Mail – obwohl er täglich auf Rückmeldung gewartet habe.

Seine zentralen Forderungen an die Parteiführung sind klar:

  • Konsequente Umsetzung der angekündigten CDU-Reformen
  • Stärkere Profilierung als bürgerlich-konservative Kraft gegenüber der SPD
  • Einbindung der Basis und parteiinterner Experten in politische Entscheidungen
  • Dialog statt Top-down-Kommunikation aus Berlin

Hnun schließt einen Parteiaustritt nicht aus, sollte die CDU weiter nach links driften. Dabei verweist er auf ein breites Spektrum an Experten innerhalb des Verbands – von Ärzten über Polizisten bis zu Feuerwehrleuten – die bislang nicht gehört würden.

Minderheitsregierung und AfD: Ein gangbarer Weg?

Besonders brisant ist Hnuns Haltung zur Frage einer möglichen Minderheitsregierung. Während die acht Ministerpräsidenten in ihrer Erklärung klar dagegen votieren, zeigt sich Hnun offen. Er argumentiert, dass gute politische Anträge nicht automatisch schlecht werden, wenn die AfD ihnen zustimmt.

„Noch ist die AfD keine verbotene Partei, noch sitzt sie in den Parlamenten – da muss man sie einfach akzeptieren. Es sind gewählte Volksvertreter”, so Hnun. Ein Vergleich mit Stimmen der Linken, die in der Vergangenheit ebenfalls für CDU-nahe Anträge abgegeben wurden, soll die Argumentation stützen.

Für die CDU-Führung ist das eine heikle Debatte. Eine Zusammenarbeit mit der AfD, auch wenn sie nur fallweise und projektbezogen wäre, birgt erhebliche Risiken für das bürgerliche Wählerpotenzial der Partei. Die kommenden Landtagswahlen und die anschließende Bundesvorstandssitzung werden zeigen, wie weit die Risse in der CDU tatsächlich gehen – und ob Merz die Kontrolle über seine Partei zurückgewinnen kann.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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