Landtagswahl MV: SPD holt auf – AfD knapp vorn
Kurz vor der Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern zeigt eine neue Insan-Umfrage: SPD legt stark zu und liegt nur noch zwei Punkte hinter der AfD.
Dieses Video wurde am 16.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Knapp eine Woche vor der Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern zeichnet sich laut einer aktuellen Umfrage des Instituts Insa ein dramatisches Kopf-an-Kopf-Rennen ab. Die SPD kommt demnach auf 35 Prozent und liegt damit nur noch zwei Prozentpunkte hinter der führenden AfD, die bei 37 Prozent steht. Noch vor drei Monaten hatte die AfD einen Vorsprung von neun Prozentpunkten. Die politische Stimmung im Nordosten hat sich damit grundlegend verschoben.
Umfragewerte: SPD holt rasant auf
Die Entwicklung der Umfragewerte ist bemerkenswert. Im März lag die SPD noch bei 26 Prozent – fast zehn Punkte unter dem aktuellen Ergebnis. Die AfD konnte sich im gleichen Zeitraum lediglich von 34 auf 37 Prozent verbessern. Der Abstand zwischen beiden Parteien ist damit von neun auf zwei Prozentpunkte geschrumpft.
Deutlich schwieriger ist die Lage für die CDU, die mit nur noch 7 Prozent knapp über der Fünf-Prozent-Hürde liegt und um den Wiedereinzug in den Landtag bangen muss. Ein schwacher Wahlkampf, unter anderem mit wenig überzeugenden Plakaten rund um das Motiv eines Fischbrötchens mit dem Slogan „Das Beste ist die Mitte”, hat laut Beobachtern bei vielen Wählerinnen und Wählern nicht verfangen – im Gegenteil wurde die Fischsymbolik teils als unfreiwilliger Kommentar zur eigenen Partei verstanden.
Schwesigs personalisierter Wahlkampf zeigt Wirkung
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig setzt im Wahlkampf konsequent auf ihre Person. Ihr Slogan „Die Frau gegen Blau” positioniert sie als einzige Kandidatin, die einen AfD-Wahlsieg verhindern könne. Diese Strategie geht offenbar auf: Viele Wählerinnen und Wähler, die eigentlich der CDU nahestehen, schwenken laut Berichten auf die SPD um.
Beim Rostocker Bürgerdialog wurde dieser Personenkult besonders deutlich – selbst Merchandising-Artikel wie ein Duftbaum im Konterfei Schwesigs kursierten unter Anhängern. Die Botschaft ist klar: Wer die AfD verhindern will, soll die SPD wählen.
- SPD: 35 % (März: 26 %)
- AfD: 37 % (März: 34 %)
- CDU: 7 % – knapp über der Fünf-Prozent-Hürde
- Rückstand der SPD auf die AfD: nur noch 2 Prozentpunkte
Stimmung auf Rügen: Angst vor AfD-Regierung
Auf der Insel Rügen, wo Tourismus die wichtigste Einnahmequelle ist, treibt viele Menschen eine konkrete Sorge um: Eine AfD-Landesregierung könnte dem Image der Region schaden und Gäste abschrecken. Diese wirtschaftliche Überlegung beeinflusst die Wahlabsichten spürbar.
Vor Ort berichten viele Einwohnerinnen und Einwohner, dass ihnen Veränderung wichtiger ist als die konkrete Parteipräferenz. Der Wunsch nach einem politischen Neuanfang – unabhängig davon, wer ihn bringt – verbindet viele Rüganer über Parteigrenzen hinweg.
Ausblick: Wahl mit nationaler Signalwirkung
Die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern gilt über die Landesgrenzen hinaus als politisches Signal. Ob der Schwesig-Effekt ausreicht, um die AfD zu überflügeln, wird sich am Wahltag zeigen. Eines ist sicher: Der Ausgang dieser Wahl wird die bundespolitische Debatte über den Umgang mit der AfD und die Mobilisierungsstrategie demokratischer Parteien nachhaltig beeinflussen. Angesichts der jüngsten Umfragebewegung ist ein Sieg der SPD erstmals realistisch – die Ausgangslage bleibt jedoch knapp.
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