Dieses Video wurde am 12.08.2026 von DER AKTIONÄR TV auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der DAX hat am Dienstag, 12. August, mit 26.504 Punkten ein neues Rekordhoch erreicht – und das trotz anhaltender geopolitischer Spannungen rund um die Straße von Hormuz. Auf Schlusskursbasis schloss der Index bei 26.391 Zählern, ebenfalls ein Rekordhoch. Die Vorgaben aus Asien fallen positiv aus, und auch die Anleiherenditen gehen leicht zurück: In den USA von über 4,7 %, in Deutschland von über 3,2 %. Das DAX-Rekordhoch signalisiert intakte Aufwärtstendenz – sowohl die 50-Tage- als auch die 200-Tagelinie ziehen nach oben mit.
Geopolitik belastet nicht: Märkte trotzen Hormuz-Krise
Der Iran besteht weiterhin darauf, einer Öffnung der Straße von Hormuz erst zuzustimmen, wenn die USA bestimmte Bedingungen erfüllen. Eine schnelle Einigung gilt als unwahrscheinlich. Dennoch zeigen sich die Börsen unbeeindruckt: Viele Unternehmen kommen mit der Lage gut zurecht, und in Deutschland macht sich eine spürbare Aufbruchstimmung bemerkbar, die sich in soliden Quartalszahlen niederschlägt.
Als wichtiger Termin gilt am Nachmittag die Veröffentlichung der US-Verbraucherpreise. Fallen diese zu hoch aus, könnte die Stimmung der Anleger kurzfristig belastet werden. Bislang halten sich die Märkte jedoch stabil.
Jenoptik und TKMS: Die Gewinner des Tages
Jenoptik überzeugt mit einem Kurssprung von rund 20 % seit dem Rücksetzer auf das alte Ausbruchsniveau von 35 Euro. Die Zahlen rechtfertigen die Euphorie:
- Umsatz: +1 % – moderat, aber stabil
- EBIT: +56 % – deutlich über Erwartungen
- Auftragseingang im Halbleiterbereich: +53 % auf 723 Millionen Euro
- Auftragsbestand: von 590 Millionen Ende 2025 auf 825 Millionen Euro gestiegen
Vorbörslich kletterte die Aktie auf über 42 Euro. Als nächstes Kursziel gilt die Marke von 50 Euro, sofern die 50-Tagelinie überwunden wird.
TKMS (Thyssen-Krupp Marine Systems) liefert ebenfalls starke Neun-Monatszahlen – bedingt durch das gebrochene Geschäftsjahr. Die Umsatzprognose wurde deutlich auf +10 bis +12 % angehoben, nach zuvor +2 bis +5 %. Großaufträge aus Deutschland und Kanada stärken die Wachstumsaussichten. Der Bund setzt künftig auf TKMS statt auf Rheinmetall. Gelingt der Ausbruch über die Widerstandsmarke von 100 Euro, ergibt sich charttechnisch ein theoretisches Kursziel von 130 Euro.
K+S und Hannover Rück: Solide, aber unspektakulär
K+S überrascht mit starken operativen Zahlen: Umsatz +12 %, bereinigtes EBITDA +60 %, Free Cashflow im ersten Halbjahr bei +320 Millionen Euro. Das Unternehmen hebt die Prognose für den operativen Gewinn auf 680 bis 760 Millionen Euro an (zuvor: 630 bis 730 Millionen). Treiber sind hohe Kali-Nachfrage, positive Preisentwicklung und gestiegene Produktionsleistungen. Die Aktie notiert vorbörslich rund 2 % im Plus; die Widerstandsmarke bei 15 Euro gilt als nächste Hürde.
Bei Hannover Rück ist das Bild gemischt: Der Rückversicherungsumsatz fiel um 3,1 % – teilweise bedingt durch Währungseffekte. Positiv stechen der operative Gewinnzuwachs von knapp 10 % sowie die verbesserte Schadenkostenquote hervor, die mit unter 87 % das Jahresziel bereits erreicht. Das Gewinnziel von 2,7 Milliarden Euro für das Gesamtjahr wurde bestätigt. Die Aktie pendelt weiterhin um die 250-Euro-Marke; frische Impulse fehlen vorerst.
Bilfinger und E.on: Enttäuschung und Stagnation
Bilfinger enttäuscht: Der Free Cashflow ist im zweiten Quartal zurückgegangen, und der Wortlaut der Pressemitteilung fällt vorsichtig aus. Das Unternehmen warnt vor Investitionszurückhaltung der Kunden aufgrund geopolitischer Unsicherheiten. Die EBITA-Marge soll am unteren Ende der Prognosespanne bei 5,8 % landen. Charttechnisch droht ein neues Jahrestief – ein klares Verkaufssignal.
E.on liefert unauffällige Halbjahreszahlen: Der Außenumsatz fiel um 8 %, das bereinigte EBITA stieg um 1 %, der bereinigte Überschuss um 5 %. Die Jahresprognose – bereinigtes Konzernergebnis zwischen 9,4 und 9,6 Milliarden Euro sowie ein Überschuss von 2,7 bis 2,9 Milliarden – wurde bestätigt. Die Aktie bewegt sich seit Wochen seitwärts um die 19 Euro. Neue Impulse sind kurzfristig nicht in Sicht.
Insgesamt zeigt der Markt am 12. August eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit. Während Einzelwerte wie Jenoptik und TKMS mit starken Zahlen überzeugen und charttechnische Kaufsignale generieren, mahnen Bilfinger und die Hormuz-Krise zur Vorsicht. Entscheidend für die weitere DAX-Richtung werden die US-Inflationsdaten am Nachmittag sein.
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