Gasspeicher fast leer: Droht ein teurer Winter?
Deutschlands Gasspeicher sind nur zu 56 % befüllt – weit unter dem Schnitt. Der Staat kauft jetzt Gas zu Höchstpreisen. Was das für Verbraucher bedeutet.
Dieses Video wurde am 16.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Gasspeicher in Deutschland sind in diesem Herbst nur zu rund 56 Prozent gefüllt – deutlich weniger als der Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre, der bei etwa 74 Prozent lag. Auch im europäischen Vergleich steht Deutschland schlecht da: Der EU-Schnitt liegt bei rund zwei Dritteln. Da private Anbieter die Lücke nicht schließen konnten, greift nun der Staat ein und kauft Gas nach – allerdings zu Höchstpreisen. Für Millionen Haushalte droht ein spürbar teurerer Winter.
Gasspeicher weit unter Vorjahresniveau
Seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine beobachten Verbraucher und Märkte den Füllstand der deutschen Gasspeicher besonders aufmerksam. In normalen Jahren speichern private Energieversorger im Sommer reichlich Gas ein, das im Winter schrittweise wieder entnommen wird. Diesen Herbst klafft jedoch eine ungewöhnlich große Lücke.
Der aktuelle Füllstand von 56 Prozent liegt weit hinter dem europäischen Mittelwert und gibt Anlass zur Sorge, falls der Winter besonders kalt ausfällt. Die Bundesregierung hat darauf reagiert und kauft nun selbst am Markt ein – zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.
Staat kauft Gas zu Höchstpreisen – Kosten treffen Verbraucher
Der aktuelle Gaspreis liegt bei rund 81 Euro pro Megawattstunde – etwa das Dreifache des Preises vom Jahresbeginn, als Gas noch unter 30 Euro je Megawattstunde gehandelt wurde. Wer jetzt einen neuen Gasliefervertrag abschließt, muss mit Rohstoffkosten von rund 16 Cent pro Kilowattstunde rechnen.
Zum Vergleich: Rund die Hälfte einer typischen Gasrechnung entfällt auf den reinen Rohstoffpreis, der Rest verteilt sich auf Netzentgelte und Steuern. Wer noch einen günstigen Festpreisvertrag hat, sollte diesen unbedingt behalten.
- Aktueller Gaspreis: 81 €/MWh (ca. 8 Cent/kWh Rohstoff)
- Preisanstieg gegenüber Jahresbeginn: rund 170 Prozent
- Neuer Endkundenpreis (Rohstoffanteil): ca. 16 Cent/kWh
- Gasspeicher-Füllstand Deutschland: 56 % (EU-Schnitt: ~67 %)
Ein weiteres Problem: Sobald der Staat als Käufer am Markt auftritt, signalisiert das Knappheit – was den Preis tendenziell weiter treibt statt senkt.
Eigentumsquote und Fed-Entscheidung als weitere Belastungen
Die hohen Energiekosten treffen eine Gesellschaft, die beim Thema Wohneigentum ohnehin unter Druck steht. Die Eigentumsquote in Deutschland liegt aktuell bei nur 43,5 Prozent – während der EU-Durchschnitt bei rund zwei Dritteln liegt und Länder wie Spanien oder Italien Werte von über 70 Prozent erreichen. Bei den unter 45-Jährigen besitzt sogar nur etwa ein Viertel eine eigene Immobilie.
Seit dem Jahr 2000 sind die Herstellungskosten für Wohnimmobilien um rund 160 Prozent gestiegen – die allgemeinen Lebenshaltungskosten dagegen „nur” um etwa 60 Prozent. Wer Wohneigentum erwerben möchte, muss heute im Schnitt zehn Jahre sparen, allein um Kaufnebenkosten wie die Grunderwerbsteuer zu decken. In anderen europäischen Ländern sind es im Schnitt sieben Jahre.
Zusätzliche Unsicherheit bringt die US-Notenbank Federal Reserve: Fed-Chef Kevin Wash steht zwischen politischem Druck, die Zinsen zu senken, und Marktsignalen, die auf anhaltende Inflation hindeuten. Eine glaubwürdige Inflationsbekämpfung könnte langfristig auch Bauzinsen stabilisieren – doch kurzfristig bleibt die Lage angespannt.
Hoffnungsschimmer: Mittelstand investiert wieder
Trotz der trüben Aussichten bei Energie und Immobilien gibt es einen positiven Datenpunkt: Die Sparkassen haben im ersten Halbjahr rund 46 Milliarden Euro an Krediten an den Mittelstand vergeben – ein Plus von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr. Kredite werden in der Regel nur dann aufgenommen, wenn Unternehmen Wachstumschancen sehen.
Auch die Start-up-Szene gewinnt an Fahrt: Die Zahl der sogenannten Einhörner – Unternehmen mit einem Marktwert von über einer Milliarde Euro – wächst. Und laut einer aktuellen Umfrage kann sich ein Drittel der jungen Menschen vorstellen, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Der Gründergeist kehrt zurück.
Ob dieser Aufwärtstrend ausreicht, um die Belastungen durch steigende Energiepreise und knappe Gasspeicher abzufedern, wird sich spätestens zeigen, wenn der Winter die Nachfrage in die Höhe treibt. Entscheidend wird sein, ob der Staat die Versorgungssicherheit ohne übermäßige Mehrkosten für Verbraucher gewährleisten kann.
Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.