Dieses Video wurde am 21.08.2026 von ntv Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die deutschen Gasspeicher sind auf einem 15-Jahres-Tief: Aktuell liegt der Füllstand bei gerade einmal 50 Prozent – zum Vergleich betrug er zur selben Jahreszeit vor zwei Jahren noch 95 Prozent. Zwar droht keine unmittelbare Versorgungslücke, doch Experten warnen: Sollte der Winter kalt und verbrauchsintensiv werden, muss teures Gas am Markt nachgekauft werden. Die Folge wären steigende Heizkosten für Millionen Haushalte in Deutschland.
Warum der niedrige Gasspeicherstand zum Problem wird
Der zuständige Branchenverband hat die angespannte Lage bestätigt. Solange der Winter mild bleibt, können die Speicher ausreichen. Doch bei einem Kälteeinbruch fehlt der Puffer, der normalerweise Preisschwankungen am Spotmarkt abfedert. Wer dann kurzfristig Gas kaufen muss, zahlt deutlich mehr.
Besonders betroffen sind Haushalte in der sogenannten Grundversorgung. Diese Tarife sind ohnehin teuer und können von den Versorgern mit einer Vorlaufzeit von sechs Wochen angepasst werden. Die Preisentwicklung der vergangenen Jahre zeigt, wie drastisch die Ausschläge sein können:
- 2019: rund 1.200 Euro pro Jahr für einen Musterhaushalt mit 20.000 kWh Verbrauch
- Februar 2023: Höchststand von über 3.200 Euro pro Jahr
- Aktuell (2026): rund 2.200 Euro pro Jahr – weiterhin deutlich über Vorkrisenniveau
Die Tendenz ist laut Marktbeobachtern steigend. Wer jetzt noch in der Grundversorgung ist, zahlt also schon heute zu viel.
Tarifwechsel: Über 500 Euro im Jahr sparen
Ein Wechsel zu einem Sondertarif lohnt sich finanziell erheblich. Während Grundversorgungs-Kunden im bundesweiten Durchschnitt derzeit rund 2.250 Euro jährlich zahlen, kommen Haushalte mit einem Sondertarif auf durchschnittlich etwa 1.711 Euro – eine Ersparnis von gut 500 Euro pro Jahr. Regional können die Unterschiede noch größer ausfallen.
Experten und Verbraucherzentralen empfehlen daher, jetzt aktiv zu werden – noch vor der Heizsaison. Wer einen günstigen Vertrag mit einer langen Preisgarantie abschließt, sichert sich gegen mögliche Preiserhöhungen im Winter ab.
Worauf beim Gastarif unbedingt zu achten ist
Beim Vergleich von Gastarifen sollten Verbraucher nicht nur auf den Endpreis schauen, sondern das Gesamtpaket bewerten. Besondere Aufmerksamkeit verdienen folgende Punkte:
- Preisgarantie: Gilt sie wirklich für die vollen 12 Monate des Vertrages oder nur für die ersten sechs?
- Wechselbonus: Attraktiv, aber nur sinnvoll, wenn er in die Gesamtkostenrechnung einbezogen wird
- Vertragslaufzeit: Eine Preisgarantie, die über den Winter hinausgeht, bietet die größte Planungssicherheit
Wer Bonusangebote nutzen möchte, sollte diese stets mit dem Jahresgrundpreis verrechnen, um echte Ersparnis von Marketingversprechen zu unterscheiden.
Was Mieter tun können
Mieter mit einer zentralen Gasetagenheizung, deren Vertrag auf den eigenen Namen läuft, haben freie Hand beim Tarifwechsel und sollten diese Möglichkeit nutzen. Anders sieht es aus, wenn eine Zentralheizung das gesamte Gebäude versorgt: In diesem Fall liegt die Verantwortung beim Vermieter. Mieter können in solchen Fällen lediglich nachfragen, ob ein Wechsel zu einem günstigeren Tarif geprüft werden kann – einen rechtlichen Anspruch darauf gibt es nicht.
Angesichts der unsicheren Lage an den Gasmärkten bleibt der Rat klar: Verträge jetzt prüfen, Tarife vergleichen und mit einer soliden Preisgarantie in die Heizsaison gehen. Die nächsten Monate werden zeigen, ob der niedrige Speicherstand die Preise tatsächlich weiter nach oben treibt.
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