iPod-Jubiläum: 25 Jahre Technikrevolution
Vor 25 Jahren stellte Steve Jobs den ersten iPod vor – und veränderte Musik, Technologie und Apple für immer. Was das Gerät bewirkte und was bleibt.
Dieses Video wurde am 23.10.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Vor genau 25 Jahren, am 23. Oktober 2001, präsentierte Steve Jobs der Welt den ersten iPod – und setzte damit eine Revolution in Gang, die weit über die Musikbranche hinausging. Das schlichte weiße Gerät, das „1.000 Songs in die Hosentasche” passte, veränderte nicht nur die Art, wie Menschen Musik hören, sondern legte auch das Fundament für Apples Aufstieg zum wertvollsten Unternehmen der Welt. Das iPod-Jubiläum ist mehr als Nostalgie: Es ist eine Blaupause dafür, wie ein einziges Produkt eine gesamte Branche umwälzen kann.
Der iPod: Langsamer Start, ikonischer Aufstieg
Als Apple den iPod auf den Markt brachte, war der Erfolg keineswegs sofort garantiert. Im ersten Jahr wurden lediglich 350.000 Geräte verkauft – respektabel, aber weit von den späteren Dimensionen entfernt. Zwei Faktoren bremsten das Wachstum anfangs erheblich.
- Der Kaufpreis lag bei knapp 400 US-Dollar – für viele Konsumenten eine erhebliche Hürde.
- Das Gerät war zunächst ausschließlich mit einem Mac und dem Programm iTunes kompatibel – Windows-Nutzer hatten das Nachsehen.
- Der Musikmarkt kämpfte bereits mit illegalen Tauschbörsen wie Napster, der 2001 schon 80 Millionen Nutzer hatte.
Als Apple die Windows-Kompatibilität nachlieferte, zog der Absatz schlagartig an. Die Werbekampagne mit tanzenden schwarzen Silhouetten vor buntem Hintergrund und den markanten weißen Kopfhörern wurde zur Ikone. Die weißen Kabel avancierten zum Statussymbol – so begehrt, dass es zu gezielten Überfällen auf iPod-Besitzer kam.
Apple: Vom Krisenkonzern zum Billionen-Unternehmen
Das iPod-Jubiläum fällt in eine Zeit, in der sich der Aufstieg Apples kaum vorstellbarer anfühlt. Im Jahr 2001 war Apple an der Börse gerade einmal 7,7 Milliarden Dollar wert – ein angeschlagener Computerhersteller, der eher am Rand der Tech-Welt agierte.
Heute beträgt der Börsenwert des Konzerns mehr als 5 Billionen Dollar – eine Verfünfhundertfachung. Natürlich ist der iPod nicht der alleinige Grund, aber er war der Auslöser. Die Gewinne aus dem Musikabspielgerät finanzierten die Entwicklung des iPhones, das Steve Jobs 2007 als „iPod, Telefon und Internetcomputer in einem” vorstellte. Viele der iPod-Ingenieure arbeiteten anschließend am Smartphone – und damit an Apples eigentlichem Meisterwerk.
Insgesamt verkaufte Apple bis zur Einstellung des Produkts 2022 rund 450 Millionen iPods und erzielte von 2001 bis 2014 allein damit einen Umsatz von rund 68 Milliarden Dollar.
Die Musikindustrie: Krise, Wandel und Erholung
Den Höhepunkt ihrer Einnahmen erlebte die globale Musikbranche 1999 mit einem Umsatz von 26,6 Milliarden Dollar – noch vor dem großen digitalen Umbruch. Danach brachen illegale Downloads den Markt auf. Von 2001 bis 2010 schrumpften die Einnahmen mit physischen Tonträgern um 60 Prozent auf rund 13 Milliarden Dollar, während digitale Musik nur etwa 4 Milliarden Dollar ausglich.
Der iTunes Store mit Songs für 99 Cent pro Stück war ein erster legaler Ausweg – wenngleich auch Apple einen Teil der Erlöse für sich beanspruchte. Langfristig legte der iPod aber das Fundament für das Musikstreaming. Ohne ihn gäbe es weder Apple Music noch Spotify in der heutigen Form.
Spotify meldete zuletzt 306 Millionen zahlende Abonnenten und einen Quartalsumsatz von knapp 5 Milliarden Euro. Der globale Musikmarkt lag 2025 bei 31,7 Milliarden Dollar – nominal wieder über dem Niveau vor der Napster-Ära. Ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass die Branche die Digitalisierung letztlich zu ihrem Vorteil nutzen konnte.
Was vom iPod bleibt – und was das für heute bedeutet
Seit 2022 wird kein iPod mehr produziert. Doch sein Erbe ist allgegenwärtig: Musikstreaming, das moderne Smartphone-Ökosystem und nicht zuletzt das Format Podcast – dessen Name sich direkt vom iPod ableitet – existieren in ihrer heutigen Form, weil Apple 2001 ein kleines weißes Gerät vorstellte.
Das iPod-Jubiläum erinnert daran, dass technologische Disruption selten linear verläuft. Ein Produkt kannibalisiert ein anderes, eine Industrie stirbt und eine neue entsteht. Apple hat diesen Zyklus seither mehrfach wiederholt – und der iPod bleibt das erste große Kapitel dieser Geschichte.
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