Thursday, 17. September 2026
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Islamismus und AfD: Repräsentationslücke der Mitte

Warum profitiert die AfD vom Thema Islamismus? Expertinnen und Experten diskutieren Repräsentationslücken, Integrationspolitik und den Kampf gegen Extremismus.

Redaktion · 16. September 2026, 22:00 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 16.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die Themen Islamismus, Migration und gescheiterte Integrationspolitik gelten als zentrale Treiber des AfD-Aufstiegs. In einer Debatte mit Expertinnen und Experten wird deutlich: Solange die politische Mitte diese Themen meidet, bespielen die Ränder das Feld – mit gegensätzlichen, aber gleichermaßen radikalen Antworten. Woran die etablierten Parteien scheitern und welche Alternativen diskutiert werden, zeigt die folgende Einordnung.

Islamismus und Migration: Die Repräsentationslücke der AfD

Die Politikwissenschaftlerin Schröter sieht den Aufstieg der AfD als direkte Folge einer Repräsentationslücke, die vor rund zehn Jahren unter der Kanzlerschaft Angela Merkels entstand. Merkel hatte Politik als „alternativlos” bezeichnet – und wurde damit zur unfreiwilligen Namensgeberin der „Alternative für Deutschland”.

Konkret benennt Schröter drei Themenkomplexe, die von der etablierten Politik vernachlässigt worden seien:

  • Migration: Trotz zahlreicher Versprechen blieben zentrale Reformen aus, was zu einem massiven Vertrauensverlust führte.
  • Islamismus: Das Thema werde von Politikerinnen und Politikern „nur mit spitzen Fingern angefasst” – eine Lücke, die die AfD gezielt für sich nutze.
  • Folgeprobleme: Steigende Sozialausgaben und ein sich verschlechterndes Bildungssystem werden von Teilen der Bevölkerung mit dysfunktionaler Integrationspolitik in Verbindung gebracht.

Solange die Mitte diese Themen nicht klar benenne und Handlungen folgen lasse, erstarken laut Schröter beide politischen Ränder: die Linke mit ihrer Politik der offenen Grenzen einerseits, die AfD mit ihrer islamkritischen Gegenposition andererseits.

Religiöser Extremismus als intersektionelles Problem

Ein Gesprächsteilnehmer widerspricht der Engführung auf den Begriff „Islamismus” und plädiert dafür, religiös begründeten Extremismus breiter zu denken. Er verweist auf Entwicklungen in den USA, wo ein Verteidigungsminister offen von einem „heiligen Krieg” spricht, sowie auf religiös aufgeladene Rhetorik im israelisch-palästinensischen Konflikt.

Sein Argument: Wer nur vom „Islamismus” spreche, mache durch ein sprachliches Anhängsel eine ganze Religion zum Schreckgespenst. Stattdessen müsse man das Phänomen als intersektionelles Problem behandeln – unabhängig davon, welche Religion als ideologische Grundlage dient.

Schröter hält dem entgegen, dass diese Relativierung in die Irre führe: In Europa seien es ausschließlich muslimische Extremisten, vor denen Weihnachtsmärkte, Züge oder Kaufhäuser geschützt werden müssen. Christliche oder jüdische Extremisten stellten in diesem Kontext keine vergleichbare Bedrohung dar.

Muslimische Gemeinschaften als Partner gegen Rechtsextremismus

Ein anderer Debattenteilnehmer, Vertreter der Ahmadiyya-Gemeinschaft, bringt eine dritte Perspektive ein: Der eigentliche Gamechanger im Kampf gegen Rechtsextremismus sei die Stärkung muslimischen Lebens in der Gesellschaft – nicht dessen weitere Einschränkung.

Als Beleg führt er konkrete Beispiele aus seiner Arbeit an:

  • Der Bau der ersten Minarettmoschee in Ostberlin führte zur Bildung breiter demokratischer Bündnisse von Links bis CDU.
  • Wöchentliche Aktionen unter dem Motto „Muslime für Frieden” sprechen direkt AfD-Wählerinnen und -Wähler an – mit messbarem Erfolg.
  • Schulklassen, die die Moschee besuchen, berichten anschließend von veränderten Haltungen – bis hin zu familiären Debatten gegen AfD-Positionen.

Studien der Universität Köln und der Harvard University belegten zudem, dass regelmäßige Moscheebesuche kriminalitätshemmend und demokratiefördernd wirkten.

Antisemitismus und die Grenzen des Dialogs

Ein weiterer Streitpunkt der Debatte ist der wachsende Antisemitismus in deutschen Städten. In Berlin sei jüdisches Leben kaum noch sichtbar möglich: Juden würden persönlich angegriffen, jüdische Lokale beschädigt, jüdische Studierende an Universitäten bedroht.

Der Vorwurf, muslimische Gemeinschaften trügen dazu bei oder schwiegen dazu, wird vom Ahmadiyya-Vertreter entschieden zurückgewiesen. Er verweist auf interreligiöse Friedensgebete mit jüdischen Gemeinden in über 20 deutschen Städten, Besuche bei Rabbinern nach dem 7. Oktober 2023 sowie gemeinsame Veranstaltungen in Israel.

Schröter bleibt skeptisch und fragt, mit welchen muslimischen Gemeinden konkret kooperiert werden solle – und verweist darauf, dass Hamasparolen auch aus dem linken Spektrum gebrüllt würden, während die politische Mitte stumm bleibe.

Die Debatte macht deutlich: Solange Integrationspolitik, Islamismus-Prävention und der Kampf gegen Antisemitismus nicht als zusammenhängende Aufgabe begriffen werden, bleibt die politische Mitte angreifbar – und die Ränder profitieren. Ein Paradigmenwechsel hin zu echter Partnerschaft mit demokratisch gesinnten Gemeinschaften könnte ein Schlüssel sein, doch dessen konkrete Umsetzung bleibt umstritten.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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