KI-Rechenzentrum am AKW Isar: Mega-Projekt geplant
In Niederaichbach nahe Landshut entsteht ein KI-Rechenzentrum mit riesigem Batteriespeicher direkt neben dem stillgelegten AKW Isar – Gemeinderat stimmt zu.
Dieses Video wurde am 28.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Im bayerischen Niederaichbach nahe Landshut nimmt ein ambitioniertes Technologieprojekt Gestalt an: Direkt neben dem seit rund drei Jahren stillgelegten Kernkraftwerk Isar sollen ein großes KI-Rechenzentrum sowie ein leistungsstarker Batteriespeicher errichtet werden. Der Gemeinderat hat das Vorhaben nahezu einstimmig gebilligt, und auch das bayerische Wirtschaftsministerium signalisiert Unterstützung. Das Projekt gilt als eines der bedeutendsten Infrastrukturvorhaben der Region.
Stillgelegtes AKW als Standort für Künstliche Intelligenz
Das Kernkraftwerk Isar wurde im Zuge des deutschen Atomausstiegs vor gut drei Jahren vom Netz genommen. Der Standort verfügt jedoch über eine leistungsfähige Energieinfrastruktur, die ihn für energieintensive Großprojekte besonders attraktiv macht. Genau das macht ihn zum idealen Kandidaten für ein modernes Rechenzentrum, das die enormen Strommengen benötigt, die der Betrieb von KI-Anwendungen erfordert.
Die Nähe zur bestehenden Netzinfrastruktur senkt die Investitionskosten erheblich und beschleunigt die Umsetzung. Solche Standortvorteile sind in der Branche begehrt, da der Aufbau neuer Netzanschlüsse für Rechenzentren oft Jahre in Anspruch nimmt.
Gemeinderat und Wirtschaftsministerium hinter dem Vorhaben
Der Gemeinderat von Niederaichbach hat dem Projekt mit breiter Mehrheit zugestimmt – ein klares politisches Signal für das Vorhaben. Auch das Bayerische Wirtschaftsministerium ist in die Planungen eingebunden und bestätigte, dass das vorhandene Umspannwerk am Standort derzeit erweitert wird.
Die politische Rückendeckung auf Gemeinde- und Landesebene gilt als wichtige Voraussetzung für eine zügige Genehmigung und Umsetzung. Für die strukturschwächere Region könnte das Projekt zudem Arbeitsplätze und Steuereinnahmen bedeuten.
Südostlink bringt Ökostrom aus Norddeutschland
Ein zentrales Element des Energiekonzepts ist die geplante Ferntrasse Südostlink. Über diese Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitung soll künftig Strom aus Norddeutschland – vor allem aus Windkraftanlagen – in den Süden transportiert werden. Am erweiterten Umspannwerk in Niederaichbach soll dieser Strom ankommen und direkt für den Betrieb des Rechenzentrums und des Batteriespeichers genutzt werden.
Damit würde der Standort gleich mehrere Funktionen übernehmen:
- Betrieb eines KI-Rechenzentrums mit hohem Energiebedarf
- Pufferung von Überschussstrom aus erneuerbaren Quellen im Batteriespeicher
- Anbindung an den überregionalen Stromtransport via Südostlink
- Nutzung der bestehenden Netzinfrastruktur des ehemaligen AKW
Einordnung: KI-Hunger nach Energie trifft auf Atombrachen
Das Projekt in Niederaichbach steht exemplarisch für einen bundesweiten Trend: Rechenzentren für Künstliche Intelligenz brauchen immense Mengen an gesicherter Energie, während stillgelegte Kraftwerksstandorte über genau die Infrastruktur verfügen, die dafür benötigt wird – leistungsstarke Netzanschlüsse, Kühlung und Platz. Die Kombination aus KI-Infrastruktur und großskaligem Energiespeicher könnte zudem helfen, das Stromnetz zu stabilisieren.
Ob und wann mit dem Bau begonnen wird, hängt nun von den weiteren Genehmigungsverfahren ab. Sollte das Projekt realisiert werden, dürfte es Signalwirkung für ähnliche Vorhaben an anderen ehemaligen Kernkraftwerksstandorten in Deutschland haben.
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