Elif Şahin und die Linke: Broders scharfe Analyse
Kolumnist Henryk M. Broder rechnet mit Elif Eralp und der Linken ab: Er wirft der Partei vor, Antisemitismus salonfähig machen zu wollen – und nennt sie einen „antisemitischen Sumpf".
Dieses Video wurde am 30.10.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der Publizist und WELT-Kolumnist Henryk M. Broder hat die Berliner Linken-Politikerin Elif Eralp scharf kritisiert. Im Gespräch mit dem WELT Nachrichtensender bezeichnete er sie als „harmloses Gesicht des linken Faschismus” – und warf der Partei insgesamt vor, Antisemitismus systematisch zu dulden und politisch zu instrumentalisieren. Auslöser war Eralps Umgang mit einem Hamas-Sympathisanten in ihrem Unterstützerfeld, dessen Namen sie öffentlich nicht aussprechen wollte – obwohl sie gleichzeitig einen Fünf-Punkte-Plan gegen Antisemitismus vorgelegt hatte.
„Überfordert und eine Strohfrau”: Broders Urteil über Eralp
Broder zeigte sich zunächst ungewohnt milde im Ton, nicht aber in der Sache. Eralp tue ihm leid, sagte er – sie sei in eine Situation geraten, die sie nicht beherrsche. Mit jeder Stunde gewinne er mehr den Eindruck, sie werde von anderen eingesetzt und manipuliert.
Besonders deutlich kritisierte Broder den Widerspruch in Eralps Positionen: Sie spreche von mehr Sichtbarkeit für jüdisches Leben in Berlin, weigere sich aber gleichzeitig, einen bekannten Hamas-Sympathisanten aus ihrem eigenen Unterstützerkreis öffentlich beim Namen zu nennen. „Sie kann sich selbst nicht schützen, sie hat Angst vor Leuten in ihrer eigenen Partei”, so Broder.
Der Begriff „linker Faschismus” sei dabei keineswegs neu, betonte er – Jürgen Habermas habe ihn bereits vor rund 40 Jahren verwendet, bevor er wieder aus dem öffentlichen Diskurs verschwunden sei.
Die Linke als „antisemitischer Sumpf”
Broder beschränkte seine Kritik nicht auf Eralp persönlich, sondern weitete sie auf die gesamte Partei Die Linke aus. Es gehe nicht darum, dass einzelne Antisemiten in einer Partei seien – das sei kein Alleinstellungsmerkmal. Das eigentliche Problem sei struktureller Natur.
Als Beleg schilderte Broder ein Gespräch mit dem früheren PDS-Politiker Dietmar Bartsch. Als er ihn scherzhaft fragte, ob er die Partei wählen würde, wenn sie ihre Antisemiten loswerden würde, habe Bartsch geantwortet: „Dann müsste ich die halbe Partei rausschmeißen.” Daran, so Broder, habe sich bis heute nichts geändert.
Die eigentliche strategische Absicht der Linken sieht Broder darin, Antisemitismus über den Weg des Antiimperialismus wieder gesellschaftsfähig zu machen und die deutsche Staatsräson – die Solidarität mit Israel – zu untergraben. „Mit ihr als Bürgermeisterin hätte die Hamas schon einen Fuß in der Tür”, sagte Broder.
Zentralrat der Juden und die Frage der Koalition
Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, hatte erneut davor gewarnt, der Linken Regierungsverantwortung in Berlin zu übertragen. Er appellierte an SPD und Grüne, weder die Berliner Regierung noch die Sicherheit der jüdischen Gemeinschaft in die Hände der Linken zu geben.
Broder lobte Schusters Haltung, übte aber auch Kritik: Der Zentralratspräsident sei relativ spät aufgewacht. Lange Zeit habe die öffentliche Debatte Antisemitismus fast ausschließlich als Problem der politischen Rechten behandelt – die Gefahr von links sei zu lange vernachlässigt worden.
- Eralps Fünf-Punkte-Plan fordert mehr Sichtbarkeit für jüdisches Leben – gleichzeitig meidet sie die Konfrontation mit Hamas-Sympathisanten im eigenen Lager.
- Broder wirft Eralp vor, gleichzeitig Polizei und Verfassungsschutz abbauen zu wollen – Institutionen, die jüdisches Leben schützen.
- Der Zentralrat der Juden hat bereits mehrfach vor einer rot-grün-roten Koalition in Berlin gewarnt.
- Bartschs angebliche Aussage deutet laut Broder auf ein strukturelles Antisemitismusproblem in der Partei hin.
SPD, Grüne und die Frage des politischen Gedächtnisses
Broder zeigte sich unverständlich darüber, dass SPD und Grüne trotz aller Warnungen an einer möglichen Koalition mit der Linken festzuhalten scheinen. Er erinnerte daran, dass die SPD historisch leidvolle Erfahrungen mit linken Vereinnahmungsstrategien gemacht habe – die Zwangsvereinigung mit der KPD zur SED in der Sowjetischen Besatzungszone sei ein mahnendes Beispiel.
Dass diese historische Lektion offenbar vergessen worden sei, erklärte Broder lakonisch mit mangelhafter Schulbildung und der Jugend der heutigen Entscheidungsträger. Das Fazit des Kolumnisten: Wer die Warnzeichen ignoriere, beschleunige den eigenen politischen Niedergang – und riskiere dabei mehr als nur Wählerstimmen.
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