Monday, 21. September 2026
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Landtagswahl: AfD, Schwesig und die Disruption

Bei der Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern feiert die SPD unter Schwesig ein Comeback – doch die AfD bleibt stark. Experten debattieren Disruption, Rentenunmut und die FDP-Krise.

Redaktion · 20. September 2026, 19:00 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 20.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern steht im Mittelpunkt einer intensiven politischen Debatte: Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) gilt als haushohe Favoritin und hat laut Umfragen ihren Stimmenanteil seit dem Vorjahr nahezu verdoppelt – von rund 19 auf über 30 Prozent. Gleichzeitig dürfte die AfD ihr Ergebnis ebenfalls deutlich steigern und erneut rund ein Drittel der Wählerinnen und Wähler ansprechen. Politische Beobachter warnen davor, Schwesigs Erfolg als Beweis dafür zu werten, dass die AfD mit dem richtigen Personal einfach klein zu halten sei.

Schwesigs Aufholjagd – Triumph auf Kosten anderer Parteien

Die SPD hat ihr Ergebnis in Mecklenburg-Vorpommern eindrucksvoll verbessert, doch die entscheidende Frage lautet: Auf wessen Kosten? Politische Analysten sind sich einig, dass Schwesig vor allem Stimmen von CDU, Grünen und anderen Parteien der Mitte gewonnen hat – nicht von der AfD. Das AfD-Milieu, das rund ein Drittel der Wählerschaft umfasst, bleibt stabil und ist auch nach dieser Wahl präsent.

Die CDU droht in Mecklenburg-Vorpommern ihr historisch schwächstes Landtagswahlergebnis seit 1946 einzufahren – möglicherweise unter fünf Prozent. Das wirft sofort die Frage nach der Zukunft von Friedrich Merz als Parteivorsitzender auf. Insider bezweifeln jedoch, dass ein schlechtes Ergebnis tatsächlich zu seinem sofortigen Rücktritt führen würde, da niemand offen den Mut aufbringe, ihn zur Aufgabe zu drängen.

Manuela Schwesig als künftige Kanzlerkandidatin der SPD?

Mit einem starken Wahlergebnis rückt eine andere Frage in den Fokus: Könnte Schwesig die nächste Kanzlerkandidatin der SPD werden? Politische Beobachter sehen durchaus realistische Chancen – allerdings nicht unmittelbar nach der Wahl. Dagegen sprechen mehrere Gründe:

  • Die Wählerinnen und Wähler in Mecklenburg-Vorpommern erwarten, dass sie im Land bleibt.
  • Die Regierungsbildung im Nordosten dürfte schwierig werden, mit einer so starken Opposition wie nie zuvor.
  • Die Nordstream-Affäre und die umstrittene Klimastiftung, die US-Sanktionen gegen die Ostseepipeline umgehen sollte, haben Schwesigs überregionales Image belastet.
  • Ein Wechsel wäre frühestens nach den Landtagswahlen in NRW oder Niedersachsen realistisch.

Interessant ist dabei, dass die Nordstream-Affäre im Wahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern eine ambivalente Rolle gespielt haben dürfte: Ein Teil der Bevölkerung kritisierte Schwesigs Kehrtwende, während ein anderer Teil die Pipeline-Politik von vornherein für richtig hielt.

Disruption: Was Bürger wollen – und was Politik liefert

Ein zentrales Thema der Runde ist der wachsende Wunsch nach politischer Disruption. Während etablierte Parteien vor abrupten Systemveränderungen warnen, beobachten Experten, dass immer mehr Bürgerinnen und Bürger tiefgreifende Reformen geradezu herbeisehnen. Der Unmut speist sich aus konkreten Erfahrungen:

  • Marode Infrastruktur und gesperrte Brücken trotz Rekordsteuereinnahmen
  • Ein als ungerecht empfundenes Rentensystem, das Jahrzehnte lang Einzahlende benachteiligt
  • Stockende Steuer- und Staatsreformen, die als Flickwerk enden
  • Frustration über Sozialleistungen, die als unausgewogen wahrgenommen werden

Die Debatte zeigt: Der Begriff Disruption ist umstritten. Auf der einen Seite steht die Warnung, abrupte Veränderungen staatlicher Strukturen könnten Chaos auslösen. Auf der anderen Seite wächst der Eindruck, dass ein „Weiter so” die eigentliche Gefahr darstellt – weil es jene Kräfte stärkt, die radikalen Wandel versprechen.

FDP-Krise: Sehnsucht nach Liberalismus ohne die FDP

Eine bemerkenswerte Beobachtung der Diskussion: Guido Westerwelle erlebt auf Social Media eine Renaissance. Clips des verstorbenen Ex-Außenministers, in denen er für staatliche Zurückhaltung und Leistungsgerechtigkeit wirbt, erzielen hohe Reichweiten – ausgerechnet in einer Zeit, in der die FDP in weiten Teilen der Bevölkerung keine Basis mehr hat.

Die Diagnose lautet: Der Liberalismus als Idee ist gefragt, die FDP als Partei jedoch nicht. Ein Grund dafür sei das Bild einer Partei, die Leistung mit Statussymbolen wie Porsche und Rolex gleichsetzte, statt für den sozialen Aufstieg breiter Bevölkerungsschichten zu stehen. Dabei weist die FDP durchaus prominente Aufsteiger-Biografien in ihren Reihen auf. Hinzu kommt ein strukturelles Problem: Ohne realistische Machtoption jenseits von Rot-Grün fehlt der FDP ein glaubwürdiges Regierungsversprechen.

Die Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin liefern damit ein Stimmungsbild, das weit über die jeweiligen Länder hinausweist. Die Fragmentierung des Parteiensystems, der stabile AfD-Sockel und die Reformunfähigkeit der politischen Mitte dürften das bestimmende Thema der kommenden Bundestagswahl werden – unabhängig davon, wer am Ende Kanzlerkandidat oder Kanzlerkandidatin der großen Parteien wird.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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