Mandarinenten am Taihu-See: Naturschauspiel dank Renaturierung
Über 100 Mandarinenten rasten am Taihu-See bei Wuxi in China. Jahrelange Renaturierung macht den Juantou-Naturpark wieder zum verlässlichen Winterquartier.
Dieses Video wurde am 28.10.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Am ostchinesischen Taihu-See bei Wuxi hat sich ein beeindruckendes Naturschauspiel entfaltet: Mehr als hundert Mandarinenten haben sich in der Region versammelt, um hier zu überwintern. Möglich wurde dies durch jahrelange, konsequente Renaturierungsmaßnahmen, die das Gewässer und seine Umgebung wieder in einen naturnahen Zustand versetzt haben. Die farbenprächtigen Vögel bleiben voraussichtlich bis zum Beginn des Frühjahrs.
Mandarinenten kehren an den Taihu-See zurück
Mit kräftigem Flügelschlag und leuchtendem Gefieder sind die Mandarinenten zurück am Taihu-See – einem der größten Süßwasserseen Chinas. Die Schwärme nutzen das Gewässer als verlässliches Winterquartier, nachdem es lange Zeit durch Umweltverschmutzung und menschliche Eingriffe stark beeinträchtigt worden war.
Besonders der angrenzende Juantou-Naturpark hat sich durch gezielte Schutzmaßnahmen zu einem wichtigen Rückzugsort für Zugvögel entwickelt. Die Rückkehr der Mandarinenten in solch großer Zahl gilt als sichtbares Zeichen dafür, dass die Bemühungen um den Gewässerschutz Früchte tragen.
Renaturierung als Schlüssel zum Erfolg
Der Taihu-See litt jahrzehntelang unter starker industrieller Belastung und landwirtschaftlichem Nährstoffeintrag. Algenteppiche und sinkende Wasserqualität bedrohten das Ökosystem erheblich. Erst durch umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen konnte die natürliche Balance schrittweise wiederhergestellt werden.
Zu den wichtigsten Maßnahmen gehörten:
- Reduzierung von Industrie- und Agrareinleitungen in den See
- Wiederherstellung natürlicher Uferzonen und Feuchtgebiete
- Einrichtung und Ausbau des Juantou-Naturparks als Schutzgebiet
- Regelmäßiges Monitoring der Wasserqualität und Artenvielfalt
Das Ergebnis ist ein Ökosystem, das wieder als Lebensraum für Wildtiere funktioniert – sichtbar an der Rückkehr der Mandarinenten in großer Zahl.
Kulturelle Bedeutung der Mandarinente in China
In China sind Mandarinenten weit mehr als nur ein ornithologisches Highlight. Die Vögel gelten traditionell als Symbol für Treue und eheliche Verbundenheit, da sie in der Volksüberlieferung stets als Paar auftreten. Ihr Erscheinen am Taihu-See wird deshalb nicht nur aus ökologischer, sondern auch aus kultureller Perspektive mit Wohlwollen beobachtet.
Das leuchtende Gefieder des Erpels – mit seinen orangefarbenen Federflügeln, dem grün-violetten Kopf und dem weißen Augenstreif – macht die Mandarinente zu einer der farbenprächtigsten Entenarten der Welt. Weibchen hingegen sind deutlich schlichter gefärbt, was typisch für viele Entenarten ist.
Ausblick: Hoffnung für Mensch und Natur
Das Naturschauspiel am Taihu-See steht exemplarisch für eine positive Entwicklung, die in China zunehmend an Bedeutung gewinnt: der Schutz und die Wiederherstellung natürlicher Lebensräume. Die Überwinterung der Mandarinentenschwärme bis zum Frühjahr bietet Naturbeobachtern und Wissenschaftlern gleichermaßen die Gelegenheit, die Tiere in ihrem wiedergewonnenen Habitat zu erleben.
Für die Region Wuxi und den Taihu-See ist die Rückkehr der Mandarinenten ein ermutigendes Signal: Konsequenter Naturschutz zahlt sich aus – für die Artenvielfalt, für das Ökosystem und letztlich auch für den Menschen.
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