Miersch attackiert AfD im Bundestag scharf
SPD-Fraktionschef Matthias Miersch greift die AfD im Bundestag frontal an und wirft ihr Spaltung, Hass und Nähe zu Putin vor. Alle Reaktionen im Überblick.
Dieses Video wurde am 14.10.2026 von ntv Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Im Deutschen Bundestag hat SPD-Fraktionsvorsitzender Dr. Matthias Miersch die AfD in einer kämpferischen Rede scharf angegriffen, bevor er zur eigentlichen Regierungserklärung überging. Miersch warf der Partei vor, Hass zu schüren, die Gesellschaft zu spalten und als Handlanger Russlands zu agieren. Seine Worte stießen im Plenum auf lauten Applaus und Jubel aus den Reihen der demokratischen Parteien.
Miersch: „Sie sind die Partei der Spaltung”
Miersch eröffnete seine Rede mit einer direkten Erwiderung auf Aussagen des AfD-Abgeordneten Kupaller, der dem Bundeskanzler unterstellt hatte, Menschen nicht zu mögen. Der SPD-Politiker konterte scharf: Er stellte der AfD die Gegenfrage, wo in ihrer Ideologie und Programmatik die Menschenliebe zu finden sei.
„Wenn Sie von sozialem Frieden sprechen, welche Programmatik haben Sie, die der Ausgrenzung und des Hasses entgegenwirkt?”, fragte Miersch rhetorisch in Richtung der AfD-Fraktion. Er machte deutlich, dass er die Partei als treibende Kraft der gesellschaftlichen Spaltung begreift – und nicht als konstruktive Opposition.
Der Applaus aus dem Plenum unterstrich, dass diese Einschätzung von einer breiten Mehrheit der Abgeordneten geteilt wird.
Landtagspräsident aus AfD-Reihen: Ein historischer Einschnitt
Ein zentrales Thema von Mierschs Rede war ein Ereignis der Vorwoche: Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik wurde ein Landtagspräsident von einer Partei gewählt, die vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft wird. Für Miersch ist dies ein Alarmsignal, das nicht übergangen werden darf.
- Die AfD erlangte in Sachsen-Anhalt keine absolute Mehrheit.
- Dennoch konnte sie mit dem Amt des Landtagspräsidenten einen bedeutenden institutionellen Posten besetzen.
- Miersch forderte alle Demokratinnen und Demokraten auf, diesem Vorgang entschlossen entgegenzutreten.
- Er betonte: „Dieser Vorgang darf sich nie wiederholen.”
Die Wahl markiert nach Einschätzung vieler Beobachter eine neue Qualität im Erstarken der extremen Rechten in deutschen Landesparlamenten.
Vorwurf: AfD als Handlanger Putins
Miersch beschränkte seine Kritik nicht auf innenpolitische Fragen. Er warf der AfD auch vor, in der Europapolitik auf Spaltung zu setzen und die Interessen Russlands zu vertreten. „Sie sind ein Handlanger Putins, der uns tagtäglich bereits jetzt schon angreift”, sagte Miersch mit Nachdruck.
Der SPD-Politiker wies damit Andeutungen zurück, wonach es gegenüber Russland noch einen diplomatischen Mittelweg geben könne. Er machte klar, dass er die Haltung der AfD zu Russland als gefährlich und realitätsfern bewertet.
Dieser Teil der Rede unterstrich das außenpolitische Profil, das die SPD-Fraktion in der laufenden Legislaturperiode einnehmen will: klare Abgrenzung gegenüber Moskau und entschiedene Unterstützung für die europäische Wertegemeinschaft.
Einordnung: Demokratischer Zusammenhalt als Gebot der Stunde
Mierschs Auftritt steht exemplarisch für eine zunehmend konfrontativere Tonlage im Bundestag gegenüber der AfD. Der Appell an den demokratischen Zusammenhalt richtete sich nicht nur an die eigene Fraktion, sondern ausdrücklich an alle im Parlament vertretenen demokratischen Kräfte.
Ob dieser Appell fraktionsübergreifend Wirkung entfaltet und zu konkreten politischen Maßnahmen führt, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Die Debatte über den Umgang mit der erstarkenden extremen Rechten in Deutschland dürfte den Bundestag auch in der weiteren Parlamentssitzung intensiv beschäftigen.
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