Dieses Video wurde am 19.08.2026 von NIUS auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Berliner NGO One Teach One hat innerhalb weniger Tage über 85.000 Euro an Spendengeldern eingesammelt – und zwar im Zuge der öffentlichen Debatte um eine abgesagte Badezeit, die ausschließlich schwarzen Kindern und Jugendlichen vorbehalten sein sollte. Die Veranstaltung war im neu eingerichteten Volksbad an der Volksbühne Berlin geplant und sorgte bundesweit für Diskussionen über Rassismus, Schutzräume und die Grenzen von Antidiskriminierungsmaßnahmen.
Vom Spendenaufruf zum Solidaritätserfolg
Initiiert wurde die Spendenkampagne auf der Plattform GoFundMe vom Aktivisten Suai Malitafi. Sein Aufruf stieß offenbar auf breite Resonanz: In kürzester Zeit kamen mehr als 85.000 Euro zusammen. Malitafi begründete seine Initiative damit, dass schwarze Kinder und Jugendliche Anspruch auf geschützte Räume hätten, in denen sie Gemeinschaft erleben und Sicherheit erfahren könnten.
Im Spendenaufruf selbst wird zudem auf ein feindseliges Klima hingewiesen, das die Planung der Veranstaltung begleitete. Die Rede ist von rassistischen Drohungen, Gewaltandrohungen und diskriminierenden Kommentaren gegen den Verein.
Geplant war ein Sommernachmittag – entstanden ist eine nationale Debatte
Nach Darstellung der Organisatoren sollte die Veranstaltung im Volksbad ursprünglich nichts weiter sein als „ein schöner Sommerferiennachmittag” für teilnehmende Kinder, Jugendliche und deren Angehörige. Aus diesem Anspruch auf Niedrigschwelligkeit wurde jedoch eine politisch aufgeladene Diskussion über Rassentrennung im öffentlichen Raum.
Kritiker sahen in dem Konzept – eine nach Hautfarbe exklusiv zugelassene Veranstaltung in einer öffentlich zugänglichen Einrichtung – einen Widerspruch zum Gleichbehandlungsgrundsatz. Befürworter hingegen betonten, dass marginalisierte Gruppen besondere Schutzräume benötigten, um diskriminierungsfreie Erfahrungen machen zu können.
Staatliche Förderung zusätzlich zur Spendenflut
Besondere Aufmerksamkeit erregt die finanzielle Gesamtsituation der NGO. One Teach One wird im laufenden Jahr bereits durch das Bundesprogramm „Demokratie Leben” gefördert – und zwar in Höhe von 425.000 Euro. Zusammen mit den nun eingesammelten Spendengeldern verfügt der Verein damit über erhebliche Mittel.
Die Kombination aus staatlicher Förderung und privatem Spendenaufkommen wirft Fragen auf:
- Wie transparent ist die Mittelverwendung bei staatsfinanzierten NGOs?
- Welche Veranstaltungskonzepte sind mit dem Gleichbehandlungsgebot vereinbar?
- Inwiefern legitimiert Diskriminierungserfahrung exklusive Angebote im öffentlichen Raum?
- Welche Rolle spielen Solidaritätskampagnen bei der Politisierung sozialer Debatten?
Einordnung: Zwischen Schutzraum und Gleichbehandlung
Der Fall rund um das Volksbad Berlin steht exemplarisch für eine gesellschaftliche Auseinandersetzung, die weit über die Berliner Stadtgrenzen hinausgeht. Einerseits ist das Anliegen, benachteiligten Kindern und Jugendlichen sichere Begegnungsorte zu bieten, sozialpolitisch anerkannt und gesetzlich gefördert. Andererseits stellt die explizite Exklusion nach Hautfarbe in öffentlichen oder halböffentlichen Einrichtungen rechtliche und ethische Grundsatzfragen.
Wie der Verein One Teach One die Spendengelder einsetzen wird und ob ähnliche Veranstaltungsformate künftig in anderer Form umgesetzt werden, bleibt abzuwarten. Die Debatte dürfte angesichts des bundesweiten Echos noch längere Zeit anhalten und könnte politische Nachfragen zur Vergabe von Mitteln aus dem Programm „Demokratie Leben” nach sich ziehen.
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