Dieses Video wurde am 14.08.2026 von BILD auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Eine Notlandung in Thüringen hat am Flugplatz Pennewitz für dramatische Szenen gesorgt: Ein Ultraleichtflugzeug musste ohne sein linkes Fahrwerk landen, nachdem dieses beim Start unter Seitenwind abgerissen war. An Bord befanden sich Hobbyflieger Steffen Wegner und seine Partnerin. Beide blieben unverletzt. Wegner selbst spricht von einer Situation, die „besser funktioniert hat, als er es erwartet hätte”.
Seitenwind beim Start löst den Fahrwerk-Defekt aus
Der Vorfall begann beim Start in Bad Langensalza. Dort erfasste starker Seitenwind das Ultraleichtflugzeug und zwang die Maschine zu einem harten Aufsetzen auf der Startbahn. Dabei riss das linke Fahrwerksbein ab – ein schwerwiegender Schaden, der das weitere Fliegen zur Herausforderung machte.
Wegner und seine Partnerin setzten umgehend einen Notruf ab. Gemeinsam mit der Flugsicherung entschieden sie, nicht in Bad Langensalza zu landen, sondern zum vertrauten Flugplatz Pennewitz auszuweichen. Dort kannte Wegner die Landebahn genau – ein entscheidender Vorteil in dieser gefährlichen Lage.
Notlandung am Flugplatz Pennewitz: Einsatzkräfte stehen bereit
Am Boden herrschte unterdessen Hochbetrieb. Einsatzkräfte positionierten sich rund um den Flugplatz Pennewitz und bereiteten sich auf das Schlimmste vor. Minutenlang kreiste das Ultraleichtflugzeug über dem Platz, während die Besatzung die Nerven behielt und den Anflug sorgfältig plante.
Die entscheidende Herausforderung: Der abgerissene Stummel des Fahrwerks hätte beim Aufsetzen den Rasen durchbohren und die Maschine unkontrollierbar machen können. Doch Wegner nutzte gezielt die Windverhältnisse:
- Er richtete die Landung so aus, dass der Seitenwind die Tragfläche auf der Seite des fehlenden Rades stützte.
- Die Maschine setzte kontrolliert auf und rollte zunächst geradeaus.
- Erst am Ende des Landevolls kippte das Flugzeug seitlich ab – zu diesem Zeitpunkt war die Geschwindigkeit bereits niedrig genug.
- Beide Insassen blieben unverletzt.
Die Rettungskräfte mussten nicht eingreifen – Wegner hatte die Situation vollständig unter Kontrolle gebracht.
Der Pilot berichtet: Maximale Gelassenheit in höchster Not
Nach der Landung zeigte sich Wegner bemerkenswert gefasst. Er beschrieb den Ablauf sachlich: Beim Start in Bad Langensalza habe man Seitenwind bekommen, dadurch hart aufgesetzt und das Fahrwerk verloren. Dann sei gemeinsam mit der Drucksprache entschieden worden, nach Pennewitz zu fliegen und dort eine Sicherheitslandung durchzuführen.
Seine knappe Bilanz: Es habe besser funktioniert, als er es erwartet hätte. Diese Ruhe ist kein Zufall – sie spiegelt jahrelange Erfahrung wider. Wegner kannte die Landebahn, wusste um die Windverhältnisse und traf in einer extremen Situation die richtigen Entscheidungen.
Für Ultraleichtflugzeuge, die konstruktionsbedingt empfindlicher auf Seitenwind reagieren als schwere Maschinen, ist ein solcher Fahrwerksverlust besonders kritisch. Dass der Vorfall ohne Verletzte endete, ist der Kombination aus Pilotengeschick, Ortskenntnissen und einer ruhigen Lageeinschätzung zu verdanken.
Ausblick: Ersatzteile bestellt, Aufarbeitung läuft
Das beschädigte Flugzeug bleibt vorerst am Boden. Neue Ersatzteile für das demolierte Fahrwerk sind laut Wegner bereits bestellt. Ob und wann die Maschine wieder in der Luft sein wird, hängt von der technischen Inspektion und der Verfügbarkeit der Teile ab.
Der Vorfall dürfte auch die zuständigen Luftfahrtbehörden beschäftigen. Notlandungen nach Fahrwerksverlust sind selten, zeigen aber, wie wichtig eine solide Pilotenausbildung und die genaue Kenntnis des eigenen Fluggeräts sind. Für Steffen Wegner und seine Partnerin endet ein potenziell tödlicher Tag mit einem glimpflichen Ausgang – und einer Geschichte, die sie so schnell nicht vergessen werden.
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