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Pflegereform: Linke kritisiert Merz scharf

Die Linke greift Kanzler Merz wegen der geplanten Pflegereform frontal an. Was fordert die Partei – und wie überzeugend ist die Kritik? Eine Einordnung.

Redaktion · 2. November 2026, 19:00 Uhr · 3 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 02.11.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die geplante Pflegereform der Bundesregierung sorgt für heftigen politischen Streit. Linken-Co-Vorsitzender Luigi Pantisano hat auf einer Pressekonferenz scharfe Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz geübt und die Reform als „Kürzungsprogramm auf dem Rücken der Schwächsten” bezeichnet. Gleichzeitig lieferten die Reaktionen aus dem politischen Kommentariat ein differenzierteres Bild: Viel Kritik, wenig Gegenfinanzierung.

Pflegereform im Kreuzfeuer: Was die Linke moniert

Pantisano machte keinen Hehl aus seiner Ablehnung der Reformpläne. Seiner Darstellung nach belastet das Vorhaben der Bundesregierung vor allem Menschen, die ihr Leben lang körperlich gearbeitet haben und im Alter auf Pflege angewiesen sind. Er nannte konkrete Kritikpunkte:

  • Kinderlose sollen zusätzlich Milliarden zahlen, Arbeitgeber bleiben weitgehend verschont.
  • Die Zugangshürden zum Pflegegrad werden erhöht, was Leistungen erschwert.
  • Menschen mit Pflegegrad 1 droht der Verlust wichtiger Alltagshilfen.
  • Steigende Pflegekosten werden nach Ansicht der Linken nicht ausreichend ausgeglichen.
  • Große Privatvermögen werden bei der Finanzierung nicht herangezogen.

Pantisano bezeichnete die Reform als „sozialpolitischen Skandal” und forderte stattdessen eine solidarische Pflegevollversicherung, in die alle einzahlen – also auch Gutverdiener, Privatversicherte und Kapitalbesitzer. Pflegebedingte Eigenanteile sollen vollständig abgeschafft werden.

CDU-Klausur und offene Kritik an Merz

Neben der Pflegedebatte nahm Pantisano auch die CDU-Klausurtagung ins Visier, bei der Merz mit Kreisvorsitzenden zusammentrifft. Der Linken-Politiker zeigte sich überzeugt, dass selbst CDU-Basismitglieder mit der Amtsführung des Kanzlers unzufrieden seien. Er attestierte Merz, einen „ziemlich miserablen Job” zu machen, und stellte die Frage, wann der Kanzler Verantwortung für das bisherige Scheitern seiner Politik übernehme.

Diese Einschätzung wurde vom politischen Kommentariat der Welt teilweise relativiert. Merz sei als Reformkanzler gewählt worden und arbeite mit den vorhandenen Mitteln. Die demografische Realität – mehr Ältere, weniger Beitragszahler – mache Reformen im Pflege- und Rentensystem schlicht notwendig, unabhängig davon, welche Partei regiert.

Tarifkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie

Ein weiterer Schwerpunkt der Pressekonferenz war die Lage der Beschäftigten. Pantisano verwies auf den Beginn der Tarifverhandlungen in der Elektrometallindustrie und die damit verbundenen Warnstreiks in rund 2.000 Betrieben. Die Gewerkschaft fordert fünf Prozent mehr Lohn sowie Arbeitsplatzsicherungen – ein Angebot, das Pantisano angesichts realer Lohnverluste der vergangenen Jahre als ohnehin schon kompromissbereit bezeichnete.

Die Arbeitgeberseite habe lediglich 1,0 bis 1,3 Prozent Lohnerhöhung angeboten, was faktisch einem Reallohnverlust entspreche. Pantisano betonte zudem die Lage der rund 700.000 Reinigungskräfte in Deutschland – mehrheitlich migrantische Frauen –, die zwei Euro mehr pro Stunde fordern und deren Arbeit gesellschaftlich kaum wahrgenommen werde.

Kritik ohne Gegenfinanzierung – eine Schwäche der Opposition?

Die Kommentatorin im Gespräch brachte einen zentralen Einwand auf den Punkt: Die Linke treffe mit ihrer Pflegekritik durchaus reale Ängste in der Bevölkerung. Doch fehle ein konkretes und gegenfinanziertes Alternativmodell. Die Forderung nach einer Pflegevollversicherung klinge solidarisch, lasse aber offen, wie die enormen Mehrkosten tatsächlich gedeckt werden sollen.

Ähnliche Finanzierungsfragen stellten sich bei Versprechen der Linken in Berlin – etwa zu günstigeren Mieten oder Enteignungen. Wer im Oppositionsmodus laut Kürzungen kritisiert, stehe in der Pflicht, eigene Rechenmodelle vorzulegen. Das Regieren sei eben deutlich schwieriger als das Kritisieren – das gelte links wie rechts. Die Debatte um die Pflegereform dürfte in den kommenden Monaten weiter an Schärfe gewinnen, zumal die demografische Schieflage politisch kaum auflösbar ist, ohne irgendjemandem mehr abzuverlangen.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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