Putsch-Gerüchte in Russland: Wie stabil ist Putin?

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Dieses Video wurde am 05.05.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Berichte über einen möglichen Putsch in Russland gegen Wladimir Putin sorgen international für Aufsehen. CNN, die Financial Times und britische Medien berichteten unter Berufung auf europäische Geheimdienstkreise, Putin ziehe sich zunehmend zurück und fürchte eine Verschwörung aus den eigenen Reihen. Politikwissenschaftler und Russland-Experte Professor Gerhard Mangott von der Universität Innsbruck ordnet die Lage nüchtern ein: Ein tatsächlicher Putschversuch sei sehr unwahrscheinlich – die Gerüchte könnten jedoch gezielt gestreut worden sein.

Warum ein Putsch gegen Putin unwahrscheinlich bleibt

Unmut gegenüber dem Kremlchef existiert durchaus – sowohl in der russischen Bevölkerung als auch in Teilen der politischen Elite. Die Einsicht wächst, dass Putin zentrale Ziele kaum noch erreichen kann: einen militärischen Sieg in der Ukraine ebenso wenig wie eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung Russlands.

Doch zwischen Unzufriedenheit und konkretem Handeln liegt eine entscheidende Schwelle. Mangott betont: Viele Machtträger verdanken ihre Position, ihren Einfluss und ihren Wohlstand direkt Putin. Ein Machtwechsel bedeutet für sie unkalkulierbare Risiken. Niemand weiß, wie ein Nachfolger zu ihnen stehen würde – ob Vermögen und Einfluss erhalten blieben oder verloren gingen.

Zusammengefasst benennt Mangott die wesentlichen Hemmnisse für einen Putschversuch:

  • Enge persönliche und wirtschaftliche Abhängigkeit der Elite von Putin
  • Unkalkulierbare Konsequenzen eines Machtwechsels für die Beteiligten
  • Fehlende organisierte Opposition innerhalb des Machtapparats
  • Hohes persönliches Risiko bei einem Scheitern des Putsches

Geheimdienstoperation statt echter Verschwörung?

Die Berichte beziehen sich auf europäische Geheimdienstkreise und nennen unter anderem den früheren russischen Verteidigungsminister Sergej Schoigu als möglichen Drahtzieher. Mangott hält es für plausibel, dass es sich dabei um eine gezielte Desinformationsoperation handelt.

Das Kalkül dahinter: Wenn Sanktionen die russische Führungselite nicht ausreichend destabilisieren konnten, könnte gezielt gestreutes Misstrauen innerhalb des Kremls das leisten, was wirtschaftlicher Druck bisher nicht erreicht hat. Wer an der Spitze zunehmend misstrauisch auf die eigenen Vertrauten schaut, verliert Entscheidungskraft und inneren Zusammenhalt.

Gleichzeitig erreichen solche Berichte auch Teile der russischen Bevölkerung, die sich über ausländische Medien informieren. Die Vorstellung von Zwietracht an der Spitze kann Hoffnung auf politischen Wandel wecken – auch wenn die Gerüchte letztlich ohne reale Grundlage bleiben sollten.

Selenski und die vorgezogene Waffenruhe

Parallel zur innenpolitischen Debatte in Russland hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenski eine vorgezogene Waffenruhe angekündigt. Die ukrainische Seite will den Waffenstillstand früher beginnen und länger aufrechterhalten als ursprünglich vorgesehen.

Mangott sieht darin vor allem ein Signal an die Vereinigten Staaten: Kiew demonstriert Verhandlungsbereitschaft und Interesse an einer friedlichen Lösung. Ob Russland die Geste erwidert, bezweifelt der Experte – russische Angriffe während der ausgerufenen Waffenruhe seien wahrscheinlich.

Parade am 9. Mai: Moskau fürchtet Drohnenangriffe

Auch die Gestaltung der diesjährigen Siegesparade am 9. Mai in Moskau sendet ein deutliches Signal. Im Gegensatz zu früheren, pompösen Militärschauen wird auf die Präsentation schwerer Militärtechnik weitgehend verzichtet – ein Novum in jüngerer Zeit.

Mangott nennt zwei Gründe dafür:

  • Die Drohnenkapazitäten der Ukraine haben sich so weit entwickelt, dass Moskau reale Angriffe auf das Stadtzentrum befürchtet – Selenski selbst deutete „Überraschungen” am 9. Mai an.
  • Große Teile des schweren Geräts sind an der Front in der Ukraine im Einsatz und können nicht abgezogen werden.

Kurz vor der Parade traf eine ukrainische Drohne ein Wohngebäude innerhalb des Moskauer Autobahnrings – erstmals seit über einem Jahr. Das zeigt die gewachsene Reichweite und Präzision der ukrainischen Mittel eindrücklich.

Die Gemengelage rund um den Ukraine-Krieg bleibt komplex: Putsch-Gerüchte, eine diplomatisch aufgeladene Waffenruhe und eine zurückhaltende Parade in Moskau verdichten sich zu einem Bild, das auf wachsenden Druck auf den Kreml hindeutet – auch wenn ein unmittelbarer Machtwechsel in Russland nach Einschätzung von Experten wie Mangott vorerst nicht zu erwarten ist.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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