Sozialausgaben für Rumänen: 20-facher Anstieg
Eine MDR-Reportage zeigt, wie die Sozialausgaben für rumänische Staatsbürger in Deutschland massiv gestiegen sind – allein in Magdeburg um das Zwanzigfache.
Dieses Video wurde am 31.10.2026 von NIUS auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Sozialausgaben für rumänische Staatsbürger in Deutschland sind in den vergangenen Jahren dramatisch gestiegen. Eine MDR-Reportage beleuchtet dieses Phänomen mit ungewöhnlicher Deutlichkeit – und zeigt am Beispiel der Stadt Magdeburg, wie sich die Ausgaben zwischen 2013 und 2025 mehr als verzwanzigfacht haben. Die Recherche führte die Reporterin bis nach Rumänien, wo sie in mehreren Gemeinden auf Anzeichen erheblichen Wohlstands stieß, der offenbar zumindest teilweise aus deutschen Sozialleistungen gespeist wird.
Arbeitnehmerfreizügigkeit als Grundlage
Seit dem EU-Beitritt von Rumänien und Bulgarien im Jahr 2007 und der Einführung der vollständigen Arbeitnehmerfreizügigkeit im Jahr 2014 können Staatsangehörige beider Länder ohne Arbeitserlaubnis in Deutschland einer Beschäftigung nachgehen. Diese europarechtliche Regelung ist grundsätzlich unbestritten – sie ist ein Kernprinzip des europäischen Binnenmarkts.
Problematisch aus Sicht der Reportage ist jedoch ein Nebeneffekt: Bereits eine geringfügige Beschäftigung wie ein Minijob kann ausreichen, um Ansprüche auf ergänzende staatliche Sozialleistungen zu begründen. So entsteht für manche Betroffenen ein Anreiz, formal einer Beschäftigung nachzugehen, den Großteil des Einkommens jedoch aus staatlichen Transfers zu beziehen.
Einblicke aus rumänischen Gemeinden
Die MDR-Reporterin reiste für ihre Recherche nach Rumänien und besuchte dort mehrere Roma-Gemeinden. Was sie vorfand, war augenfällig: großzügige Neubauten, teure Fahrzeuge und auffällig viele Autos mit deutschen Kennzeichen.
In Gesprächen mit Bewohnern wurde das Muster sichtbar. Ein junger Mann erklärte offen, dass er in Deutschland arbeite und das verdiente Geld in Rumänien investiere – etwa in Immobilien. Ein anderer Gesprächspartner, der nach eigenen Angaben auf einer deutschen Baustelle beschäftigt ist, sprach konkret über seine staatlichen Bezüge:
- Er ist Vater von acht Kindern
- Seinen Angaben zufolge erhält er rund 3.000 Euro monatlich vom deutschen Staat
- Das Geld wird teilweise für Investitionen in der rumänischen Heimat genutzt
Solche Einzelfälle lassen sich nicht ohne Weiteres verallgemeinern, sie illustrieren jedoch strukturelle Schwachstellen im deutschen Sozialsystem, auf die Kritiker seit Jahren hinweisen.
Zahlen aus Magdeburg: Anstieg um das Zwanzigfache
Besonders eindrücklich belegt die Reportage den Trend anhand konkreter Zahlen aus Magdeburg. Laut Daten der Bundesagentur für Arbeit entwickelten sich die Sozialausgaben für rumänische Staatsbürger in der sachsen-anhaltinischen Landeshauptstadt wie folgt:
- 2013: rund 140.000 Euro
- 2025: über 3 Millionen Euro
- Das entspricht einem Anstieg um mehr als das Zwanzigfache
Dieser Zuwachs liegt weit oberhalb jeder demografisch oder wirtschaftlich erklärbaren Wachstumsrate. Er spiegelt sowohl den gestiegenen Zuzug rumänischer Staatsangehöriger als auch eine zunehmende Inanspruchnahme des Sozialsystems wider.
Einordnung und politischer Ausblick
Die Debatte um die Inanspruchnahme von Sozialleistungen durch EU-Bürger ist politisch hochsensibel. Einerseits ist der Zugang zu Sozialleistungen für erwerbstätige EU-Bürger rechtlich verankert und Ausdruck europäischer Solidarität. Andererseits zeigen Berichte wie dieser, dass das System Lücken aufweist, die gezielt ausgenutzt werden können.
Politische Forderungen nach einer Reform der Anspruchsvoraussetzungen – etwa durch längere Wartefristen oder strengere Nachweispflichten für tatsächliche Erwerbstätigkeit – werden schon länger diskutiert, bislang jedoch auf EU-Ebene nur in Ansätzen umgesetzt. Die MDR-Reportage dürfte diese Diskussion neu befeuern und den Druck auf Gesetzgeber erhöhen, bestehende Schlupflöcher zu schließen – ohne dabei das Prinzip der Freizügigkeit grundsätzlich infrage zu stellen.
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