Friday, 30. October 2026
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Alice Schwarzer

Feminismus-Debatte: Poschardt über starke Frauen

Ulf Poschardt diskutiert, was starke Frauen ausmacht – und warum Alice Schwarzer und Seyran Ateş für ihn die Feministinnen der Stunde sind.

Redaktion · 30. October 2026, 14:30 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 30.10.2026 von BILD auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Was bedeutet Feminismus im Jahr 2026 – und wer verkörpert ihn wirklich? BILD-Chefredakteur Ulf Poschardt benennt in der Gesprächsreihe Alles wird gut zwei Frauen, die für ihn exemplarisch stehen: Alice Schwarzer, Gründerin der Zeitschrift Emma, und Seyran Ateş, Berliner Rechtsanwältin und Gründerin der ersten liberalen Moschee Deutschlands. Beide prägten feministische Debatten über Jahrzehnte – und beide stehen nach Ansicht Poschardts heute ohne Rückendeckung aus ihrem ursprünglichen politischen Milieu da.

Alice Schwarzer: Ikone mit unbequemen Positionen

Alice Schwarzer gilt Poschardt als persönliche Inspiration. Er erinnert sich, dass sie ihn in einer beruflichen Krise als einer der wenigen öffentlich verteidigte – eine Geste, die er nie vergessen hat. Schwarzers Karriere begann in den 1970er Jahren mit einem Skandal: Im Magazin Stern bekannten sich rund 374 Frauen öffentlich zu einem Schwangerschaftsabbruch, um den Paragraphen 218 zu Fall zu bringen.

Poschardt betont, dass er Schwarzers Positionen nicht in allem teilt – weder beim Abtreibungsrecht noch beim Prostitutionsverbot. Was er an ihr schätzt, ist ihre Unbeugsamkeit und ihr Humor: „Die knallt die Dinger raus, einen nach dem anderen.” Für ihn ist sie ein Gegenentwurf zu moralisierenden und verbitterten Stimmen im Kulturbetrieb.

Schwarzer hat angekündigt, die Emma einzustellen – nicht aus Erschöpfung, sondern weil die Redaktion ermüdet sei. Poschardt sieht das als Symptom: Der klassische Feminismus der 70er und 80er Jahre, der für grundlegende Gleichstellung kämpfte, werde heute von einer poststrukturellen Gendertheorie verdrängt, die er scharf kritisiert.

Seyran Ateş: Feminismus unter Lebensgefahr

Seyran Ateş, deutsche Juristin und Menschenrechtsaktivistin kurdisch-türkischer Herkunft, hat ein Attentat überlebt, lebt unter Personenschutz und hat zeitweise ihre Anwaltszulassung niedergelegt, weil die Bedrohungslage zu hoch war. Trotzdem gründete sie 2017 die Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin – die erste liberale Moschee Deutschlands, in der Frauen und Männer gemeinsam beten.

Poschardt wirft dem feministischen Mainstream vor, Ateş im Stich zu lassen. Während islamkritische Positionen ignoriert oder abgestraft würden, erhielten islamistische Organisationen Unterstützung aus Medienmilieus und Öffentlich-Rechtlichen. „Die kämpft für sich alleine”, sagt Poschardt. Ein Bundesverdienstkreuz erster Klasse und weitere Ehrungen ändern daran nach seiner Einschätzung nichts Grundlegendes.

Was eine starke Frau ausmacht – und wer sie unterdrückt

Poschardt formuliert seinen Begriff der starken Frau explizit als Gegenmodell zu einem vermeintlichen Klischee:

  • Wehrhaftigkeit: die Bereitschaft, für eigene Überzeugungen einzustehen
  • Selbstbewusstsein: auf Augenhöhe mit jedem Gesprächspartner
  • Ungebeugtheit: kein Einlenken unter sozialem Druck
  • Kampfbereitschaft: das, was er als „Fightbürger”-Haltung bezeichnet

Als historische Beispiele nennt er unter anderem Margaret Thatcher, Golda Meir und Mette Frederiksen. Ihnen gemein sei, dass ihr Geschlecht in der Bewertung ihrer Politik oft entweder ignoriert oder instrumentalisiert worden sei – je nach politischer Couleur der Kritikerinnen und Kritiker.

Besonders scharf kritisiert Poschardt, dass Politikerinnen wie Alice Weidel oder Sahra Wagenknecht von feministischen Kreisen angegriffen würden, während ihre politischen Positionen kaum sachlich diskutiert würden. Feminismus, der nur bestimmte Frauen schütze, sei kein Feminismus, sondern Identitätspolitik.

Konsensgesellschaft und das Schweigen der Mehrheit

Ein roter Faden der Debatte ist die Frage, welche Stimmen in der deutschen Medienlandschaft überhaupt noch gehört werden. Schwarzer hatte selbst geäußert, eine Karriere wie ihre wäre heute kaum noch möglich – zu groß sei der Druck auf Moderatorinnen und Moderatoren, Konflikte zu entschärfen statt zuzuspitzen.

Poschardt sieht sich selbst in einer ähnlichen Situation: Als „alter weißer Mann” werde er in Debatten über Identitätspolitik strukturell abgewertet. Gleichzeitig lehnt er die Prämisse ab, dass Geschlecht oder Herkunft über den Wert eines Arguments entscheide. „Das ist einfach verlogen”, sagt er – und meint damit die selektive Anwendung feministischer Solidarität.

Der Ausblick, den Poschardt und seine Gesprächspartnerin ziehen, ist ambivalent: Vieles habe sich verbessert, Gleichberechtigung sei gesellschaftlicher Standard geworden. Doch ausgerechnet jene Frauen, die an vorderster Front für Frauenrechte eintreten – gegen Islamismus, gegen Verhüllung, gegen Gewalt –, stünden heute allein. Ob die Gesellschaft das ändern will, sei letztlich eine politische Entscheidung.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (BILD). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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