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Bundeshaushalt

Steuerschätzung 2026: Keine Spielräume trotz Mehreinnahmen

Die Steuerschätzung 2026 bringt 4,1 Milliarden Euro mehr für den Bund – doch Spielräume für Entlastungen wie die Stromsteuersenkung gibt es trotzdem nicht.

Redaktion · 22. October 2026, 12:56 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 22.10.2026 von BILD auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die Steuerschätzung 2026 hat Bundesfinanzminister Lars Klingbeil auf einer Pressekonferenz zur 171. Steuerschätzung vorgestellt. Das Ergebnis ist ernüchternd: Trotz Mehreinnahmen von rund 4,1 Milliarden Euro für den Bund im Jahr 2027 entstehen keine neuen finanzpolitischen Spielräume. Wachstum, Schuldenbremse und bestehende Haushaltslücken neutralisieren den Effekt weitgehend. Versprochene Entlastungen wie die Senkung der Stromsteuer für Privathaushalte bleiben damit vorerst unrealistisch.

Steuerschätzung 2026: Die nackten Zahlen

Für das Jahr 2026 rechnet der Arbeitskreis Steuerschätzung mit Gesamtsteuereinnahmen von rund 998 Milliarden Euro für Bund, Länder und Gemeinden zusammen. Gegenüber der letzten Schätzung vom Mai ergeben sich für das laufende Jahr keine wesentlichen Veränderungen.

Für 2027 wurden gesamtstaatlich rund 11 Milliarden Euro Steuermehreinnahmen prognostiziert, die sich gleichmäßig auf Bund, Länder und Kommunen verteilen. Der Anteil des Bundes beläuft sich auf etwa 4,1 Milliarden Euro. Ab 2028 wird ein gesamtstaatliches Plus zwischen 10 und 12 Milliarden Euro erwartet.

Entscheidend ist jedoch: Die verbesserte Konjunktur – das Wirtschaftswachstum wurde auf 1,3 Prozent geschätzt – löst automatisch die Konjunkturkomponente der Schuldenbremse aus. Diese verkleinert den Spielraum für Neuverschuldung und frisst die Steuermehreinnahmen nahezu vollständig auf.

Stromsteuer, Plastiksteuer, Zuckersteuer – was bleibt?

Im Koalitionsvertrag war eine Senkung der Stromsteuer für alle Privathaushalte vereinbart worden. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte die Maßnahme zuletzt erneut in Aussicht gestellt – allerdings unter dem Vorbehalt, dass Spielräume entstehen. Diese Spielräume bleiben aus.

Die Kosten einer dauerhaften Stromsteuersenkung für Privathaushalte werden auf 5,4 Milliarden Euro jährlich geschätzt – mehr als die gesamten Bundesmehreinnahmen aus der neuen Schätzung. Klingbeil machte deutlich:

  • Die Stromsteuersenkung ist das Ziel des Koalitionsvertrags – sie muss aber gegenfinanziert werden.
  • Die Zuckersteuer und die Plastiksteuer sind im Kabinett beschlossen und sollen kommen.
  • Die Unionsfraktion im Bundestag lehnt beide Steuern ab, was die Haushaltslage weiter verschärft.
  • Für 2028 besteht eine Konsolidierungslücke von 22 Milliarden Euro.
  • Die Ministerien wurden bereits zu Ausgabenkürzungen von zwei Prozent verpflichtet.

Klingbeil bekräftigte seinen Kurs: Konsolidieren, investieren und Strukturreformen voranbringen. Starke Schultern müssten mehr tragen, die Lasten müssten gerecht verteilt werden.

Tabaksteuer-Chaos: Gesetz in Kraft, aber nicht anwendbar?

Neben den Haushaltszahlen sorgte ein gravierender Gesetzgebungsfehler für Aufsehen. Eine geplante Tabaksteuererhöhung wurde zwar im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und trat damit formal in Kraft – jedoch mit einem falschen Datum. Eigentlich sollte die Erhöhung erst ab dem 1. Januar 2027 gelten.

Durch den Fehler fehlt für bestimmte Produkte wie Liquids und E-Zigaretten derzeit jede gültige Rechtsgrundlage zur Besteuerung. Das alte Gesetz wurde abgelöst, das neue darf nach Auffassung des Ministeriums noch nicht angewendet werden – eine rechtlich höchst fragwürdige Situation. Für Zigaretten wäre nach dem veröffentlichten Gesetzestext rechnerisch ein Packungspreis von rund 12 Euro fällig.

Klingbeil bezeichnete den Vorgang als „technischen Fehler” und eine „offenbare Unrichtigkeit”, räumte aber ein, nicht zufrieden mit den Abläufen in seinem Haus zu sein. Das Ministerium verwies auf Paragraph 61 der Gemeinsamen Geschäftsordnung der Bundesministerien, der ein Korrekturverfahren ermöglicht. Juristen bewerten die Anwendbarkeit dieses Paragraphen im Steuerrecht jedoch als umstritten. Alle relevanten Stellen – darunter Bundestag und Bundesrat – werden in die Klärung einbezogen.

Ausblick: Konsolidierungsdruck bleibt, KI als Steuerthema der Zukunft

Die politische Bilanz des Tages ist eindeutig: Mehr Steuereinnahmen, aber keine Entlastung für die Bürgerinnen und Bürger. Die Einkommenssteuerreform zugunsten von Familien sowie kleinen und mittleren Einkommen ist zwar beschlossen, ist in der aktuellen Schätzung aber noch nicht berücksichtigt und wird künftig als Steuermindereinnahme zu Buche schlagen.

Am Rande der Pressekonferenz sprach Klingbeil auch über die langfristige Frage, wie Künstliche Intelligenz das Steuersystem verändern könnte. Gemeinsam mit Wirtschaftsminister Carsten Wildberger sollen Konzepte erarbeitet werden, wie KI-gestützte Arbeit künftig in Lohnsteuer und Sozialbeiträge einbezogen werden kann. Der 22-Milliarden-Euro-Konsolidierungsbedarf für 2028 macht deutlich: Die eigentlichen finanzpolitischen Hausaufgaben beginnen erst.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (BILD). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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