Hantavirus auf Kreuzfahrtschiff: Ausbruch im Atlantik

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Dieses Video wurde am 04.05.2026 von DW auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Vor den Kapverdischen Inseln im Atlantik sitzt ein Kreuzfahrtschiff mit rund 150 Passagieren und Besatzungsmitgliedern fest – und das aufgrund eines gefährlichen Hantavirus-Ausbruchs. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind drei Menschen gestorben, weitere befinden sich in einem ernsten Zustand. Die Gesundheitsbehörden der Kapverden verweigern dem Schiff vorerst die Einfahrt in den Hafen, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Der Fall hat internationale Aufmerksamkeit erregt und die WHO eingeschaltet.

Wie das Hantavirus übertragen wird

Hantaviren sind eine große Gruppe von Krankheitserregern, die primär durch Nagetiere auf Menschen übertragen werden. Infizierte Tiere scheiden das Virus über Kot, Urin und Speichel aus. Menschen infizieren sich in der Regel durch das Einatmen von Aerosolen, die beim Aufwirbeln kontaminierten Materials – etwa beim Fegen – entstehen. Auch kontaminierte Lebensmittel können als Übertragungsweg dienen.

Entscheidend ist: Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist bei den meisten Hantavirus-Stämmen äußerst selten. Lediglich einige wenige Varianten, die vorwiegend in Südamerika vorkommen, sind zur Mensch-zu-Mensch-Übertragung in der Lage – genau jene Region, aus der das betroffene Schiff ursprünglich aufgebrochen war.

Lange Inkubationszeit erschwert die Diagnose

Eine besondere Herausforderung bei Hantavirus-Infektionen ist die lange Inkubationszeit von 14 bis 21 Tagen. Betroffene können demnach wochenlang infiziert sein, ohne es zu wissen. Erste Symptome ähneln oft einer gewöhnlichen Erkältung oder Grippe und werden daher leicht fehlgedeutet.

Hantaviren verursachen beim Menschen zwei unterschiedliche Krankheitsbilder:

  • Hantavirus-Lungensyndrom (HPS): Betrifft vor allem die Lunge und kann zu schwerem Atemversagen führen; typisch für amerikanische Virusstämme.
  • Hämorrhagisches Fieber mit renalem Syndrom (HFRS): Betrifft primär die Nieren; verbreitet in Europa und Asien.
  • In beiden Fällen kann der Verlauf lebensbedrohlich sein, insbesondere bei Patienten mit Vorerkrankungen.

Im vorliegenden Fall an Bord des Schiffes deuten die Symptome auf den südamerikanischen HPS-Typ hin, der das Herz-Lungen-System angreift und als besonders schwerwiegend gilt.

Keine Therapie, keine Impfung: nur Symptombehandlung möglich

Weder ein spezifisches Medikament noch ein zugelassener Impfstoff gegen Hantaviren existiert derzeit. Die Behandlung ist rein supportiver Natur: Beatmungsgeräte für Patienten mit schwerem Lungenversagen sowie Dialyse bei Nierenversagen sind die zentralen Maßnahmen. Experten betonen, dass eine frühzeitige Diagnose entscheidend für das Überleben ist.

Der Mangel an Therapieoptionen erklärt sich unter anderem dadurch, dass Hantavirus-Infektionen weltweit relativ selten auftreten – Schätzungen zufolge erkranken jährlich zwischen 150.000 und 200.000 Menschen, viele davon mit milden oder gar keinen Symptomen. Hinzu kommt, dass Nagetiere als Wirtstiere selbst keine Krankheitssymptome zeigen, was die Forschung erheblich erschwert.

Internationale Behörden koordinieren die Krisenreaktion

Weil das Schiff auf seiner Reise von Südamerika Richtung Antarktis mehrere Länder und Territorien angelaufen hat und Menschen aus rund 23 Nationen an Bord sind, ist der Fall zur internationalen Angelegenheit geworden. Die WHO koordiniert gemeinsam mit nationalen Behörden die Reaktion auf den Ausbruch.

Alle rund 150 Personen an Bord befinden sich derzeit in Quarantäne. Experten halten diese Maßnahme trotz der geringen Mensch-zu-Mensch-Übertragbarkeit für sinnvoll, da in dem engen Umfeld eines Schiffes auch andere Atemwegserkrankungen kursieren können und Klarheit über den genauen Infektionsherd noch aussteht. Ob infizierte Nagetiere an Bord sind, eine kontaminierte Lebensmittelquelle vorliegt oder ob eine Person bereits infiziert zugestiegen ist, wird derzeit noch untersucht.

Einer der Passagiere, ein Reise-Vlogger, schilderte die Lage an Bord als emotional belastend: Die Menschen wollten vor allem Sicherheit, Klarheit und die Möglichkeit, nach Hause zu kommen. Die kommenden Tage dürften zeigen, wie die internationalen Behörden den Ausbruch eindämmen und die Betroffenen versorgen können.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (DW). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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