Dieses Video wurde am 17.08.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der Waldbrand Monschau hält die Region im Ausnahmezustand. Nach tagelangen Löscharbeiten zeichnet sich zwar eine vorsichtige Entspannung ab, doch von Entwarnung kann keine Rede sein. Auf einer Pressekonferenz am Sonntag machten Feuerwehreinsatzleiter Philip Krüger und Vertreter der Stadtverwaltung deutlich: Die Lage wird beobachtet – aber nicht beherrscht. Starke Winde aus Südwest werden für den nächsten Tag vorhergesagt und könnten die Situation erneut verschärfen.
Feuer rückt vorerst nicht weiter vor – Regen hilft nur begrenzt
Das Feuer, das ursprünglich von Belgien aus auf deutsches Gebiet übergriff, konnte zuletzt gestoppt werden. Es war bis auf rund 300 Meter an die Bebauungsgrenze von Monschau herangerückt. Feuerwehrkräfte nässten die Wiesen zwischen den Flammen und den Gebäuden systematisch durch, um ein weiteres Vordringen zu verhindern – mit Erfolg.
Hinzu kam etwas Regen in den frühen Morgenstunden. Dieser sorgte allerdings auch für eine hohe Rauchbelastung in den Ortschaften der Region. Vollständig löschen konnte der Niederschlag die Brandherde nicht. Die Feuerwehr betonte, dass das Feuer nach wie vor aktiv ist und intensiv überwacht wird.
Waldbrand-Einsatz: 60 Kräfte an der Evakuierungslinie
Philip Krüger, seit fünf Monaten im Amt als Feuerwehrleiter, berichtete von einer komplexen Einsatzlage mit mehreren Abschnitten. Besonders der Bereich entlang der belgischen Seite gilt als kritisch – das Feuer liegt dort direkt an der festgelegten roten Evakuierungslinie.
- Rund 60 Einsatzkräfte sind seit dem Morgen mit Schläuchen an der Evakuierungslinie im Einsatz.
- Ein belgisches Feuerwehrfahrzeug geriet in einen Graben, was den Zugang für größere Fahrzeuge erschwert.
- Bereiche wie Leiloch, Kloster Reichenstein und Plattefannen werden kontinuierlich per Monitoring überwacht.
- Die Windrichtung hatte sich zwischenzeitlich günstig nach Nordwesten gedreht, was zur Beruhigung in den Ortschaften Mützenich und Monjoie beitrug.
- Für den Folgetag sind starke Böen aus Südwest angekündigt – eine Wetterlage, auf die sich die Einsatzkräfte gezielt vorbereiten.
Krüger beschrieb die Nacht als anspruchsvoll: Mehrere aufflammende Brandherde mussten bekämpft werden, konnten aber durch gute Vorbereitung schnell unter Kontrolle gebracht werden.
Verwaltung: Lage im Blick, nicht im Griff
Die Verwaltungsvertreterin bei der Pressekonferenz betonte, wie außergewöhnlich die Gesamtsituation für alle Beteiligten sei – körperlich wie mental. Seit Freitagnachmittag sind Einsatzkräfte durchgehend im Einsatz, die Verwaltung arbeitet rund um die Uhr.
Ein wichtiger Appell: Die Bevölkerung solle ausschließlich offiziellen Informationen vertrauen und von eigenständigen Aktionen im Einsatzgebiet absehen. Zahlreiche Fehlinformationen kursierten bereits im Netz. Gleichzeitig wurden die vielen Hilfsangebote aus der Bevölkerung ausdrücklich gewürdigt – auch wenn nicht alle sofort in Anspruch genommen werden könnten.
Evakuierte Anwohnerinnen und Anwohner werden umgehend informiert, sobald eine Rückkehr in ihre Häuser möglich ist. Wann das der Fall sein wird, blieb offen – die Lage hängt maßgeblich von der weiteren Wetterentwicklung ab.
Ausblick: Windgefahr bleibt entscheidender Faktor
Der Waldbrand im Hohen Venn gehört nach Einschätzung der Behörden zu den größten Bränden in der Geschichte Belgiens. Für die deutschen Gebiete rund um Monschau bleibt die Lage fragil. Ob die Entspannung anhält, hängt vor allem von den angekündigten Südwestwinden ab. Die Feuerwehr ist auf dieses Szenario vorbereitet – vollständige Entwarnung wird es erst geben, wenn die Flammen dauerhaft gelöscht sind und sich die Wetterlage stabilisiert hat.
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