Infrastruktur-ETF: Strom als KI-Flaschenhals

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Dieses Video wurde am 18.08.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Chips, Speicher, Kühlsysteme, Netzwerkkabel – die Engpässe der KI-Revolution wechselten in den vergangenen Jahren im Monatsrhythmus. Doch Strom ist der eine Flaschenhals, der nicht verschwindet. Jede KI-Anfrage, jedes Rechenzentrum ist auf Energie angewiesen – und Energie braucht Netze, Kraftwerke und Speicher. Für Anleger eröffnet das eine langfristige Investmentperspektive: Infrastruktur-ETFs, die breit in Energieinfrastruktur investieren, verbinden Wachstum, Stabilität und Inflationsschutz in einem Paket, das an der Börse selten ist.

Warum Strom der entscheidende KI-Engpass ist

Ein einziges großes Rechenzentrum kann so viel Strom verbrauchen wie eine Stadt mit 100.000 Einwohnern. Weltweit werden derzeit 3.000 bis 4.000 neue Rechenzentren gebaut oder geplant – ohne ausgebaute Stromnetze bringt das alles nichts. Die EU-Kommission rechnet allein in Europa bis 2030 mit knapp 600 Milliarden Euro nötigen Investitionen in Netze.

Hinzu kommt die Elektrifizierung ganzer Wirtschaftssektoren. Immer mehr Branchen stellen von fossilen auf strombasierte Lösungen um – spätestens seit dem Ukrainekrieg auch aus Gründen der Energiesicherheit. Die Energiewende ist damit gleichzeitig ein Sicherheitsprojekt.

Anders als bei Halbleiter-Engpässen, die sich in Monaten auflösen, braucht der Aufbau von Stromnetzen und Kraftwerkskapazitäten Jahrzehnte. Das macht den Sektor strukturell attraktiv für geduldige Anleger.

Infrastruktur-ETFs im Vergleich: Vier Kategorien

Der Markt für Infrastruktur-ETFs ist heterogen. Die Einjahresperformance reicht von unter 7 % bis fast 60 % – je nach Schwerpunkt. Eine grobe Einteilung in vier Kategorien hilft bei der Orientierung:

  • Renditerakete: Global X Data Center REITs & Digital Infrastructure ETF – Ein-Jahres-Plus von 59,3 %, Dreijahresrendite 29,5 % p.a., Kosten 0,50 %. Konzentrierte KI-Wette mit entsprechenden Schwankungsrisiken.
  • Stromnetzwette USA: First Trust Nasdaq Clean Edge Smart Grid Infrastructure – Ein-Jahres-Plus 35 %, Dreijahresrendite 24 % p.a., Kosten 0,63 %. Fokus auf intelligente Netze in Amerika.
  • Allrounder: BNP Paribas Easy ECPI Global ESG Infrastructure – Ein-Jahres-Plus 23,4 %, bestes Sharpe Ratio im Vergleichsfeld, Kosten nur 0,31 %. Breites Basisinvestment mit attraktivem Rendite-Risiko-Verhältnis.
  • Defensiver Ansatz: SPDR Morningstar Multi-Asset Global Infrastructure – Ein-Jahres-Plus knapp 10 %, streut über Branchen, Regionen und Anleihen. Geeignet als Anleihenersatz mit Aufwärtspotenzial.

Wer auf den europäischen Netzausbau setzen möchte, kann sich zusätzlich den Global X European Infrastructure Development ETF ansehen. Seine bisherige Einjahresrendite von 6,9 % kann als Warnung oder als Einstiegschance gelesen werden.

Stärken und Risiken des Sektors

Infrastrukturunternehmen sind häufig Quasi-Monopolisten mit staatlich garantierten Renditen. Preisgleitklauseln in den Verträgen sorgen dafür, dass steigende Kosten automatisch weitergegeben werden – ein natürlicher Inflationsschutz. Die Kreditausfallrate im Infrastruktursektor lag 2025 bei nur 1,2 %, gegenüber 1,9 % in der Gesamtwirtschaft.

Dennoch gibt es einen strukturellen Haken: die Regulierung. Der Staat garantiert die sichere Rendite – er kann sie aber auch beschränken. Als Beispiel dient der spanische Netzbetreiber Red Eléctrica: Nach dem großen Blackout im April 2025 geriet das Unternehmen ins Visier der Regulierungsbehörden, die Aktie verlor seitdem rund ein Viertel ihres Wertes.

Zudem sind die Bewertungen im Sektor zuletzt gestiegen. Institutionelle Investoren haben das Thema längst entdeckt. Trotzdem notieren die meisten Infrastrukturwerte noch mit Abschlag gegenüber Technologieaktien.

Daimler Truck: Lichtblick in der deutschen Automobilindustrie

Abseits der ETF-Welt lieferte zuletzt auch eine deutsche Aktie positive Schlagzeilen: Daimler Truck, vor fünf Jahren als eigenständiges Unternehmen von Mercedes abgespalten. Seit Jahresbeginn legte die Aktie rund 23 % zu – in etwa so viel wie der Nasdaq 100.

Der Konzern profitiert von starkem US-Geschäft mit Marken wie Freightliner und Western Star, vollen Auftragsbüchern und einer sich abzeichnenden Zolleinigung mit der US-Regierung. China spielt für das LKW-Geschäft kaum eine Rolle – anders als bei den deutschen Pkw-Herstellern ein klarer Vorteil.

Das größte verbleibende Risiko sind die EU-CO₂-Vorgaben: Bis 2030 soll rund ein Drittel aller verkauften LKW elektrisch sein. Derzeit liegt der Elektroanteil bei erst 6 %. Vorstandschefin Karin Radström setzt auf Lobbying in Brüssel, um härtere Vorgaben zeitlich zu strecken – die meisten Analysten halten diesen Plan für aussichtsreich.

Der übergeordnete Befund bleibt dennoch klar: Strom ist der neue dauerhafte Engpass – und wer in die Infrastruktur investiert, die ihn bereitstellt, setzt auf ein Thema mit Jahrzehnte-Perspektive. Anleger sollten dabei stets ins Factsheet schauen: Nicht jeder Infrastruktur-ETF hält dasselbe – Vorsorgeunternehmen, Autobahnbetreiber und Netzbauer sind fundamental verschiedene Investitionen.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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