Dieses Video wurde am 18.08.2026 von Handelsblatt auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die US-Schulden wachsen rasant auf fast 40 Billionen Dollar – und das ausgerechnet unter einem Präsidenten, der einst versprochen hatte, die Staatsausgaben drastisch zu senken. Donald Trumps Schuldenpolitik entwickelt sich zu einer der größten Bedrohungen für die globalen Finanzmärkte. Doch nicht nur Amerika sorgt für Schlagzeilen: Auch Volkswagens Transporter-Strategie erweist sich als kostspieliger Fehler, und im Iran-Konflikt kündigt sich eine neue Eskalationsstufe an.
US-Schulden: 40 Billionen Dollar und kein Ende in Sicht
Die Vereinigten Staaten steuern auf eine Gesamtverschuldung von 40 Billionen Dollar zu. Die Schuldenquote liegt bereits bei 123 Prozent des Bruttoinlandsprodukts – im Jahr 2007 waren es noch 65 Prozent. Allein die Zinszahlungen auf diese Schuldenlast belaufen sich in diesem Jahr auf eine Billion Dollar und übersteigen damit erstmals den US-Verteidigungshaushalt.
Bereits in seiner ersten Amtszeit häufte Trump 7,8 Billionen Dollar neue Schulden an – ein absoluter Rekord unter allen US-Präsidenten. Sein Nachfolger Biden setzte den Kurs fort. Was Trumps aktuelle Schuldenpolitik jedoch besonders riskant macht, ist ihre Finanzierungsstruktur.
- 22 Prozent der US-Staatsschuld sind über kurzlaufende Anleihen (sogenannte T-Bills) finanziert – ein historischer Rekordwert.
- T-Bills laufen nur einen Monat bis zu einem Jahr und werden mit 3,7 bis 4,0 Prozent verzinst.
- Zehnjährige Treasuries bieten 4,7 Prozent, dreißigjährige sogar rund 5,0 Prozent.
- T-Bills binden Bankbilanzen und zwingen die Federal Reserve indirekt zum Einspringen.
- Steigen die Zinsen, droht eine teure Refinanzierungswelle in kürzester Zeit.
US-Chefökonom Steven Blitz vom Research-Haus TS Lombard vergleicht die Situation mit einem Alkoholiker, der stets nur „noch ein Getränk” nehmen will: Es funktioniere – bis es nicht mehr funktioniere. Und wenn es scheitere, geschehe das früher und mit größerer Wucht als erwartet.
VW-Bulli: Wie eine strategische Fehlentscheidung das Werk Hannover bedroht
Volkswagen steckt in einer selbst verschuldeten Krise im Nutzfahrzeugsegment. Ex-Konzernchef Herbert Diess entschied zu Beginn seiner Amtszeit, den legendären VW Bulli gemeinsam mit Ford zu entwickeln und bauen zu lassen – VW sollte das Fahrzeug lediglich unter eigenem Namen verkaufen. Zwei nahezu identische Transporter, einer günstig (Ford), einer teuer (VW).
Das Ergebnis sieben Jahre später: Die Kundschaft greift überwiegend zur Ford-Variante. Lag VW bei kleinen Transportern 2023 noch deutlich vorn, schrumpften die Verkaufszahlen bis 2025 auf rund 120.000 Einheiten, während Ford rund 200.000 Stück absetzte.
Die Folgen für das VW-Nutzfahrzeugwerk Hannover sind gravierend: Die Fabrik ist kaum noch ausgelastet, die Fertigungskosten sollen zeitweise im fünfstelligen Eurobereich je Fahrzeug gelegen haben – statt der angestrebten 3.000 Euro. Für Trumps Nachfolger Oliver Blume ist das Hannoveraner Werk damit ein potenzieller Schließungskandidat – ein weiteres Problem in einem bereits krisengeplagten Konzern.
Iran: Trump rückt vom Deal ab – neue Eskalation droht
Die Hoffnung auf eine diplomatische Einigung zwischen den USA und dem Iran schwindet rapide. Trump erklärte am Montagabend im Oval Office: „Sie werden nicht die Art von Abkommen schließen, die ich für notwendig halte.” Zugleich bekräftigte er das einzige verbliebene Ziel der US-Politik: Der Iran dürfe keine Atomwaffen besitzen.
Gleichzeitig verschärfte Trump den Ton gegenüber der Region deutlich:
- Er drohte Oman mit Militärschlägen, sollte das Land in der Straße von Hormus nicht kooperieren.
- Trump erneuerte seine Ankündigung, die Straße von Hormus zum US-Territorium zu erklären.
- Die USA streben laut Trump auch kein neues Waffenstillstandsabkommen mit Teheran an.
Die genaue Stoßrichtung der US-Politik bleibt vorerst unklar – für Stabilität in der Region sorgen Trumps Aussagen jedoch nicht.
Weitere Meldungen: EBM-Papst, Nvidia, Commerzbank und Münchner Seegrundstücke
Der US-Konzern Madison Air übernimmt den Ventilatorenspezialisten EBM-Papst für knapp 5 Milliarden Euro – ein Deal, der in weniger als zehn Wochen abgeschlossen wurde. Treiber ist der KI-Boom: Rechenzentren benötigen Kühlung, und wer liefern kann, ist gefragt. Hauptsitz und Führung bleiben im hohenlohischen Mulfingen.
Chiphersteller Nvidia investiert 1,5 Milliarden Dollar in einen gigantischen Rechenzentrumskomplex in Ohio, den OpenAI über 20 Jahre pachten wird. Das Konstrukt garantiert Nvidia zugleich die Nachfrage nach seinen eigenen Chips – ein Mechanismus, der Kritiker an ein Schneeballsystem erinnert.
Die Bundesregierung will die Übernahme der Commerzbank durch die italienische UniCredit offenbar nicht mehr blockieren – vorausgesetzt, die Management-Teams beider Institute einigen sich auf ein gemeinsames Vorgehen. UniCredit hält bereits knapp 50 Prozent der Commerzbank-Anteile.
Die Verdichtung dieser Entwicklungen – explodierende US-Staatsschulden, industrielle Fehlentscheidungen und geopolitische Spannungen – zeigt, wie eng wirtschaftliche und politische Risiken derzeit miteinander verknüpft sind. Für Anleger und Unternehmen bleibt die Unsicherheit damit das bestimmende Thema des Spätsommers 2025.
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