Dieses Video wurde am 21.08.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die US-Staatsverschuldung hat erstmals in der Geschichte die Marke von 40 Billionen Dollar überschritten – eine Zahl mit zwölf Nullen. An der Wall Street reagierten die Kurse mit deutlichen Verlusten. Präsident Donald Trump hingegen widmete sich an diesem Tag lieber einem anderen Thema: den Verschönerungsarbeiten rund ums Weiße Haus. Ein Auftritt, der selbst im eigenen Lager für Kopfschütteln sorgte.
37 Minuten Selbstlob für Gras, Masten und Auffahrt
Trump nahm sich 37 Minuten Zeit, um die Umbauten auf dem Gelände des Weißen Hauses in den höchsten Tönen zu preisen. Im Mittelpunkt standen ein neuer Helikopter-Landeplatz, eine neu angelegte Auffahrt, frisch verlegte Flaggenmasten – und der Rasen. „Wir haben brandneue Erde verwendet, wirklich sehr gute”, erklärte Trump. „Wenn ihr Gras wäret, würdet ihr euch freuen.” Der Satz sorgte in der US-Hauptstadtpresse für ungläubiges Staunen.
Trump lobte sich außerdem als ausgewiesenen Experten für Flaggenmasten: „Ich bin sehr gut in Flaggenmasten.” Eine präsidiale Selbstbeweiräucherung, die Beobachter als zunehmend obsessiv beschreiben.
Ballsaal-Projekt stockt – Kritik auch aus den eigenen Reihen
Weniger gut läuft es beim benachbarten Großprojekt: Der geplante Ballsaal auf dem Gelände des Weißen Hauses, mit einem Kostenrahmen von 400 Millionen Dollar, liegt derzeit auf Eis. Ein Gericht muss noch über den Weiterbau entscheiden.
Das Projekt ist laut Beobachtern massiv unpopulär – und das nicht nur bei der Opposition. Auch im republikanischen Lager mehren sich kritische Stimmen. Granit und protzige Ausstattung seien kein geeignetes Mittel, um Wählerinnen und Wähler zu überzeugen, so der Tenor.
Schulden und steigende Preise belasten die Amerikaner
Während Trump seine Beautytour durchs Weiße Haus veranstaltet, wächst der finanzielle Druck auf die US-Bevölkerung. Die wichtigsten Zahlen im Überblick:
- Die Staatsverschuldung liegt erstmals bei über 40 Billionen Dollar
- Rund 11,5 Billionen Dollar davon häuften sich unter Trump an – obwohl er versprochen hatte, die Schulden zu halbieren
- Pro Kopf entfallen auf jeden Amerikaner inzwischen 117.000 Dollar Staatsschulden
- Zum Vergleich: In Deutschland liegt der Pro-Kopf-Wert bei rund 36.000 Dollar
- Steigende Verbraucherpreise belasten die Haushaltskassen zusätzlich
Die Schuldenuhr tickt schneller denn je. Und die Ankündigung eines „totalen Wirtschaftskriegs” gegen den Iran – anstelle der zuvor angedeuteten Militäroption – wirkt für viele Beobachter wie ein Eingeständnis außenpolitischer Schwäche.
Flucht in die Kontrolle – oder politisches Kalkül?
Politische Beobachter deuten Trumps auffällige Konzentration auf die Baustellen rund ums Weiße Haus als eine Art präsidiale Entspannungsübung. In einer Zeit, in der globale Krisen, explodierende Schulden und innenpolitischer Gegenwind zusammenkommen, lenkt Trump den Blick auf das, was er scheinbar kontrollieren kann: Beton, Rasen und Masten.
Am Ende des Auftritts verwies Trump noch einmal auf seine Vergangenheit als Immobilienentwickler – er sei sehr gut gewesen, vielleicht sogar der Beste. Es bleibt fraglich, ob diese Selbstinszenierung hilft, die wachsenden wirtschaftlichen Sorgen der Bevölkerung zu zerstreuen. Die 40-Billionen-Marke jedenfalls dürfte noch lange ein Symbol für die finanzpolitischen Widersprüche der Trump-Präsidentschaft bleiben.
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