Inflation steigt: Großhandel und Energie als Vorboten
Steigende Großhandels- und Energiepreise deuten auf wachsende Inflation hin. Experten warnen: In den nächsten Monaten könnte die Teuerungsrate auf über 3 % klettern.
Dieses Video wurde am 16.09.2026 von ntv Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Verbraucherpreise in Deutschland sind zuletzt um 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen – doch das könnte erst der Anfang sein. Denn im sogenannten „Maschinenraum” der Wirtschaft baut sich erheblicher Druck auf: Importpreise, Großhandelspreise und Erzeugerpreise ziehen deutlich an und werden mit zeitlicher Verzögerung an die Verbraucher weitergegeben. Analysten warnen, dass die Inflation in den kommenden Monaten auf über drei Prozent steigen könnte – unter bestimmten Bedingungen sogar auf vier Prozent.
Inflation: Was die Vorlaufindikatoren signalisieren
Wer verstehen will, wohin sich die Teuerung entwickelt, muss auf die Preise schauen, die noch vor dem Verbraucher in der Lieferkette stehen. Diese Vorlaufindikatoren zeichnen derzeit ein besorgniserregendes Bild:
- Importpreise: plus 6,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr
- Großhandelspreise: plus 6,8 Prozent
- Erzeugerpreise: plus 3,0 Prozent
Alle drei Kategorien werden früher oder später an die Endverbraucher weitergegeben. Die Weitergabe erfolgt dabei nicht sofort, sondern mit einer zeitlichen Verzögerung von mehreren Monaten. Genau das macht diese Entwicklung so bedeutsam: Die aktuelle Verbraucherpreisinflation spiegelt noch nicht den vollen Preisdruck wider, der sich in den vorgelagerten Stufen bereits aufgestaut hat.
Hinzu kommt das Risiko sogenannter Zweitrundeneffekte: Wenn steigende Preise zu höheren Lohnforderungen führen, können diese wiederum die Preise weiter antreiben – ein sich selbst verstärkender Kreislauf.
Energie als größter Preistreiber
Besonders drastisch ist die Lage im Energie- und Rohstoffsektor. Die Preisanstiege in diesem Bereich übertreffen die allgemeine Teuerungsrate bei Weitem und setzen die gesamte Wirtschaft unter Druck:
- Öl und Energie insgesamt: plus 26 Prozent
- Mineralölerzeugnisse: plus 47 Prozent
- Erdgas: plus 18 Prozent
- Kunststoffe: plus 18 Prozent
Gerade Mineralölerzeugnisse und Kunststoffe sind Grundstoffe für eine Vielzahl von Produkten und Dienstleistungen. Steigende Kosten in diesen Bereichen schlagen sich in nahezu allen Wirtschaftszweigen nieder – von der Produktion über den Transport bis hin zum Einzelhandel.
Solange der Ölpreis im Bereich von 110 US-Dollar pro Barrel verbleibt, rechnen Experten damit, dass die Inflationsrate in den nächsten Monaten zunächst in Richtung 3,5 Prozent klettern könnte. Sollte der Ölpreis auf diesem Niveau stabil bleiben oder weiter steigen, ist sogar eine vier vor dem Komma nicht ausgeschlossen.
Was erwartet die EZB?
Die Europäische Zentralbank (EZB) geht in ihren aktuellen Projektionen davon aus, dass die Inflation im vierten Quartal 2026 ihren Hochpunkt erreichen wird – bei einem Wert von rund 3,6 Prozent. Dieser Wert würde deutlich über dem EZB-Ziel von zwei Prozent liegen.
Allerdings haben die Prognosen der EZB in der Vergangenheit wiederholt nicht die tatsächliche Preisentwicklung vorhergesagt. Die Zentralbank hat die Inflationsdynamik mehrfach unterschätzt und musste ihre Projektionen nachträglich nach oben korrigieren. Marktbeobachter mahnen daher zur Vorsicht bei einer zu unkritischen Übernahme der EZB-Szenarien.
Die entscheidende Frage ist, ob und wann die EZB geldpolitisch gegensteuert – etwa durch weitere Zinsanpassungen – und ob dies schnell genug geschieht, um eine Verfestigung der Inflation zu verhindern.
Ausblick: Druck im System bleibt hoch
Die Datenlage ist eindeutig: Der Preisdruck in der wirtschaftlichen Lieferkette ist derzeit erheblich und hat sich noch nicht vollständig in den Verbraucherpreisen entladen. Für Haushalte bedeutet das, dass die Kaufkraft in den kommenden Monaten weiter unter Druck geraten dürfte.
Entscheidend wird sein, wie sich die Rohstoffmärkte – insbesondere der Ölmarkt – weiterentwickeln und ob die Lohnentwicklung die Zweitrundeneffekte verstärkt. Sowohl Verbraucher als auch Unternehmen sollten sich auf eine anhaltend erhöhte Teuerung einstellen. Eine schnelle Rückkehr zur Preisstabilität erscheint unter den aktuellen Bedingungen wenig wahrscheinlich.
Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (ntv Nachrichten). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.