Märkte am Morgen: Apple, Micron, Anthropic im Fokus
Zum Quartalsende zeigen die Märkte am Morgen gemischte Signale: Apple plant Umbau, Micron legt Zahlen vor und Anthropic peilt eine Börsenbewertung von 2 Billionen Dollar an.
Dieses Video wurde am 30.09.2026 von DER AKTIONÄR TV auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Zum letzten Handelstag des dritten Quartals präsentieren sich die Märkte am Morgen des 30. September mit überwiegend positiven Vorzeichen. Der DAX, der am Vortag nur mit einem hauchdünnen Plus von 0,1 Prozent aus dem Handel ging, wird vorbörslich mit einem Aufschlag von rund 0,6 Prozent erwartet. Die US-Indizes lieferten leicht negative Vorgaben: Dow Jones und S&P 500 verloren je rund 0,2 Prozent, der Nasdaq gab etwa 0,1 Prozent ab. In Asien dominierten derweil die Käufer – der Nikkei legte über 2 Prozent zu, der Shanghai Composite stieg um 0,45 Prozent.
Trump trifft Silicon Valley: KI-Regulierung bleibt locker
Ein politisches Signal sorgte im Vorfeld für Aufmerksamkeit: Donald Trump empfing zahlreiche Führungskräfte aus dem Silicon Valley, darunter Nvidia-Chef Jensen Huang und den CEO von Anthropic. Nach dem Treffen bekräftigte Trump, keine schärferen Gesetze zur Regulierung von künstlicher Intelligenz anstreben zu wollen. Die bestehenden Regelungen seien ausreichend; die Unternehmen würden Sicherheitsfragen eigenverantwortlich regeln. Diese Haltung dürfte die KI-Branche kurzfristig entlasten.
Ebenfalls im Blick: Die PCE-Inflationsdaten für August werden am Nachmittag veröffentlicht und gelten als wichtiger Stimmungstest für eine mögliche Notenbankentscheidung im Oktober. Der Ölpreis gab zuletzt nach – Brent notiert bei rund 103 Dollar, WTI knapp unter 90 Dollar. Der Bitcoin stand bei etwa 83.600 Dollar.
Apple: Neuer CEO setzt auf Umbau und flexible Produktzyklen
Beim Tech-Giganten Apple treibt der neue Konzernchef John Turnus den Umbau des Unternehmens voran. Laut einem Bloomberg-Bericht, der sich auf interne Quellen stützt, plant Apple eine grundlegende Änderung seiner Produktstrategie:
- Neue Produkte sollen künftig über das gesamte Jahr verteilt erscheinen – nicht mehr nur im Frühjahr und Herbst.
- Feste Ankündigungstermine, etwa das jährliche iPhone-Event im September, sollen der Vergangenheit angehören.
- Hierarchien werden abgebaut, um Ingenieure näher an die Konzernführung zu bringen.
- Management-Ebenen sollen reduziert werden, um flachere Strukturen zu schaffen.
Intern herrscht laut Bloomberg jedoch eine gewisse Skepsis: Mitarbeiter rechnen damit, dass die Umbaumaßnahmen mehrere Jahre benötigen könnten, bis sie sichtbare Früchte tragen. Die Apple-Aktie zeigte zuletzt nach einer treppenartigen Aufwärtsbewegung eine kleine Konsolidierungsphase.
Micron Technology und Cal-Maine Foods: Zahlen im Fokus
Micron Technology legt heute Abend nach US-Börsenschluss die Ergebnisse für das vierte Geschäftsquartal vor. Die Erwartungen sind hoch:
- Analysten rechnen im Schnitt mit einem Umsatz von 51,1 Milliarden Dollar – Micron selbst erwartet rund 50 Milliarden Dollar (±1 Milliarde).
- Beim Gewinn je Aktie prognostizieren Analysten 31,52 Dollar; das Unternehmen selbst nennt 31 Dollar als Ziel.
- Im Jahresvergleich würde das einem Umsatzsprung von rund 300 Prozent und einem EPS-Anstieg von rund 940 Prozent entsprechen.
Entscheidend wird jedoch der Ausblick sein. Da die Analystenerwartungen leicht über den eigenen Prognosen Microns liegen, könnte ein bloßes Erfüllen der unternehmenseigenen Ziele Enttäuschung hervorrufen. Der Optionsmarkt preist eine Kursbewegung von 8,5 bis 11 Prozent ein.
Ebenfalls berichtet heute Cal-Maine Foods, der führende US-Eierproduzent. Analysten erwarten einen Umsatzrückgang von rund 39 Prozent auf 561,6 Millionen Dollar sowie einen bereinigten Verlust je Aktie von 76 Cent – nach einem Gewinn von 4,12 Dollar im Vorjahreszeitraum. Überangebot, saisonale Effekte und hohe Produktionskosten belasten das Ergebnis. Besonderes Augenmerk gilt den verarbeiteten Eierprodukten, in die das Unternehmen bereits 54 Millionen Dollar investiert hat und die Kapazitäten bis 2028 um 60 Prozent ausbauen will.
Anthropic und Oura: IPO-Neuigkeiten mit gegensätzlichen Vorzeichen
Das KI-Unternehmen Anthropic, Anbieter des KI-Assistenten Claude, sorgt für Schlagzeilen: Laut einem Reuters vorliegenden IPO-Prospekt peilt das Unternehmen eine Marktkapitalisierung von mehr als 2 Billionen Dollar an – mehr als doppelt so viel wie die bisher bekannte Zielbewertung von rund 900 Milliarden Dollar. Das würde Anthropic unter die sieben wertvollsten börsennotierten Unternehmen der Welt katapultieren. Bei einem Umsatz von 4,6 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr stand jedoch auch ein operatives Minus von 8 Milliarden Dollar zu Buche. Ein konkreter Börsengang-Termin ist noch nicht festgesetzt.
Beim skandinavischen Smartring-Hersteller Oura wurde das geplante IPO an der Nasdaq hingegen auf unbestimmte Zeit verschoben – obwohl die Emission laut Bloomberg vierfach überzeichnet war. Als Grund nennt das Unternehmen die allgemeine Unsicherheit am IPO-Markt. Operativ läuft es gut: Oura zählt 5,7 Millionen zahlende Mitglieder und erwartet für das laufende Jahr ein Umsatzwachstum von rund 90 Prozent.
Abgerundet wird der Morgenüberblick durch eine Analyse zu Puma: JP Morgan senkte das Kursziel von 26 auf 24 Euro und bestätigte die neutrale Einstufung. Als Grund gelten ein schwieriges Branchenumfeld und die anhaltende Bereinigung der Vertriebskanäle. Das dritte Quartal dürfte laut den Analysten einen Nettoumsatzrückgang von 7 Prozent bringen – stärker als bisher erwartet. Die Puma-Aktie rutschte zuletzt unter die 200-Tage-Linie.
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