Lars Klingbeil: 188.000 Euro für Fotos und Visagistik
Seit Amtsantritt als Vizekanzler gab Lars Klingbeils Ministerium rund 188.000 Euro für Fotografen und Visagistik aus. Eine AfD-Anfrage legte die Zahlen offen.
Dieses Video wurde am 07.10.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Das Bundesfinanzministerium unter Lars Klingbeil hat seit dessen Amtsantritt als Vizekanzler und Finanzminister rund 188.000 Euro für externe Fotografen sowie Visagistik– und Schminkleistungen ausgegeben. Die Zahlen wurden durch eine parlamentarische Anfrage der AfD öffentlich — und sorgen nun für politischen Wirbel rund um den Vorwurf der Steuerverschwendung.
Wohin floss das Geld im Detail?
Den mit Abstand größten Anteil der Ausgaben verschlang die Beauftragung externer Fotografen. Allein seit Mai 2025 wurden dafür rund 165.000 Euro aus dem Ministeriumsbudget aufgewendet. Dieser Betrag umfasst offenbar Aufträge für professionelle Bildproduktionen im Zusammenhang mit dem öffentlichen Auftritt des Ministers.
Hinzu kommen weitere rund 23.000 Euro für Schmink- und Visagistikleistungen. Diese Ausgaben sind direkt der Person Klingbeils und seiner Außendarstellung zuzuordnen — und genau das macht sie politisch angreifbar.
- Gesamtausgaben seit Amtsantritt: rund 188.000 Euro
- Externe Fotografen (ab Mai 2025): rund 165.000 Euro
- Visagistik und Schminke: rund 23.000 Euro
AfD wirft Klingbeil Verschwendung vor
Grundlage der Enthüllung ist eine parlamentarische Anfrage der AfD, auf die das Finanzministerium antworten musste. Der AfD-Abgeordnete Hauge Finger nutzte die offengelegten Zahlen umgehend für scharfe Kritik: Klingbeil verschwende Steuergeld auf Kosten der Bürgerinnen und Bürger, so der Vorwurf.
Die AfD sieht in den Ausgaben einen symptomatischen Beleg dafür, dass führende Regierungspolitiker bei der eigenen Selbstinszenierung großzügig sind, während sie in anderen Bereichen Sparmaßnahmen einfordern. Parlamentarische Anfragen dieser Art sind ein klassisches Mittel der Oppositionskontrolle und dienen dazu, Regierungshandeln transparent zu machen.
Einordnung: Sind solche Ausgaben ungewöhnlich?
Grundsätzlich ist es in der Bundespolitik nicht unüblich, dass Ministerien Mittel für die professionelle Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit ihrer Minister bereitstellen. Pressefotografie, Porträtaufnahmen für offizielle Anlässe und die mediale Begleitung von Terminen gelten als Teil des regulären Ministerbetriebs.
Gleichwohl fällt die Höhe der Summe auf. 188.000 Euro in vergleichsweise kurzer Amtszeit ist ein Betrag, der politisch erklärt werden muss — insbesondere in einer Zeit, in der das Bundesfinanzministerium selbst für Haushaltsdisziplin und Sparsamkeit wirbt. Ob die Ausgaben im Verhältnis zu anderen Ministerien überdurchschnittlich hoch sind, ist bislang nicht öffentlich dokumentiert.
Das Ministerium hat sich zu den konkreten Inhalten der beauftragten Leistungen bislang nicht weitergehend geäußert. Eine detaillierte Aufschlüsselung der einzelnen Aufträge liegt der Öffentlichkeit nicht vor.
Politischer Druck dürfte weiter wachsen
Der Vorfall reiht sich in eine breitere Debatte über Transparenz und Ausgabendisziplin in deutschen Ministerien ein. Oppositionsparteien nutzen parlamentarische Anfragen zunehmend gezielt, um Kosten für Image und Kommunikation ans Licht zu bringen. Für Klingbeil, der als SPD-Vorsitzender und Vizekanzler eine zentrale Rolle in der Bundesregierung einnimmt, kommt die Debatte zu einem ungünstigen Zeitpunkt.
Ob das Ministerium die Ausgaben öffentlich rechtfertigen oder zukünftige Aufträge reduzieren wird, bleibt abzuwarten. Der politische Druck durch die AfD-Anfrage hat das Thema jedenfalls auf die Agenda gesetzt — und dürfte nicht so schnell wieder verschwinden.
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