Wednesday, 4. November 2026
AfD

CDU in Sachsen-Anhalt: Das AfD-Dilemma

Die CDU in Sachsen-Anhalt steckt im AfD-Dilemma: Gespaltene Fraktion, unklare Machtfragen und Umfragetief – was bedeutet das für die Regierungsbildung?

Redaktion · 3. November 2026, 20:00 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 03.11.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die CDU in Sachsen-Anhalt steht vor einem politischen Dilemma: Einerseits verbietet Parteichef Friedrich Merz jede Zusammenarbeit mit der AfD, andererseits zwingt die reale Lage im Magdeburger Landtag zu einem pragmatischeren Umgang. Eine aktuelle Umfrage zeigt, wie dramatisch die Lage für die Union in Ostdeutschland geworden ist – und warum die CDU ausgerechnet ein Interesse daran haben könnte, dass die AfD die Regierung übernimmt.

AfD dominiert Ostdeutschland – CDU im Umfragetief

Laut einer aktuellen Insa-Umfrage kommt die AfD in den ostdeutschen Bundesländern inklusive Berlin auf bemerkenswerte 40 Prozent. Die CDU hingegen sackt dort auf nur noch 13 Prozent ab – gleichauf mit der Linken. Auch im Westen Deutschlands zeigt sich die Stärke der AfD: Mit 25 Prozent liegt sie dort vor der Union, die auf 22 Prozent kommt.

Bundesweit verliert die AfD zwar anderthalb Prozentpunkte und landet bei 28 Prozent, während die Union auf 20 Prozent zulegt. Der Abstand zwischen beiden Parteien schrumpfte damit innerhalb einer Woche von zehneinhalb auf acht Prozentpunkte. Die Zahlen verdeutlichen dennoch: Im Osten ist die CDU strukturell ins Hintertreffen geraten.

Gespaltene Fraktion in Magdeburg

Innerhalb der CDU-Fraktion in Sachsen-Anhalt brodelt es. Bei der Fraktionssitzung am 13. Oktober hatte man sich noch darauf geeinigt, bei der Wahl von Ulrich Sigmund zum Ministerpräsidenten geschlossen den Saal zu verlassen – um jeden Anschein einer Unterstützung des AfD-Kandidaten zu vermeiden.

Doch die Einheit hielt nicht lange. Gido Heuer, der ehemalige Fraktionsvorsitzende, kündigte zunächst an, im Saal bleiben zu wollen – und sagte dann seine Teilnahme an der aktuellen Fraktionssitzung ganz ab. In der Fraktion haben sich mittlerweile zwei Lager herausgebildet: das Lager um Heuer und das um Sven Schulze, den amtierenden Ministerpräsidenten. Beide stehen sich konträr gegenüber – in persönlichen Fragen, aber vor allem beim Umgang mit der AfD.

Das taktische Dilemma der Sachsen-Anhalt-CDU

Der Kern des Problems lässt sich so zusammenfassen: Sigmund kann ohne Stimmen aus der CDU nur über einen dritten Wahlgang ins Amt kommen. Damit stellt sich der Union eine fast unlösbare Frage:

  • Stimmt die CDU für Sigmund, verstößt sie gegen das Merz-Gebot der Nicht-Zusammenarbeit mit der AfD.
  • Verweigert die CDU ihre Stimmen, bleibt Sven Schulze im Amt – aber ohne Mehrheit im Landtag und damit faktisch ohne Macht.
  • Scheitert die Regierungsbildung vollständig, drohen Neuwahlen.
  • Bei Neuwahlen könnte die CDU angesichts der aktuellen Umfragewerte noch stärker abstürzen.
  • Ein AfD-geführtes Land hätte paradoxerweise den Vorteil, die CDU vor einem weiteren Wahldesaster zu bewahren.

Genau das macht die Situation so verfahren: Eigentlich müsste die CDU ein Interesse daran haben, dass die AfD die Regierung übernimmt – um nicht erneut in Wahlen zu müssen und dort noch stärker abgestraft zu werden.

Dezember bringt Entscheidung – Ausblick auf die Regierungsbildung

Die offenen Fragen sollen spätestens im Dezember 2026 beantwortet werden: Dann steht die Wahl des neuen Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt auf der Tagesordnung. Wie sich die CDU-Abgeordneten bei der Abstimmung über Ulrich Sigmund verhalten werden, ist derzeit noch völlig offen.

Die Situation offenbart ein grundsätzliches Spannungsverhältnis innerhalb der Union: Das Berliner Parteidiktat der strikten Abgrenzung von der AfD trifft auf eine ostdeutsche Realität, in der die Konservativen zur Schwundgröße geworden sind. Wie die CDU in Sachsen-Anhalt diesen Widerspruch auflöst, dürfte richtungsweisend für den Umgang der gesamten Partei mit der AfD im Osten sein.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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