F-35 für Deutschland: Erste Übergabe in den USA
Verteidigungsminister Pistorius reist in die USA: Lockheed Martin übergibt in Fort Worth den ersten F-35-Tarnkappenjets an die Bundeswehr – das Tornado-Aus naht.
Dieses Video wurde am 15.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Mit der Übergabe des ersten F-35-Kampfflugzeugs an die Bundeswehr beginnt ein neues Kapitel der deutschen Luftverteidigung. Verteidigungsminister Boris Pistorius reiste dafür persönlich in die Vereinigten Staaten, wo er neben dem historischen Akt auch hochrangige politische Gespräche führt. Die modernen Tarnkappenjets sollen die veraltete Tornado-Flotte der Luftwaffe endgültig ablösen.
Pistorius im Pentagon: Gespräche mit US-Amtskollege Hegseth
Den Auftakt der USA-Reise bildete ein Treffen im Pentagon mit dem amerikanischen Verteidigungsminister Pete Hegseth. Beide Minister berieten sich über sicherheitspolitische Fragen und die enge Rüstungskooperation zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten.
Im Anschluss reiste Pistorius weiter nach New York, wo er Gespräche mit Vertretern der Vereinten Nationen führte. Die diplomatische Reise verdeutlicht, dass die Beschaffung der F-35 nicht nur ein rüstungspolitisches, sondern auch ein außenpolitisches Signal darstellt: Deutschland investiert in moderne NATO-kompatible Fähigkeiten und bekennt sich zur transatlantischen Allianz.
Historische Übergabe in Fort Worth, Texas
Der Höhepunkt der Reise war ein Termin beim Rüstungskonzern Lockheed Martin im texanischen Fort Worth. Dort übergab der Hersteller offiziell den ersten von Deutschland bestellten F-35-Tarnkappenjets an die Bundeswehr. Dieser Moment markiert den Beginn der schrittweisen Modernisierung der deutschen Luftwaffe.
Die F-35 gilt als eines der fortschrittlichsten Kampfflugzeuge der Welt. Zu den zentralen Eigenschaften des Jets zählen:
- Tarnkappentechnologie (Stealth) zur Reduktion der Radarerkennung
- Hochentwickelte Sensor- und Datenfusionssysteme für überlegene Lageerfassung
- Überschallgeschwindigkeit und hohe Manövrierfähigkeit
- Fähigkeit zur Nuklearen Teilhabe im Rahmen der NATO-Strategie
- Kompatibilität mit den Systemen anderer NATO-Verbündeter
Das Ende der Tornado-Ära rückt näher
Die Tornado-Flotte der Bundeswehr ist seit Jahrzehnten im Dienst und gilt technisch als dringend erneuerungsbedürftig. Das Kampfflugzeug wurde in den 1970er Jahren entwickelt und stößt angesichts moderner Bedrohungsszenarien zunehmend an seine Grenzen.
Die Entscheidung für die F-35 als Nachfolger war politisch lange umstritten. Letztlich setzte sich das US-amerikanische Modell durch, unter anderem wegen seiner Fähigkeit zur nuklearen Teilhabe – einer sicherheitspolitischen Verpflichtung Deutschlands innerhalb der NATO, bei der Piloten der Bundeswehr im Bündnisfall US-amerikanische Atomwaffen tragen können müssen.
Mit der nun gestarteten Übergabe beginnt der geordnete Übergang: Die Tornado-Maschinen sollen sukzessive außer Dienst gestellt werden, während die F-35-Staffeln aufgebaut und die Piloten entsprechend ausgebildet werden.
Ausblick: Deutschlands neue Rolle in der Luftverteidigung
Die Einführung der F-35 steht sinnbildlich für den tiefgreifenden Wandel in der deutschen Verteidigungspolitik. Im Zuge der Zeitenwende, die Bundeskanzler Scholz nach dem russischen Angriff auf die Ukraine ausgerufen hatte, investiert Deutschland massiv in die Modernisierung seiner Streitkräfte.
Mit einer vollständig auf F-35 umgerüsteten Luftwaffe wird Deutschland künftig einen deutlich schlagkräftigeren Beitrag zur NATO-Luftverteidigung leisten können. Die Übergabe des ersten Jets in Fort Worth ist dabei erst der Anfang – weitere Maschinen sollen in den kommenden Jahren folgen, bis die Flotte vollständig erneuert ist.
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