Janosch gestorben: Kinderbuch-Legende wird 95
Der Kinderbuchautor und Illustrator Janosch ist tot. Mit Tiger und Bär sowie der Tigerente schuf er unsterbliche Figuren – ein Rückblick auf sein Leben.
Dieses Video wurde am 04.11.2026 von ntv Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der Kinderbuchautor und Illustrator Janosch ist tot. Mit seinen unvergesslichen Figuren Tiger, Bär und der Tigerente prägte er Generationen von Kindern weltweit. Sein bekanntestes Werk Oh, wie schön ist Panama verkaufte sich mehr als zwei Millionen Mal. Janosch wurde 95 Jahre alt und lebte zuletzt zurückgezogen auf Teneriffa. Nun ist er – wie sein berühmter Tiger einst sagte – in seinem Panama angekommen.
Die Tigerente: Wie Janosch zur Legende wurde
Ihren allerersten Auftritt hatte die Tigerente im Jahr 1978 in dem Bilderbuch Oh, wie schön ist Panama. Die Abenteuergeschichte von Tiger und Bär, die sich auf die Suche nach dem Land ihrer Träume machen, wurde zum wohl bekanntesten Kinderbuch des deutschen Sprachraums. Weltweit verkaufte sich das Buch mehr als zwei Millionen Mal.
Die Tigerente avancierte dabei zu einer der ikonischsten Figuren der deutschen Kinderbuchliteratur. Jaroschs warmherzige Illustrationen und sein einfühlsamer Humor schufen eine Welt, die Kinder und Erwachsene gleichermaßen berührte. Die Botschaft seiner Geschichten war stets klar: Freundschaft, Mut und die Sehnsucht nach einem besseren Ort geben Kraft.
Horst Eckert: Eine schwere Kindheit als Antrieb
Janosch ist ein Künstlername. Geboren wurde er am 11. März 1931 als Horst Eckert in Oberschlesien, im heutigen Polen. Seine Kindheit war von Entbehrungen geprägt: Der Vater war Alkoholiker und gewalttätig, die familiären Verhältnisse schwierig.
Nach dem Zweiten Weltkrieg flüchtete die Familie nach Deutschland. In München begann Horst Eckert ein Kunststudium, brach es jedoch ab und arbeitete fortan als freischaffender Künstler. Die Erfahrungen einer harten Kindheit flossen dabei immer wieder in sein Werk ein – als Quelle der Empathie und als Antrieb, Kindern Trost und Hoffnung zu schenken.
Über 150 Bücher in mehr als 30 Sprachen
Zu schreiben begann Janosch im Jahr 1956. Sein erstes Kinderbuch erschien vier Jahre später, 1960. Was folgte, war eine der produktivsten Karrieren in der deutschsprachigen Kinderliteratur:
- Über 150 Bücher schrieb Janosch im Laufe seines Lebens
- Seine Werke wurden in mehr als 30 Sprachen übersetzt
- Zahlreiche Auszeichnungen und Literaturpreise würdigten sein Schaffen
- Noch im März 2026 ehrte das neue Kunstmuseum Tübingen ihn zu seinem 95. Geburtstag mit einer großen Retrospektive
Seit 1980 lebte Janosch gemeinsam mit seiner Ehefrau Ines auf der Kanareninsel Teneriffa. Öffentliche Auftritte und Interviews mied er weitgehend – der Künstler blieb zeitlebens eine zurückgezogene, fast geheimnisvolle Figur.
Ein Erbe, das bleibt
Mit dem Tod von Janosch verliert die Kinderliteratur eine ihrer bedeutendsten Stimmen. Seine Figuren – allen voran Tiger, Bär und die Tigerente – sind längst fester Bestandteil des kulturellen Gedächtnisses im deutschsprachigen Raum und weit darüber hinaus.
Die Ausstellung in Tübingen, die pünktlich zu seinem 95. Geburtstag eröffnet wurde, steht nun auch als Zeugnis einer abgeschlossenen, außergewöhnlichen Künstlerbiografie. Jaroschs Werke werden Generationen von Leserinnen und Lesern noch lange begleiten – als Einladung, das eigene Panama zu suchen.
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