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Rote Hilfe: Terrorvorfeldorganisation oder Linksextremismus?

Die Rote Hilfe gilt offiziell als linksextrem – doch ein Augenzeuge der Gründung beschreibt sie als direkte Vorfeldorganisation der RAF. Was steckt dahinter?

Redaktion · 1. October 2026, 07:45 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 01.10.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die Rote Hilfe wird vom Verfassungsschutz als linksextreme Organisation eingestuft – eine Einschätzung, die Zeitzeuge und WELT-Kolumnist Hans Ulrich Jörges für grob verharmlosend hält. Er war nach eigenen Angaben persönlich bei der Gründung der Organisation in Frankfurt anwesend und schildert sie als gezielte Vorfeldorganisation des deutschen Linksterrorismus der 1970er-Jahre. Sein Zeugnis wirft zugleich ein Schlaglicht auf die politische Karriere von Elif Eralp, der Berliner Spitzenkandidatin der Linken, die bis kurz vor ihrer Nominierung Mitglied der Roten Hilfe war.

Gründung der Roten Hilfe: Mehr als nur Linksextremismus

Jörges beschreibt die Gründungsversammlungen der Roten Hilfe als Rekrutierungsveranstaltungen für den bewaffneten Untergrund. Das erklärte Ziel sei es gewesen, neue Mitglieder zu gewinnen, die inhaftierten Terroristen in den Gefängnissen zu stabilisieren und mit Informationen sowie Botschaften zu versorgen.

Die Mechanismen, mit denen dieser Druck erzeugt wurde, beschreibt er als subtil, aber wirkungsvoll: Wer einmal dabei saß, wurde gedrängt, Gefängnisse zu besuchen, Nachrichten weiterzuleiten oder über Anwaltskanzleien mit Inhaftierten zu kommunizieren. „Da war man schon halb in der RAF drin”, so Jörges rückblickend.

Er selbst verließ die zweite Gründungsversammlung mittendrin, stieg ins Auto und entschied sich, alle Verbindungen zu diesem Milieu zu kappen.

Hans-Joachim Klein und der OPEC-Überfall als Kulisse

Eine zentrale Figur der Gründungsphase war laut Jörges Hans-Joachim Klein. Klein war 1975 an dem spektakulären Überfall auf die OPEC-Ministerkonferenz in Wien beteiligt – ein Kommando unter Führung des international gesuchten Terroristen Illich Ramírez Sánchez, bekannt als „Carlos“.

Klein wurde bei dem Anschlag durch einen Bauchschuss schwer verletzt, anschließend mit dem Kommando nach Algerien ausgeflogen und lebte danach jahrelang im Untergrund in Italien und Frankreich, bevor er verhaftet wurde.

Die Rote Hilfe war dabei keine isolierte Erscheinung. Sie unterhielt Verbindungen zu verschiedenen Gruppen des linken Terrorismus:

  • Rote Armee Fraktion (RAF) – die bekannteste und aktivste Terrororganisation der Bundesrepublik
  • Revolutionäre Zellen – eine dezentral organisierte Terrorgruppe
  • Bewegung 2. Juni – benannt nach dem Todesdatum von Benno Ohnesorg

Elif Eralp und die Frage der politischen Eignung

Im Zentrum der aktuellen politischen Debatte steht Elif Eralp, Spitzenkandidatin der Linken für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin von Berlin. Sie war nach Angaben von Jörges über Jahre Mitglied der Roten Hilfe und trat erst 2024 aus – kurz bevor ihre Nominierung bekannt wurde.

Die Partei Die Linke argumentiert, der Austritt mache frühere Mitgliedschaften politisch irrelevant. Jörges widerspricht dieser Lesart scharf: Der Austritt sei nicht aus politischer Überzeugung erfolgt, sondern um Schaden von der eigenen Karriere abzuwenden.

Besonders brisant ist aus seiner Sicht das Amt, das Eralp anstrebt: Als Regierende Bürgermeisterin wäre sie Dienstherrin von Polizei und Berliner Verfassungsschutz – jener Behörde, die die Rote Hilfe selbst beobachtet.

Historisches Milieu und politische Kontinuität

Jörges ordnet den Fall in ein größeres historisches Muster ein. Er verweist auf Joschka Fischer, der ebenfalls dem Frankfurter linksradikalen Milieu entstammte und später als Außenminister in einem Prozess gegen Hans-Joachim Klein als Zeuge aussagen musste – eine Situation, die er als politisch höchst peinlich bezeichnet. Auch Daniel Cohn-Bendit habe Klein im Untergrund versorgt.

Diese Kontinuität von linksradikalen Biographien in die Spitzenpolitik sei kein Zufall, sondern ein strukturelles Phänomen: Aktivisten, die in radikalen Milieus sozialisiert wurden, nutzen irgendwann institutionelle Wege, um Einfluss zu gewinnen.

Ob Elif Eralp tatsächlich das volle Ausmaß der historischen Verstrickungen der Roten Hilfe kennt und wie sie selbst dazu steht, bleibt offen. Die politische Debatte darüber dürfte den Berliner Wahlkampf jedoch weiter prägen – und grundsätzliche Fragen über den Umgang mit linksextremistischen Biographien in der deutschen Politik aufwerfen.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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