Dieses Video wurde am 17.08.2026 von Handelsblatt auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
US-Präsident Donald Trump hat das amerikanische Verteidigungsministerium angewiesen, die gemeinsamen Militärmanöver mit Südkorea deutlich zu reduzieren. Auf seiner Onlineplattform Truth Social erklärte er, er sei zwar nicht mehr in der Lage, die für den 17. bis 27. August geplanten jährlichen Übungen vollständig abzusagen – er sei jedoch alles andere als zufrieden mit der US-Beteiligung. Die Ankündigung sorgte international für Aufsehen, zumal die Übungen trotz Trumps Kritik planmäßig begannen.
Trump verweist auf seine Beziehung zu Kim Jong Un
Als zentrales Argument für seine Entscheidung nannte Trump die enge persönliche Beziehung zum nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un. Die Manöver seien teuer und sendeten ein „völlig unangemessenes und feindseliges Signal” an Nordkorea – ein Land, das sich während Trumps Amtszeit „respektvoll und nicht bedrohlich” verhalten habe.
Trump hat seit seinem Amtsantritt wiederholt versucht, den Dialog mit Pjöngjang zu pflegen, und sieht gemeinsame Militärübungen der USA mit Südkorea als potenzielle Störfaktoren für diese Diplomatie. Nordkorea selbst bezeichnet die Manöver traditionell als Vorbereitung für eine Invasion und nutzt sie als Vorwand für eigene Provokationen.
Kritik an Südkoreas Haltung im Iran-Konflikt
Neben dem Verweis auf Kim Jong Un übte Trump auch scharfe Kritik an Seoul in einer anderen außenpolitischen Frage. Er habe den südkoreanischen Präsidenten kürzlich gefragt, ob sich das Land an der Denuklearisierung des Iran beteiligen wolle. Die Antwort sei schlicht „Nein, danke” gewesen.
Trump wertete dies offenbar als mangelnde Solidarität im Konflikt der USA und Israels mit Teheran. Die Äußerung verdeutlicht die wachsenden Spannungen zwischen Washington und einem seiner engsten asiatischen Verbündeten.
Übungen starten trotzdem planmäßig
Ungeachtet der Kritik aus dem Weißen Haus begannen die bereits vereinbarten Militärübungen am Montag wie geplant. Der südkoreanische Generalstab bestätigte den Start der Manöver, lehnte jedoch jeden Kommentar zu Trumps Äußerungen ab. Auch das Präsidialamt sowie das Verteidigungs- und Außenministerium in Seoul schwiegen zunächst.
An den diesjährigen Übungen sind laut Angaben rund 18.000 südkoreanische Soldaten beteiligt. Die Manöver dienen traditionell der Vorbereitung auf mögliche Szenarien auf der koreanischen Halbinsel und gelten als Kernelement des US-südkoreanischen Verteidigungsbündnisses.
- Übungszeitraum: 17. bis 27. August
- Rund 18.000 südkoreanische Soldaten nehmen teil
- Trump kritisiert die Kosten und die diplomatische Signalwirkung
- Seoul äußert sich offiziell nicht zu Trumps Ankündigung
- Nordkorea bezeichnet solche Manöver regelmäßig als Bedrohung
Einordnung: Bündnis unter Druck
Trumps erneuter Vorstoß gegen die gemeinsamen Militärmanöver reiht sich in ein Muster ein, das bereits seine erste Amtszeit prägte: Der Präsident stellt den Nutzen teurer Bündnisverpflichtungen regelmäßig infrage und bevorzugt direkte Deals gegenüber multilateralen Strukturen.
Für das US-südkoreanische Bündnis bedeutet die öffentliche Kritik eine erhebliche Belastung. Südkorea steht vor der schwierigen Aufgabe, die Allianz mit Washington zu wahren, ohne gleichzeitig die eigene Sicherheitsarchitektur zu gefährden. Ob und in welchem Ausmaß die Übungen tatsächlich dauerhaft verkleinert werden, bleibt vorerst offen.
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