Friday, 18. September 2026
Fed

Wall Street: Wächst das Korrekturrisiko jetzt?

S&P 500 und Nasdaq unter dem GD200, US-Zinsen über 5 % – das Korrekturrisiko am Aktienmarkt wächst. Was Anleger jetzt wissen müssen.

Redaktion · 17. September 2026, 11:29 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 17.09.2026 von DER AKTIONÄR TV auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Das Korrekturrisiko an der Wall Street steigt spürbar: Geopolitische Spannungen, ein anziehender Ölpreis und die erste US-Zinserhöhung seit drei Jahren belasten die Aktienmärkte. S&P 500 und Nasdaq notieren auf dem Zwei-Stunden-Chart bereits unterhalb ihrer 200-Tage-Linie, und nahezu alle technischen Indikatoren stehen auf Rot. Noch ist keine bestätigte Großkorrektur eingetreten, doch das Makro-Setup hat sich klar verschlechtert. Anleger sollten die Lage genau beobachten und erste Absicherungsmaßnahmen prüfen.

S&P 500 und Nasdaq: Technische Warnsignale häufen sich

Der S&P 500 zeigt auf Tagesbasis einen sukzessiven Abwärtstrend, nachdem er im Juli noch kräftig gestiegen war. Auf dem Zwei-Stunden-Chart notiert der Index unterhalb des GD200, und die Trendintensitätsindikatoren liefern klare Verkaufssignale. Entscheidend ist die aktuelle Unterstützungszone: Hält diese nicht, droht ein Rückgang bis in den Bereich von 7.000 Punkten – ein Abwärtspotenzial von rund sechs bis sieben Prozent.

Beim Nasdaq sieht es ähnlich aus. Auch hier verlaufen die Kurse unterhalb der 200-Tage-Linie, und Indikatoren wie der Z-Score und die Perzentile auf die Rate of Change signalisieren Schwäche. Wird die charttechnische Unterstützung gebrochen, liegt die nächste nennenswerte Auffangzone erst bei rund 27.000 Punkten – entsprechend einem Abwärtspotenzial von knapp zehn Prozent.

Weitere Warnsignale bestätigen das Bild:

  • Die Advance-Decline-Linie des S&P 500 ist unter den Halbjahresdurchschnitt gerutscht.
  • Der McClellan-Oszillator zeigt ein Verkaufssignal.
  • Weniger als 50 % der S&P-500-Aktien notieren über ihrer 50-Tage-Linie.
  • Der Volatilitätsindex (VIX) signalisiert im Oszillator erste Verkaufsimpulse.
  • High-Yield-Credit-Spreads nähern sich der Marke von 11 %.

Steigende US-Zinsen als Hauptrisikofaktor

Der zentrale Belastungsfaktor sind die US-Anleiherenditen. Die 10-jährigen US-Staatsanleihen haben erstmals seit 2007 die Marke von 5 % überschritten. Die 30-jährigen Papiere notieren sogar bei rund 5,4 % – dem höchsten Stand seit 2005. Diese Renditen sind die Benchmark für die gesamte Kreditwirtschaft: Hypotheken, Autokredite und Kreditkartenfinanzierungen orientieren sich daran.

Die jüngste Zinserhöhung der US-Notenbank (Fed) hat die Lage nicht entspannt – im Gegenteil: Die zweijährigen Zinsen steigen weiter, und die Spreads zu kurz laufenden Papieren weiten sich aus. Erschwerend kommt hinzu, dass die USA inzwischen eine Schuldenlast von über 40 Billionen US-Dollar angehäuft haben und die jährliche Zinsbelastung bereits über eine Billion Dollar beträgt. Der fiskalische Handlungsspielraum der US-Regierung schrumpft damit dramatisch.

Die kritische Schwelle ist klar definiert: Bleiben die 10-Jahresrenditen dauerhaft über 5 % und brechen S&P 500 sowie Nasdaq ihre Schlüsselunterstützungen, wäre Alarmstufe Rot angebracht.

Ölpreis: Tageskorrektur, aber Aufwärtstrend intakt

Der Rohölpreis gab zuletzt deutlich nach – Brent um rund 3,3 %, WTI um knapp 4 %. Mehrere Faktoren erklären den Rückgang:

  • Saudi-Arabien hat eine neue Pipeline eröffnet und damit die Versorgung durch den Nahen Osten entspannt.
  • Die US-Lagerbestände (API-Daten) stiegen wider Erwarten an.
  • Gewinnmitnahmen nach einer vorangegangenen Rally belasteten zusätzlich.

Trotzdem bleibt der übergeordnete Aufwärtstrend beim Öl intakt. Weltweit wurden seit Februar mehrere hundert Millionen Barrel aus Lagerbeständen entnommen, die physische Versorgungslage ist weiterhin angespannt. Ein fallender Ölpreis wäre für die Inflation kurzfristig entlastend – dreht er aber wieder nach oben, steigen die Inflationserwartungen, was erneut Druck auf die Fed-Zinspolitik und die Anleihemärkte ausüben würde.

Sektoren und Empfehlungen: Defensiv und selektiv agieren

In der Sektorbetrachtung zeigt sich ein gemischtes Bild. Halbleiteraktien (SOX-Index) befinden sich seit Mai in einer Konsolidierung und liegen rund 25 % unter ihrem Juni-Hoch. Technologieaktien tendieren seitwärts, während Energieaktien trotz der Tageskorrektur strukturell weiter nach oben zeigen. Cyber-Security-Aktien legten zuletzt stark zu, sind aber aufgrund hoher impliziter Volatilitäten und damit teurer Optionsprämien derzeit aus Chance-Risiko-Sicht wenig attraktiv.

Für das aktuelle Marktumfeld empfehlen sich folgende Maßnahmen:

  • Erste Absicherungen auf Portfolioebene einziehen.
  • Hebelpositionen nur als Beimischung von maximal 10–20 % des Gesamtportfolios einsetzen.
  • Ölaktien wie BP oder Occidental Petroleum im Blick behalten, solange der übergeordnete Trend intakt ist.

Unterm Strich befindet sich der Markt in einer fragilen Phase: Noch ist keine große Trendwende vollzogen, doch die Kombination aus steigenden Zinsen, nachlassender Marktbreite und technischen Verkaufssignalen mahnt zur Vorsicht. Wer jetzt handelt, sollte mit klaren Stop-Kursen arbeiten und das Risiko im Blick behalten.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (DER AKTIONÄR TV). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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