Wuppertaler Schwebebahn: Stromausfall stoppt Bahn
Stromausfall legt die Wuppertaler Schwebebahn mitten auf der Strecke lahm. 24 Passagiere mussten per Drehleiter in schwindelerregender Höhe gerettet werden.
Dieses Video wurde am 28.10.2026 von BILD auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Ein nächtlicher Stromausfall hat die Wuppertaler Schwebebahn am späten Abend des 28. Oktober 2026 mitten auf offener Strecke zum Stehen gebracht. 24 Passagiere saßen in schwindelerregender Höhe fest und mussten von der Feuerwehr mit einer Drehleiter in einer aufwendigen Rettungsaktion in Sicherheit gebracht werden. Verletzt wurde dabei niemand – doch der Schock bei den Betroffenen saß tief.
Schwebebahn bleibt kurz nach Haltestelle Völklinger Straße stehen
Um 23:35 Uhr fiel auf der Strecke der Strom aus. Der betroffene Wagen kam kurz hinter der Haltestelle Völklinger Straße zum Stillstand – weder vorwärts noch rückwärts war eine Bewegung möglich. Da sich die Schwebebahn konstruktionsbedingt auch nicht abschleppen lässt, blieb den eingeschlossenen Fahrgästen nur das Warten auf die Rettungskräfte.
Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr Wuppertal und des Rettungsdienstes rückten umgehend an. Die Lage erwies sich als heikel: Der Wagen hing hoch über der Straße, und ein direkter Zugang war nur mit Spezialgerät möglich.
Rettung per Drehleiter in großer Höhe
Ein glücklicher Umstand erleichterte den Einsatz erheblich: Der Wagen hatte nahe einer Brücke gestoppt. Von dort aus konnte die Drehleiter millimetergenau an die Waggontür herangefahren werden – eine Voraussetzung für die sichere Evakuierung.
Die Einsatzkräfte sicherten jeden Fahrgast einzeln mit speziellem Absturzgeschirr, bevor dieser Schritt für Schritt in den Korb der Drehleiter überwechselte. Die Aktion erforderte höchste Konzentration und Präzision:
- 24 Passagiere mussten einzeln gesichert und evakuiert werden
- Jeder Überstieg in den Drehleiterkorb erfolgte mit Absturzgeschirr
- Die gesamte Rettungsaktion dauerte über eine Stunde
- Alle Geretteten wurden anschließend zu einem Evakuierungsbus der WSW (Wuppertaler Stadtwerke) geleitet
- Alle Personen blieben unverletzt
Nach über einer Stunde hatten alle 24 Fahrgäste wieder festen Boden unter den Füßen. Die aufwendige Rettungsaktion endete ohne weitere Zwischenfälle.
Stadtwerke suchen nach Ursache des Blackouts
Während die Geretteten versorgt wurden, arbeiteten Techniker der Stadtwerke Wuppertal bis tief in die Nacht daran, die Ursache des Stromausfalls zu ermitteln. Ziel war es, das Wuppertaler Wahrzeichen rechtzeitig zum morgendlichen Berufsverkehr wieder in Betrieb nehmen zu können.
Die genaue Ursache des Blackouts war zunächst unklar. Ob ein technischer Defekt, ein Netzproblem oder ein externer Einfluss zum Ausfall geführt hat, war Gegenstand der laufenden Untersuchungen.
Einordnung: Seltener, aber nicht einmaliger Vorfall
Die Wuppertaler Schwebebahn gilt als eines der ältesten und bekanntesten Nahverkehrssysteme Deutschlands. Ihr besonderes Konstruktionsprinzip – der Wagen hängt unterhalb der Schiene – macht sie einzigartig, bringt im Störungsfall jedoch logistische Herausforderungen mit sich, die reguläre Schienenfahrzeuge nicht kennen.
Der Vorfall verdeutlicht, wie gut eingespielte Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, Rettungsdienst und Verkehrsbetrieb in solchen Ausnahmesituationen entscheidend sein kann. Die Tatsache, dass alle Beteiligten unverletzt blieben, ist in erster Linie dem professionellen und besonnenen Vorgehen der Einsatzkräfte zu verdanken. Für die Betreiber dürfte der Vorfall Anlass sein, Notfallprotokolle und technische Absicherungen erneut zu überprüfen.
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