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Atisch Gürpenar

Vanessa Emde: Zerreißprobe für die Berliner Linke

Die Berliner Linken-Fraktion vertagt die Entscheidung über Vanessa Emde. Vizeparteichef Gürpenar zeigt sich zuversichtlich – doch die Zerreißprobe bleibt.

Redaktion · 28. October 2026, 16:15 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 28.10.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die Berliner Fraktion der Linken steht vor einer ernsten internen Zerreißprobe: Der Fall Vanessa Emde hat die Partei in eine langwierige Auseinandersetzung gezogen, die bislang ohne Ergebnis geblieben ist. Nach einer stundenlangen Fraktionssitzung, in der Emde angehört wurde, fiel keine Entscheidung – die Fraktion vertagte sich. Stellvertretender Bundesparteivorsitzender Atisch Gürpenar äußerte sich dennoch zuversichtlich und plädierte für längere, gemeinsame Gespräche, anstatt vorschnell eine Entscheidung zu erzwingen.

Warum die Fraktion keine Entscheidung trifft

Die Berliner Linken-Fraktion hat Vanessa Emde stundenlang angehört, ohne zu einem klaren Beschluss zu kommen. Der Parteivorstand hatte zuvor betont, eine gemeinsame Arbeitsgrundlage sei nicht mehr vorhanden. Dennoch scheut die Fraktion eine schnelle Entscheidung.

Ein wesentlicher Faktor dabei ist die hohe Hürde für einen Fraktionsausschluss: Laut Geschäftsordnung ist hierfür eine Zwei-Drittel-Mehrheit erforderlich. Beobachter vermuten, dass genau diese Mehrheit in der Fraktion derzeit nicht vorhanden ist – was das Vertagen der Entscheidung erklären könnte.

Gürpenar wies Einflussnahme von außen ausdrücklich zurück und betonte, die Entscheidung müsse von den Berliner Genossinnen und Genossen vor Ort getroffen werden. Er verteidigte die Vertagung als sinnvollen Schritt: „Ich glaube, es braucht gemeinsame und längere Gespräche, um dann auch gemeinsam entscheiden zu können.”

Emdes umstrittene Äußerungen als Kernproblem

Im Zentrum des Streits stehen Aussagen von Vanessa Emde, die das Existenzrecht von Staaten infrage gestellt und einen Parteiantrag als „Schmierentheater” bezeichnet haben soll. Bemerkenswert: Emde hat klargemacht, dass sie diese Äußerungen nicht zurücknehmen wird.

Gleichzeitig hat sie – wie alle anderen Fraktionsmitglieder – ein Dokument unterzeichnet, das die Beschlüsse der Partei als Arbeitsgrundlage anerkennt. Dazu zählen ausdrücklich auch Parteibeschlüsse zum Existenzrecht Israels und Palästinas. Dieser Widerspruch zwischen ihrer Unterschrift und ihren öffentlichen Äußerungen macht die Situation für die Fraktion politisch brisant.

Gürpenar räumte ein, dass die nachträglichen Äußerungen Emdes die Debatte besonders „spannend” machten. Die Optionen der Partei sind begrenzt:

  • Fraktionsausschluss mit Zwei-Drittel-Mehrheit
  • Aufforderung zur freiwilligen Mandatsniederlegung
  • Fortführung gemeinsamer Arbeit trotz bestehender Differenzen
  • Weiterführung des Gesprächsprozesses ohne formalen Beschluss

Gürpenar bleibt zuversichtlich – Fokus auf Berliner Themen

Trotz der angespannten Lage gibt sich Gürpenar optimistisch. Er betonte, dass es der Linken letztlich um die politische Arbeit für die Berlinerinnen und Berliner gehe – und nicht um parteiinterne Personaldebatten.

Als zentrale Ziele einer möglichen rot-grünen Koalition mit Beteiligung der Linken nannte er:

  • Bezahlbarer Wohnraum für einkommensschwache Haushalte
  • Soziale Sicherheit für ärmere Bevölkerungsschichten
  • Verbesserung städtischer Infrastruktur und Daseinsvorsorge

„Für die Berlinerinnen und Berliner geht’s um was ganz anderes – und das packen wir an”, sagte Gürpenar.

Unionsländer drohen mit Verfassungsgericht

Parallel zur internen Krise sieht sich eine mögliche linke Landesregierung in Berlin bereits mit Widerstand aus anderen Bundesländern konfrontiert. Mehrere unionsgeführte Länder haben signalisiert, potenziell verfassungswidrige Gesetze einer Berliner Linkskoalition vor das Bundesverfassungsgericht zu bringen.

Gürpenar wies diese Drohungen scharf zurück und verwies auf Artikel 14 und 15 des Grundgesetzes, die etwa Enteignungen unter bestimmten Voraussetzungen erlauben. Er kritisierte unter anderem Markus Söder und andere Unionspolitiker für eine selektive Auslegung von Recht und Verfassung.

„Die Linke in Berlin wird gesetzesmäßige Wege schaffen. Andere versuchen, das Grundgesetz außer Kraft zu setzen – wir wenden es an”, betonte Gürpenar.

Der Fall Vanessa Emde wird die Berliner Linke noch geraume Zeit beschäftigen. Ob es gelingt, die Fraktion zusammenzuhalten und gleichzeitig glaubwürdig politisch zu agieren, dürfte entscheidend sein für die Verhandlungsfähigkeit der Partei – sowohl intern als auch im möglichen Koalitionspoker um das Berliner Abgeordnetenhaus.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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