Quartalszahlen: Vertiv, Alphabet & Microsoft im Fokus
Starke Quartalszahlen von Vertiv, Amphenol und GE Vernova treffen auf schwache Ergebnisse bei Enphase Energy. Alphabet und Microsoft berichten nachbörslich.
Dieses Video wurde am 28.10.2026 von DER AKTIONÄR TV auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Berichtssaison läuft auf Hochtouren: Mit GE Vernova, Vertiv, Amphenol, Seagate und Enphase Energy haben gleich mehrere US-Unternehmen ihre Quartalszahlen vorgelegt – mit teils drastisch unterschiedlichen Kursreaktionen. Nachbörslich stehen die Schwergewichte Alphabet und Microsoft im Rampenlicht. Gleichzeitig hält die Marktstimmung vor der erwarteten Zinsentscheidung der US-Notenbank Federal Reserve die Anleger in Atem.
Vertiv und Amphenol pulverisieren Erwartungen
Der Spezialist für Rechenzentrumskühlung Vertiv lieferte herausragende Quartalszahlen ab. Der Umsatz stieg um 61 Prozent, der bereinigte Gewinn je Aktie legte um 78 Prozent zu – beides weit über den Analystenprognosen. Der organische Auftragseingang verdoppelte sich im Vergleich zum Vorjahr, und auch der Ausblick übertraf die Markterwartungen deutlich. Die Aktie startete mit einem Plus von rund 15 Prozent bei etwa 240 US-Dollar in den Handel. Charttechnisch kämpft der Wert nun um die 50-Tage-Linie, ein Überspringen könnte ein neues Kaufsignal auslösen. Das Kursziel liegt bei 345 US-Dollar.
Ähnlich stark präsentierte sich Amphenol, Hersteller von Steckverbindungen für Glasfaser und elektrische Kabelbäume. Das Unternehmen meldete einen Rekordumsatz mit einem Anstieg von 7,8 Prozent im dritten Quartal, übertraf beim Gewinn je Aktie die Marktschätzungen und hob zusätzlich die Dividende um 20 Prozent an. Der Ausblick liegt ebenfalls klar über den Erwartungen. Die Aktie legte zum Handelsstart rund 6 Prozent zu. Das Kursziel beträgt 100 US-Dollar.
GE Vernova überzeugt – Seagate enttäuscht trotz starker Zahlen
GE Vernova übertraf beim Gewinn je Aktie und beim Umsatz die Markterwartungen deutlich. Die hohe Nachfrage nach Kraftwerksausrüstung und Services treibt das Geschäft an, wenngleich die Windkraftsparte weiterhin unter Druck steht. Zusätzlich kündigte das Unternehmen die Übernahme des Hochspannungsnetzausrüsters Trench Group für 9 Milliarden US-Dollar an und verdoppelte das Aktienrückkaufprogramm auf 20 Milliarden US-Dollar. Trotz der positiven Nachrichten gab die Aktie rund 2 Prozent nach und notierte bei etwa 874 US-Dollar. Das Kursziel liegt bei 1.392 US-Dollar, der Stoppkurs bei 751 US-Dollar.
Überraschend schwach reagierte hingegen Seagate: Obwohl der Umsatz um 61 Prozent stieg und der Gewinn je Aktie sich nahezu verdreifachte, verlor die Aktie nachbörslich rund 6 Prozent und startete mit einem Minus von etwa 4 Prozent bei rund 638 US-Dollar. Analysten verweisen auf wachsenden Konkurrenzdruck aus Asien im Bereich Speichermedien. Charttechnisch ist die Lage angespannt – die Aktie ist unter die 200-Tage-Linie gerutscht.
Enphase Energy: Einer der größten Verlierer des Tages
Enphase Energy zählte zu den klaren Verlierern der Berichtssaison. Die Zahlen für das dritte Quartal fielen deutlich schwächer aus als erwartet:
- Umsatz: minus 28,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum
- Gewinn je Aktie: minus 54 Prozent, damit deutlich unter den Analystenerwartungen
- Umsatzprognose für das vierte Quartal: erheblich unter dem Marktkonsens
- Management-Aussagen: US-Markt erholt sich vorerst nicht, bereinigte Bruttomarge dürfte weiter leicht sinken
Die Aktie brach zeitweise um mehr als 20 Prozent ein und notierte bei rund 24 US-Dollar. Charttechnisch ist die Lage kritisch: Die 200-Tage-Linie wurde unterschritten, wichtige Unterstützungen gerissen. Derzeit keine Empfehlung – Anleger sollten die weitere Entwicklung abwarten.
Microsoft und Alphabet: Nachbörslich im Fokus der Anleger
Die mit Spannung erwarteten Quartalszahlen von Microsoft und Alphabet wurden kurz nach Handelsschluss an der Wall Street veröffentlicht. Bei Microsoft liegt der Fokus auf dem Wachstum des Cloud-Dienstes Azure, das Analysten auf 44 bis 45 Prozent taxieren. Zudem prüfen Investoren genau, ob sich die hohen KI- und Rechenzentrumsinvestitionen (Capex) rentieren. Das Kursziel liegt bei 430 US-Dollar.
Bei Alphabet steht neben dem erwarteten Umsatzwachstum insbesondere Google Cloud im Mittelpunkt, das einen Umsatz von knapp 29 Milliarden US-Dollar erzielen soll. Zusätzlich sorgen Berichte, wonach OpenAI KI-Chips von Alphabet kaufen wolle, für positive Impulse. Charttechnisch ist die Lage bei Alphabet angespannter als bei Microsoft – ein drohendes Death Cross zwischen 50- und 200-Tage-Linie mahnt zur Vorsicht. Das Kursziel beträgt 478 US-Dollar.
Der breitere Markt bleibt vor der Zinsentscheidung der Federal Reserve verhalten. Die überwiegende Mehrheit der Marktteilnehmer erwartet keine Zinsänderung bei der Oktober-Sitzung. Spannender dürfte die anschließende Pressekonferenz mit Fed-Chef Jerome Powell sowie die Dezember-Sitzung werden, bei der viele Volkswirte eine Zinssenkung erwarten – abhängig von den bis dahin einlaufenden Arbeitsmarkt- und Inflationsdaten.
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