SK Hynix versiebenfacht Gewinn – KI-Boom hält an
SK Hynix meldet ein Rekord-Quartalsergebnis: Der Gewinn versiebenfachte sich dank KI-Nachfrage. Außerdem: Lohnt sich der Vergleich von Welt-ETFs wirklich?
Dieses Video wurde am 28.10.2026 von Handelsblatt auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der südkoreanische Speicherchip-Hersteller SK Hynix hat mit seinem jüngsten Quartalsergebnis alle Erwartungen übertroffen und einen neuen Rekord aufgestellt. Das SK Hynix Quartalsergebnis zeigt einen operativen Gewinn, der sich gegenüber dem Vorjahr versiebenfacht hat – auf umgerechnet rund 56,4 Milliarden Euro. Der Umsatz legte um 328 Prozent zu. Gleichzeitig kehrt der Optimismus rund um Künstliche Intelligenz an die Börsen zurück, befeuert unter anderem durch den angekündigten Börsengang des KI-Unternehmens Anthropic.
Rekordgewinn und starke Börsenreaktion
Während das Ergebnis des Vorquartals trotz guter Zahlen die Märkte nicht überzeugen konnte, fällt die Reaktion diesmal deutlich positiver aus. Die SK-Hynix-Aktie stieg in Seoul um 10 Prozent, der südkoreanische Leitindex KOSPI legte um 6,6 Prozent zu. Auch der japanische Nikkei gewann rund 1 Prozent.
Besonders bemerkenswert ist die Profitabilität des Unternehmens: Mit jedem verdienten Euro erzielt SK Hynix rund 50 Cent Nettogewinn – das entspricht einer operativen Marge von 80 Prozent. Zum Vergleich: Europas größter Chiphersteller Infineon erreicht in guten Jahren etwa 25 Prozent.
SK Hynix und die Abhängigkeit vom KI-Boom
Ein Großteil des Wachstums geht auf die rasant steigende Nachfrage nach sogenannten High Bandwidth Memory (HBM)-Chips zurück – speziellen Hochleistungs-Speicherchips, die in KI-Rechenzentren eingesetzt werden. SK Hynix gibt an, mit 14 Großkunden langfristige Verträge abgeschlossen zu haben, die mehr als die Hälfte der Kapazität für die kommenden zwei Jahre binden. Das Unternehmen erwartet, dass die Nachfrage das Angebot bis mindestens 2030 übersteigt.
Branchenexperten mahnen jedoch zur Vorsicht: Die Chipindustrie ist traditionell zyklisch. Auftragsbücher waren in der Vergangenheit häufig voll – und wurden dennoch teilweise storniert. Ob das KI-getriebene Rechenzentrumsgeschäft dauerhaft profitabel bleibt, bleibt offen.
- HBM-Chips sind die wichtigste Wachstumssparte von SK Hynix
- Klassische DRAM-Chips sind durch die HBM-Produktion knapper geworden – und teurer
- Abnehmer wie Maschinenbau, Automobil und Medizintechnik profitieren derzeit nicht von günstigeren Preisen
- Flash-Chips sind ebenfalls knapp, da Kapazitäten für KI-Anwendungen reserviert werden
Für langfristige Anleger gilt: Die Chipbranche bietet Wachstumspotenzial, erfordert aber ein starkes Nervenkostüm. Kursausschläge von zehn Prozent und mehr – in beide Richtungen – sind keine Seltenheit.
Welt-ETFs im Vergleich: Macht die Wahl wirklich einen Unterschied?
Wer in ein breit gestreutes ETF-Portfolio investiert, stößt schnell auf die Frage: MSCI World, MSCI All Country World oder FTSE All World – welcher Index ist der beste? Eine Auswertung auf Basis der Plattform extraETF zeigt: Im laufenden Jahr unterscheiden sich die besten ETFs auf diese drei Indizes um maximal 0,2 Prozentpunkte in der Performance.
Der Grund liegt in der kapitalgewichteten Zusammensetzung: Die größten Unternehmen dominieren alle drei Indizes. US-Aktien machen je nach Index zwischen 63 und 72 Prozent aus, der Technologieanteil liegt jeweils bei knapp 40 Prozent. Die zehn größten Positionen – allesamt US-Techkonzerne – vereinen rund ein Viertel des Gewichts auf sich.
Langfristig liegt der MSCI World seit August 2019 mit rund 149 Prozent vorne, während MSCI ACWI und FTSE All World auf etwa 140 Prozent kommen. Der Unterschied ist real, aber strukturell nicht garantiert: Laufen Schwellenländer besser – wie 2026 dank Chipaktien aus Südkorea und Taiwan –, holen die breiter aufgestellten Indizes auf.
Alternativen für mehr Rendite: Value, Momentum, Dividende
Wer eine deutlich höhere Rendite anstrebt, muss die klassische kapitalgewichtete Zusammensetzung verlassen. Weltweit streuende ETFs mit anderen Ansätzen zeigen im laufenden Jahr teils deutlich bessere Ergebnisse:
- Value-ETFs (günstig bewertete Aktien): rund +40 Prozent
- Momentum-ETFs (zuletzt besonders starke Aktien): rund +24 Prozent
- Dividenden-ETFs (zuverlässige Ausschütter): rund +23 Prozent
Allerdings gilt: Hohe Einzeljahresrenditen sind oft auf spezifische Treiber zurückzuführen. Beim derzeit besten Value-ETF etwa trägt allein Micron Technology mit einem Gewicht von 13 Prozent und einem Kursplus von 225 Prozent erheblich zur Outperformance bei. Das ist kein stabiler Strukturvorteil, sondern ein Konzentrationsrisiko.
Fazit für Anleger: Ein klassischer, kostengünstiger Welt-ETF bildet weiterhin eine solide Basis für ein ETF-Portfolio. Wer Klumpenrisiken bei US-Technologiewerten reduzieren möchte, kann mit gleichgewichteten oder BIP-gewichteten ETFs gegensteuern – muss aber bereit sein, zeitweise hinter dem Markt zurückzubleiben. Die Wahl des richtigen Produkts ist letztlich weniger entscheidend als die Konsequenz, mit der man investiert bleibt.
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