Wednesday, 28. October 2026
Boeing

Midterms und Iran: Zwei Risiken für die Wall Street

Vor den US-Midterms belasten zwei Unsicherheitsfaktoren die Wall Street: der Wahlausgang und die Iran-Politik. Dazu enttäuscht Boeing, SK Hynix glänzt.

Redaktion · 28. October 2026, 17:00 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 28.10.2026 von Handelsblatt auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Kurz vor den US-amerikanischen Zwischenwahlen zeigen sich die Börsen nervös. Für die Wall Street kristallisieren sich zwei zentrale Unsicherheitsfaktoren heraus: der Ausgang der Midterms und die Frage, wie es nach der Wahl im Konflikt mit dem Iran weitergeht. Hinzu kommen eine bevorstehende Notenbankentscheidung sowie eine gemischte Quartalsberichtssaison, die Anleger in unterschiedliche Richtungen zieht.

Midterms und Notenbank: Märkte warten auf Klarheit

Die US-Notenbank Fed dürfte bei ihrer aktuellen Sitzung die Zinsen unverändert lassen – die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung liegt laut Markteinschätzungen bei lediglich rund 10 Prozent. Im Fokus steht die anschließende Pressekonferenz: Entscheidend ist, ob Fed-Chef Kevin Wesh eine mögliche Zinserhöhung im Dezember explizit offenhält.

Dass die Notenbank kurz vor den Midterms nicht aktiv eingreifen will, gilt als Konsens. Historisch betrachtet tendieren die Märkte in den Wochen vor den Zwischenwahlen zur Schwäche – seit 1950 ist dieses Muster nahezu durchgängig zu beobachten. Gleichzeitig zeigt die Statistik, dass drei, sechs und zwölf Monate nach den Midterms die Kurse in der Regel deutlich anziehen. Das dritte Jahr im präsidialen Wahlzyklus gilt traditionell als bullish.

Schwierig bleibt das genaue Timing des Bodens. Ein zusätzliches Risiko: Fallen die Wahlergebnisse knapp aus, drohen juristische Anfechtungen – eine Unsicherheit, die die Märkte zusätzlich belasten würde.

Iran-Konflikt als geopolitischer Belastungsfaktor

Auf geopolitischer Ebene berichtet das Wall Street Journal, dass die USA den Golfstaaten signalisiert haben, nach den Zwischenwahlen kurze, intensive Militärangriffe gegen den Iran in Betracht zu ziehen. Diese Einschätzung gilt an den Märkten bereits als Basisannahme.

Gleichzeitig gibt es diplomatische Signale in die andere Richtung:

  • Katar hat dem Iran neue Vermittlungsvorschläge zur Beilegung des Konflikts unterbreitet.
  • Teheran hat angekündigt, diese Vorschläge zu prüfen und bis Ende der Woche Rückmeldung zu geben.
  • Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) bestätigt, dass der Iran bisher keine zerstörten Atomanlagen wieder aufbaut.
  • Der bisherige Irankonflikt hat die USA nach Medienberichten bereits fast 50 Milliarden Dollar gekostet.

Sollte der diplomatische Weg wider Erwarten Erfolg haben, könnte das die Märkte positiv überraschen – denn eingepreist ist derzeit ein anderes Szenario.

Quartalszahlen: SK Hynix glänzt, Boeing enttäuscht

In der laufenden Berichtssaison stechen die Ergebnisse von SK Hynix heraus: Der südkoreanische Chiphersteller meldete einen Anstieg des operativen Gewinns von rund 630 Prozent im Jahresvergleich – und übertraf damit die Erwartungen der Wall Street deutlich. Das Management betonte, dass der Markt für Speicherchips bis 2030 von Angebotsengpässen geprägt bleiben dürfte. Einziger Wermutstropfen: Die geplante Ausweitung der Investitionsausgaben (Capex) könnte langfristig das Angebot erhöhen.

Auch Vertiv Holdings, spezialisiert auf Stromversorgung und Kühlung von Rechenzentren, überzeugte: Der Gewinn je Aktie stieg um 78 Prozent, der Umsatz legte rund 60 Prozent zu – die Aktie gewann über 13 Prozent.

Dagegen enttäuschte Boeing auf ganzer Linie. Obwohl Cashflow und Auftragseingänge die Erwartungen übertrafen, brach die Aktie im Earnings Call ein, als bekannt wurde, dass die Produktionsausweitung der 737 Max langsamer verläuft als geplant. Analysten von UBS, JP Morgan und Jefferies senkten ihre Kursziele, beließen aber mehrheitlich ihre Kaufempfehlungen. Eine echte Kurserholung erwarten Experten erst, wenn erste 737-Max-Maschinen wieder regulär fliegen und der Zertifizierungsprozess der Triple-7X Fortschritte macht.

Gemischtes Bild bei weiteren Werten

Unter den übrigen Quartalsberichten gab es ebenfalls ein uneinheitliches Bild. Seagate und NXP Semiconductor übertrafen zwar die Erwartungen bei Gewinn und Umsatz, die Aktien gaben dennoch nach – die Märkte hatten sich offenbar noch mehr erhofft. Zudem hatten beide Werte in den Tagen zuvor bereits deutlich zugelegt.

Robinhood verfehlte leicht bei transaktionsbasierten Umsätzen, verbuchte aber immer noch 19 Prozent Wachstum. Der Kryptobereich brach zwar um 55 Prozent ein – fiel damit aber glimpflicher aus als befürchtet. Visa lieferte solide, im Rahmen der Erwartungen liegende Zahlen. Waste Management und NiSource Energy enttäuschten, Letztere verlor rund 15 Prozent.

Nach den Midterms dürfte mehr Klarheit herrschen – sowohl politisch als auch in Bezug auf den Kurs gegenüber dem Iran. Die Börsen werden dann zeigen, ob die historisch typische Jahresendrally tatsächlich einsetzt.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (Handelsblatt). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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