Dieses Video wurde am 08.05.2026 von tagesschau auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die AfD hat im ARD-DeutschlandTrend einen neuen Höchstwert erreicht: Mit 27 Prozent liegt sie erstmals in der Sonntagsfrage vor der Union, die auf 24 Prozent zurückfällt. Das ist der höchste Wert, den die Partei seit Beginn der Erhebung im ARD-DeutschlandTrend erzielt hat. Die übrigen Parteien zeigen sich weitgehend stabil – die Grünen kommen auf 15 Prozent, die SPD auf 12 Prozent, die Linke auf 10 Prozent, die FDP auf 4 Prozent und das BSW auf 3 Prozent.
Warum das AfD Umfragehoch anhält
Der Politikwissenschaftler Marcel Lewandowski, Professor an der Universität Halle-Wittenberg, sieht mehrere Ursachen für den anhaltenden Zuwachs. Eine schwache Performance der Bundesregierung und interne Streitigkeiten innerhalb der Koalition trügen maßgeblich dazu bei. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte einst das Ziel ausgegeben, die AfD-Umfragewerte zu halbieren – dieses Versprechen ist bislang nicht eingelöst worden.
Lewandowski betont dabei einen entscheidenden Punkt: AfD-Wählerinnen und -Wähler handelten nicht aus kurzfristigem Protest. Vielmehr würden durch die allgemeine Unzufriedenheit mit der Politik grundlegende Einstellungen aktiviert, die langfristig der AfD zugutekämen.
Migration als Thema nützt der AfD
Obwohl der Innenminister Rückgänge bei den Migrationszahlen vermeldet hat, profitiert die AfD davon kaum. Lewandowski widerspricht dem verbreiteten Glauben, eine restriktivere Migrationspolitik würde AfD-Wähler zurückgewinnen:
- Wenn andere Parteien in Sprache und Positionen in Richtung Rechtspopulismus rücken, legitimiere das eher die AfD-Position.
- Wählerinnen und Wähler tendieren dazu, dann „das Original” zu wählen.
- Auch bei CDU und CSU sei eine sprachliche Annäherung an AfD-Positionen erkennbar – etwa durch Begriffe wie „kleine Paschas” oder die Betonung eines restriktiveren Kurses.
Eine restriktive Migrationspolitik sei dabei nicht per se gut oder schlecht zu bewerten, so Lewandowski. Wissenschaftlich sei jedoch belegt, dass sie rechtspopulistischen Parteien nütze, wenn etablierte Parteien sie übernehmen.
Wer wählt die AfD – und warum?
Das Bild der AfD-Wählerschaft als reine „Abgehängte” greift zu kurz. In Sachsen-Anhalt etwa liegt die AfD laut Infratest dimap bei 41 Prozent – diese Menschen seien nicht zwingend persönlich von sozialer Not betroffen. Lewandowski unterscheidet zwei zentrale Motive:
- Demokratieverdrossenheit: Viele AfD-Wählerinnen und -Wähler glauben nicht mehr, in einer funktionierenden Demokratie zu leben.
- Migrationspolitik: Eine sehr restriktive Haltung zur Migration wird von keiner anderen Partei in dieser Form bedient.
Hinzu kommt eine weit verbreitete Zukunftsangst: 82 Prozent der Menschen in Sachsen-Anhalt sind laut Umfrage der Meinung, der Staat komme seinen Aufgaben nicht angemessen nach. Viele fürchten wirtschaftliche Verschlechterungen – selbst wenn sie aktuell nicht unmittelbar betroffen sind.
Blick auf die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt
Vier Monate vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mobilisiert die AfD bereits mit großen Veranstaltungen. Ulrich Siegmund, Spitzenkandidat und bekannter Social-Media-Akteur, wird von Anhängern gefeiert. Lewandowski warnt jedoch davor, aktuelle Umfragewerte als finale Wahlergebnisse zu werten – sie seien Momentaufnahmen.
Dennoch müssten die anderen Parteien ihre Wahlkampfstrategien anpassen. Der amtierende Ministerpräsident und CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze stehe vor der Aufgabe, sich noch stärker zu profilieren. Der aktuelle DeutschlandTrend markiert damit weniger ein endgültiges Ergebnis als vielmehr den Ausgangspunkt, vor dessen Hintergrund der Wahlkampf geführt wird.
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